DTM: Wurden Mortara durch eine Panne Punkte geklaut?

Von Andreas Reiners
DTM
Edoardo Mortara

Edoardo Mortara

In der DTM wurden die sogenannten Slow Zones 2015 eingeführt, sie ersetzen in bestimmten Fällen das Safety Car. In Zandvoort gab es nun möglicherweise eine Panne mit unangenehmen Folgen.

Edoardo Mortara war frustriert. Wütend war der Audi-Pilot. Der Italiener ist zwar niemand, der dann laut wird. Aber es war ihm in der Mixed Zone beim fünften DTM-Event in Zandvoort deutlich anzusehen, wie sprachlos er letztendlich war. Denn möglicherweise sind ihm im Kampf um den Titel wichtige Punkte abhanden gekommen. «Geklaut» worden durch einen technischen Fehler.

Was war passiert? Nach einem Abflug von Augusto Farfus in der neunten Runde des neunten Saisonrennens am Samstag wurde im Bereich der Kurven zwei und drei eine sogenannte Slow Zone eröffnet. Diese Slow Zones wurden in der DTM 2015 eingeführt, um nicht bei jedem Unfall auf das Safety Car zurückgreifen zu müssen. Farfus war weit genug von der Strecke im Kiesbett gelandet, zudem lagen keine Teile auf der Strecke.

So läuft es ab: Kommt ein Fahrzeug von der Strecke ab, werden die übrigen Piloten bei der Zufahrt auf den betreffenden Sektor durch gelbe Flaggen, Warntafeln, Lichtsignale und einen Countdown im Display ihres Auto darauf hingewiesen, dass mit Überqueren der gelben Slow Zone-Linie in diesem Abschnitt Überholverbot und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gelten.

Zur Vereinfachung gibt es einen Knopf am Lenkrad, der ähnlich wie ein herkömmlicher Tempomat die erlaubte Geschwindigkeit hält. Ist die Bergung des liegengebliebenen Autos abgeschlossen, werden die Fahrer durch grüne Flaggen und Lichtsignale informiert, dass sie ab sofort wieder im Renntempo loslegen können.

Nun soll Mortara am Ende der Slow Zone aber zu früh beschleunigt haben, gemessen wurde er mit 88 km/h. Das Urteil ist in solchen Fällen, auch wegen der sensiblen Thematik der Sicherheit, klar definiert und unmissverständlich: Mortara bekam eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Für ihn war das besonders bitter: Er lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz sechs. Am Ende wurde er 20. und ging somit komplett leer aus anstatt acht Zähler für den Titelkampf mitzunehmen. Aktuell ist er mit 73 Punkten Dritter, allerdings 20 Zähler hinter dem Führenden Marco Wittmann.

Was das ganze Thema nun richtig ärgerlich für Mortara macht: Möglicherweise gab es bei der Messung der Geschwindigkeiten in der Slowzone einen technischen Fehler bei der Übermittlung der GPS-Daten. Zumindest hat Audi so schlagkräftige Argumente vorgebracht, dass der DMSB das ganze System noch einmal eingehend überprüft. Natürlich überprüfen muss.

Denn die Rennleitung hat bei der Bemessung der Strafe in solchen Fällen keine andere Möglichkeit als die technische Übermittlung, auf sie muss sie sich verlassen können. Mit einem Ergebnis der Untersuchungen ist allerdings nicht vor Sonntagmorgen zu rechnen. «Ich finde die Slow Zones grundsätzlich vollkommen richtig. Aber man muss sich darauf verlassen können, dass sie funktionieren. Das darf einfach nicht passieren», sagte Mortara.

Bei allem verständlichen Ärger: Noch steht nicht fest, ob ein Fehler vorlag, es kann natürlich auch niemand wissen, was in den verbliebenden Runden noch passiert wäre. Doch um das Ganze für Mortara in der Theorie noch etwas ärgerlicher zu machen: Selbst wenn bei den Untersuchungen festgestellt werden sollte, dass das System fehlerhaft war und er die Strafe zu Unrecht bekommen hat, bringt ihm das nichts mehr.

Denn eine Durchfahrtsstrafe ist vereinfacht gesagt vergleichbar mit einer Tatsachenentscheidung im Fußball, an ihr gibt es nichts mehr zu rütteln, es ist auch kein Protest möglich. Dass Nico Müller möglicherweise das gleiche Schicksal widerfahren ist, ist für ihn und Audi zumindest nicht ganz so ärgerlich. Er lag zum Zeitpunkt seiner Durchfahrtsstrafe bereits aussichtslos zurück.

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