Toyota-Youngster Pajari führt nach einem chaotischen Tag in Paraguay
Hochspannung im Permanentmodus: Nach einer dramatischen ersten Etappe liegt Sami Pajari bei der Rallye Paraguay vorne. Hyundai-Pilot Hayden Paddon offenbart sich auf Platz zwei als große Überraschung.
Mit einem Vorsprung von 11,9 Sekunden auf Paddon beendete Pajari den ersten Wertungstag des elften WM-Laufs der Saison, bei dem die Führung gleich sieben Mal wechselte.
Pajari, der nach Siegen in Estland und Finnland seinen dritten Sieg in Folge in der Rallye-WM anstrebt, startete in die Nachmittagsrunde als Vierter der Gesamtwertung.
Der 24-jährige Finne profitierte davon, dass fast alle Rally1-Teilnehmer mit großen Reifenproblemen zu kämpfen hatten.
Am Ende der insgesamt acht Wertungsprüfungen klassierte Toyota-Pilot Elfyn Evans sich mit 56,3 Sekunden Rückstand auf Platz drei. Adrien Fourmaux (Hyundai) komplettierte die Top 4, obwohl auch er mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen hatte.
Hyundai-Fahrer Paddon war bis zur Tageshalbzeit überraschend in Führung gelegen, nachdem er die erste Schleife besser überstanden hatte als die meisten Konkurrenten. Nach der Servicepause schrumpfte der Vorsprung des Neuseeländers von 23,9 Sekunden allerdings sukzessive.
Sein Teamkollege Fourmaux fuhr auf der zweiten Durchfahrt der Cambyreta-WP die Bestzeit, was dem Franzosen auf der Prüfung Nueva Alborada gleich nochmals gelang. Auf der sechsten WP fing sich Paddon einen schleichenden Reifenschaden vorne rechts ein. Sein dadurch vermindertes Tempo reichte aus, um Elfyn Evans zwischenzeitlich zum Spitzenreiter mit einem knappen Vorsprung von 0,5 Sekunden zu machen.
«Keine Ahnung, woher der Reifenschaden stammt - ich habe keine Berührungen mit Steinen gehabt», kommentierte Paddon verwundert sein Malheur.
Die Führung von WM-Spitzenreiter Evans währte allerdings nicht lange, da er sich auf WP7 gleichfalls ein Reifenproblem einfing. «Das rechte Hinterrad hat sich nach etwa 12 Kilometern abgelöst und dabei die Karosserie beschädigt. Der Reifendruck begann nach etwa 20 Kilometer abzufallen», seufzte der Waliser.
Die siebte Wertungsprfüfung absolvierte Pajari ohne Zwischenfälle als Schnellster. Er war 0,1 Sekunden flotter als sein Toyota-Teamkollege Oliver Solberg gewesen.
Paddon erreichte das Ziel mit einem sich auflösenden linken Hinterreifen und verlor 20,8 Sekunden auf Pajari. Dennoch konnte er seinen zweiten Platz verteidigen.
Die den Tag abschließende kurze Super-Special-Prüfung im «Autodromo Alfredo Scheid» gewann Adrien Fourmaux.
Nachdem Pajari am Vormittag noch Leistungsverluste und ein Wasserleck an seinem Yaris zu verzeichnen hatte, war es eine beachtliche Leistung, den Tagessieg zu erringen.
«Für mich lief es heute recht reibungslos», freute sich Pajari. «Ich glaube, es war einfach reine Glückssache, ob man sich eine Reifenpanne einfing oder nicht».
Der zweite Platz von Paddon bei seinem ersten WM-Schotter-Einsatz seit dem Jahr 2018 ist bemerkenswert. Zum ersten Mal seit der Rallye Portugal im gleichen Jahr führte er einen WM-Lauf an.
«Ich glaube, jeder hatte Probleme. Wenn wir also zwei Wertungsprüfungen mit Reifenpannen hinter uns bringen und trotzdem noch in Schlagdistanz sind, hatten wir Pech und Glück zugleich», stellte Paddon heraus.
Evans liegt auf dem dritten Platz vor Fourmaux, der am Freitag der schnellste Fahrer war, als noch keine Probleme auftraten. Der Franzose gewann vier der acht Wertungsprüfungen des Tages, verlor jedoch fast 90 Sekunden beim Reifenwechsel am Vormittag auf der WP-Yerbatera. Die Wiederholung am Nachmittag absolvierte er mit zwei platten Hinterreifen.
Josh McErlean rundet die Top 5 ab. Der M-Sport-Ford-Pilot lag zur Mittagszeit auf dem zweiten Platz und lag nach der WP6 nur 9,8 Sekunden von der Spitze entfernt. Auf WP-Yerbatera erlitt er jedoch einen Reifenschaden verlor dabei mehr als zwei Minuten.
Lokalmatador Diego Domínguez zeigte eine beeindruckende Leistung und liegt mit seinem Toyota Rally2 auf dem sechsten Gesamtrang. Er distanzierte mit 39,4 Sekunden Vorsprung seinen Markenkollegen Gus Greensmith, der den siebten Platz belegt und somit an der Spitze der WRC2-Kategorie liegt.
Solberg liegt auf Platz acht mit 3.33.3 Minuten Rückstand hinter der Spitze. Nach einem vielversprechenden Start verlor er auf der ersten Yerbatera-Prüfung viel Zeit, als sein Motor nach einem Bremsmanöver abstarb, sowie später mit einer Reifenpanne.
Ausfälle waren schon zu Beginn des Tages zu verzeichnen gewesen. Takamoto Katsuta (Toyota) überschlug sich bereits nach zwei Kilometern in der Auftakt-WP. Ex-Weltmeister Thierry Neuville (Hyundai) schied aus, nachdem er sich auf derselben WP die linke Hinterradaufhängung beschädigt hatte. Auch für den amtierenden Weltmeister Sebastien Ogier war der Tag früh nach der WP3 vorbei, nachdem nach einem Ausritt die Aufhängung nach provisorischer Reparatur versagt hatte.
Für die Etappe am Samstag wird starker Regen erwartet, der weiteres großes Tohuwabohu auslösen könnte. Auf dem Programm stehen weitere neun Wertungsprüfungen über insgesamt 137,34 Kilometer.
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