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Wolff: «Sebastian Vettel als Konkurrent ist belebend»

Vor dem Österreich-GP in Spielberg sprach Mercedes-Motorsportchef über Sebastian Vettel, die Formel E und ein Meeting der Formel-1-Strategiegruppe mit überraschenden Teilnehmern.

Formel 1

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Wenn Toto Wolff in seiner Heimatstadt zu einer Gesprächsrunde in einen Biergarten lädt und die Lederhose im Reisegepäck ist, weiß man: Der Grand Prix in Spielberg steht unmittelbar bevor.

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In Wien über die Formel 1 zu diskutieren war fast wie Erholung für den 45-Jährigen, kam er doch direkt vom Meeting der Strategiegruppe, die das künftige Motorenreglement der Formel 1 (ab 2012) festlegen soll. Wolff: "Es gab überraschende Teilnehmer wie Porsche, Lamborghini, Aston Martin, dazu Cosworth, Ilmor, Zulieferer wie Magneti Marelli oder Prüfstandspezialist AVL List."

Tendenz: V6-Biturbos mit einfachem Hybridystem und kein verschleierter Allradantrieb über E-Power auf die Vorderachse. Kundenmotoren sollen nicht mehr als zwölf Mill. Dollar kosten. Doch das wird noch oft diskutiert werden, Beschlüsse müssen 2019 stehen.

Viel näher ist der 30. F1-Grand Prix von Österreich am Sonntag auf dem Red Bull Ring, und da gibt es für den Wiener keinen klaren Favoriten: "Ich erwarte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Und ich schließe Red Bull als Sieganwärter nicht aus. Zwar ist Spielberg eine Powerstrecke, doch die war auch Baku – und wer hätte mit den Bullen dort gerechnet?"

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Für Wolff wird in seinem Team entscheidend sein, die mechanische Balance und das richtige Aeropaket zu finden: „Wenn wir diese am Freitag richtig treffen, wird das ganze Wochenende einfacher.“

Das Thema Vettel und sein Foul in Baku hat auch Wolff abgehakt: "Ich denke, hätte Sebastian die Chance, die Zeit zurückzudrehen, hätte er diese Aktion nicht gemacht. Er wird einsehen, dass das nicht einer seiner glorreichsten Tage war." Doch insgesamt meint der Jungvater zum Duell mit Ferrari und Vettel: "Sebastian als echten Konkurrenten zu haben ist erfrischend. Für den Sport ist er super, für uns ein Extra-Motivationsfaktor."

Eine andere Kontroverse ließ Wolff nicht ganz so entspannt reagieren: Ex-Teamchef Eddie Jordan, jetzt TV-Interviewer für den britischen "Channel 4", hatte kürzlich behauptet, Mercedes AMG würde Ende 2018 aus der Formel 1 aussteigen und ein potenzieller Käufer die Verpflichtungen bis 2020 übernehmen; Danach legte der Ire (69) noch nach und erklärte, Sponsoren (Petronas und UBS) würden ebenfalls die Formel 1 verlassen. Wolff dazu: "Ich hab nichts gegen Scherze von Eddie, aber wenn sie zur Verunsicherung von 1500 Mitarbeitern werden, hört sich der Spaß auf. Weder wir noch unsere Partner steigen aus. Er soll mit diesen Fake News aufhören. Aber wir kennen den Eddie ja: Er schmeißt Sätze unters Volk, damit er im Gespräch bleibt."

Doch mehr ließ Wolff mit einer anderen Ankündigung aufhorchen: "Ja, wir befassen uns mit der (elektrischen) Formel E und sind in einer Evaluierung. Ob wir den für die Saison 2018/19 reservierten Teamplatz einnehmen werden, wird im heurigen Oktober entschieden." Wolff weiter: "Ich finde die Formel E interessant…"

Und was Österreichs Jungstar Lucas Auer und seine Formel-1-Chancen betrifft, gab es von Wolff auch eine Klarstellung: "Luki wird nach dem Ungarn-GP keinen Testtag bei uns absolvieren." Für den Nachwuchstest sei allein GP3-Pilot George Russell vorgesehen. "Auer ist Teil unserer DTM-Mannschaft, ein echter Leistungsträger und unser einziger Titelkandidat. Aber er ist nicht Teil des Mercedes-Juniorprogramms, über das Wehrlein oder Ocon in die Formel 1 kamen." Doch Wolff streute dem 22-jährigen Berger-Neffen und DTM-Gesamtzweiten, der für Force India testen soll, auch Rosen: "Er hat alles, was er für die Formel 1 braucht. Er fährt schon jetzt wie ein Großer. Aber er soll sich auf das DTM konzentrieren."

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Österreichs Formel-1-Fans wären entzückt, wieder einen Lokalmatador zu haben (letzter F1-Start eines Österreichers: Christian Klien 2010 in Abu Dhabi). Doch vorerst scheinen sie mit der "neuen" Formel 1 auch zufrieden zu sein: Am Wochenende werden insgesamt 170.000 Zuschauer in der Obersteiermark erwartet, das wäre der zweitbeste Besuch nach dem Rückkehrjahr 2014 (225.000).

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