Fernando Alonso, Le Mans: Wirbel um Toyota-Fälschung

Von Mathias Brunner
Formel 1
Fernando Alonso, Kazuki Nakajima und Sébastien Buemi in Le Mans

Fernando Alonso, Kazuki Nakajima und Sébastien Buemi in Le Mans

​Superstar Fernando Alonso rühmt seinen Toyota-Stallgefährten Kazuki Nakajima für die tolle Leistung des Japaners im Qualifying zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans: «Eine unglaubliche Runde.»

Der Rummel um Fernando Alonso in Le Mans kennt keine Grenzen. Natürlich haben das die feinen Antennen der Witzbolde in den sozialen Netzwerken längst aufgespürt. So machte unlängst ein gefälschtes Toyota-Pressecommuniqué die Runde, in dem zu lesen stand: «Zur sofortigen Veröffentlichung – Nach einem positiven Start in unsere 2018er Le-Mans-Kampagne hat sich Toyota die Medien-Berichterstattung angeschaut und ist zum Schluss gekommen, die Team-Struktur unverzüglich umzustellen.»

«Um jede Verwirrung zu vermeiden und um die Herstellung von Artikeln (print wie online) zu erleichtert, nennen wir ab diesem Zeitpunkt alle unsere Fahrer „Fernando Alonso“. Wir hoffen, dass auf diese Weise die Leute nicht mehr nachschauen müssen, wer die anderen fünf Piloten sind, während wir auf diese Weise den besten Ertrag aus dem Engagement von Alonso erhalten.»

Das war natürlich nur ein Riesen-Jux, aber im Kern trifft es die Sache schon: Denn Alonso zieht die Medien wie ein Riesenmagnet an. Wenn wir uns die Berichte nach dem Qualifying zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans anschauen, dann steht in fast allen Fällen – Alonso-Toyota auf Pole; nicht etwa, dass Kazuki Nakajima am Donnerstagabend eine Fabelrunde fuhr und damit den besten Startplatz für den Toyota mit der Nummer 8 ermöglichte.

Derzeit läuft für Toyota alles nach Plan, und das ist jetzt kein Witz: Der Wagen von Alonso auf Pole, das erzeugt das angestrebte Medienecho. Aber der Star des Abschlusstrainings war der 33jährige Nakajima, der von 2007 bis 2009 in der Formel 1 für Williams engagiert war. Nakajima (Sohn des früheren Lotus- und Tyrrell-GP-Piloten Satoru Nakajima) legte eine 3:15,377-min-Runde hin; das war ein wenig langsamer als Kamui Kobayashi im Vorjahr (3:14,791 min), der vor zwölf Monaten von besseren Pistenverhältnissen profitierte.

«Eine Runde fast ohne Verkehr, ich kann mich nicht beklagen», sagte Nakajima anschliessend. «Die Strecke war besser als am Vortag. Vielleicht hätte ich die Zeit von Kamui knacken können, wenn ich an der einen oder anderen Stelle schneller gewesen wäre.»

Fernando Alonso lobt: «Kazuki ist schon am ersten Quali-Tag brillant gefahren, also haben wir ganz auf ihn gesetzt, und er hat makellose Arbeit geliefert. Dickes Kompliment! Wir haben die erste Startreihe für Toyota angestrebt, das haben wir erreicht. Aber wir wissen: Das ist alles nur Vorbereitung. Wir gehen das Rennen mit grossem Respekt an und hoffen, dass am Ende auch zwei Toyota ganz vorne sind.»

Lesen Sie bitte den ausführlichen Quali-Bericht meiner Kollegin Martin Müller mit einem Link zu den kompletten Ergebnissen hier.

Fernando Alonso geniesst jede Sekunde, in Frankreich seine Erfahrung als Racer zu bereichern: «So wie das Indy 500 vor einem Jahr gibt dir auch Le Mans eine ganz andere Art von Befriedigung, ein anderes Gefühl. Es gibt immer viel Neues zu lernen. Hier diesen Sportwagen zu fahren, das geniesse ich sehr. Die grösste Freude daran sind die Momente, die du mit deinen Teamkollegen teilst. Die Wechsel im Cockpit, das Vertrauen zum Teamkollegen, das Teilen aller Daten, das ist ganz anders als in der Formel 1. Und in Le Mans werden die Eindrücke noch verstärkt, denn das hier ist das legendärste Rennen, das ist wie 16 Grands Prix verdichtet zu einem Rennen – das ist schon sehr cool.»

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