Böser Eklat um Haas-Nachwuchs: Streit eskaliert

Von Andreas Reiners
Formel 1
Santino Ferrucci und Arjun Maini

Santino Ferrucci und Arjun Maini

Zwei Haas-Talente fahren in der Formel 2 in einem Team. Am Sonntag eskalierte der Streit zwischen Arjun Maini und Santino Ferrucci komplett und auf höchst ungewöhnliche Art und Weise.

Es lief die Auslaufrunde des Formel-2-Sprintrennens, als der Streit zwischen den beiden Haas-Nachwuchspiloten eskalierte. Santino Ferrucci fuhr seinem Teamkollegen Arjun Maini dabei mit voller Absicht ins Heck. Offenbar war er sauer über das Duell der beiden im Rennen. «Irgendetwas stimmt mit dem Gehirn meines Teamkollegen nicht», sagte Maini.

Doch das war noch nicht alles. Die Anhörung bei den Stewards ließ Ferrucci sausen. Außerdem wurde er dabei beobachtet, wie er auf dem Weg vom Fahrerlager zur Boxengasse nur einen Handschuh trug und stattdessen ein Telefon in der Hand hatte.

Das Trident-Team stellte sich auf die Seite von Maini und ließ durchblicken, dass dies nicht die erste Verfehlung Ferruccis war. «Trident spricht Arjun Maini und seiner Familie seine Solidarität für die Unsportlichkeiten und das unzivilisierte Verhalten aus, die nicht nur an diesem Wochenende von Santino Ferrucci und seinem Vater ausgingen.»

Ferrucci bekam eine Geldstrafe in Höhe von 66.000 Euro aufgebrummt und wurde für zwei Rennwochenenden gesperrt.
Danach dürfte eine Rückehr schwierig werden. «Unsere Anwälte kümmern sich um die vertraglichen Auswirkungen der Geschehnisse. Noch nie in unserer zwölfjährigen Geschichte ist so etwas oder auch nur etwas Ähnliches passiert. Wir entschuldigen uns für die Show, die wir bedauerlicherweise abgeliefert haben.»

Ferrucci absolvierte 2016 und 2017 bereits Tests für Haas F1. Arjun Maini ist als Entwicklungsfahrer auch in dieser Saison an Bord des Formel-1-Teams von Haas.

Der 20-Jährige ist seit dem Spanien-GP 2017 Teil der US-Truppe. Maini wird sowohl im Rahmen von Testfahrten als auch an den Rennwochenenden Formel-1-Luft schnuppern und den Haas-Mitarbeitern vor Ort über die Schulter blicken dürfen. Er hatte zuletzt erst Schlagzeilen geschrieben, als er einen emotionalen Hilferuf per Funk losließ.

Haas-Teamchef Günther Steiner hielt sich nach dem Eklat bedeckt. «Ich weiß, was passiert ist, aber ich will mir die Szenen erst in der kommenden Woche genauer ansehen.»

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