Tod von Charlie Whiting: Formel-1-Gemeinde bestürzt

Von Mathias Brunner
Formel 1
Charlie Whiting mit Sebastian Vettel in Baku 2018

Charlie Whiting mit Sebastian Vettel in Baku 2018

​Charlie Whiting ist tot, es gibt im Fahrerlager des Albert Park Circuit von Melbourne derzeit nur dieses Thema. Die Grand-Prix-Gemeinde ist bestürzt und würdigt den englischen Formel-1-Rennleiter.

Die Vorfreude auf den Formel-1-Saisonstart ist verflogen: An allen Ecken und Enden stehen die Menschen im Fahrerlager des Albert Park Circuit von Melbourne und sprechen nur über ein Thema – wir werden Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting nie mehr wiedersehen, der Engländer ist in der Nacht auf Donnerstag in seinem Hotelzimmer von Melbourne einer Lungen-Embolie erlegen. Die GP-Gemeinde trauert und würdigt den Briten.

Ross Brawn (Formel-1-Sportchef)
«Seit ich im Rennsport tätig bin, kannte ich Charlie. Wir haben als Mechaniker Seite an Seite gearbeitet, wir sind Freunde geworden. Wir haben viele Stunden an den Rennstrecken rund um die Welt verbracht. Ich bin am Boden zerstört. Das ist nicht nur für mich persönlich ein grosser Verlust, sondern für die ganze Formel-1-Familie, für die FIA, für den Motorsport überhaupt.»

Christian Horner (Teamchef Red Bull Racing)
«Ich bin tief bestürzt. Charlie hat in unserem Sport eine elementare Rolle übernommen, er war für mich als Rennchef immer eine Art Schiedsrichter mit der Stimme der Vernunft, ein Mann von makelloser Integrität, der es verstanden hat, eine schwierige Aufgabe mit Augenmass zu erfüllen. Im Herzen ein Vollblut-Racer mit Wurzeln bei Hesketh und Brabham. Ich bin bestimmt nicht der Einzige, der behauptet: Wir werden ihn sehr vermissen.»

Günther Steiner (Teamchef Haas)
«Als ich den Anruf erhielt, war meine erste Reaktion – das kann unmöglich wahr sein. Noch bei den Barcelona-Tests sassen wir lange zusammen. Ohne ihn wäre Haas vielleicht heute nicht am Start. Er war ein so wichtiger Teil dieses Sports, immer zugänglich, immer nett, nie ein böses Wort, was ich für einen Mann auf diesem Posten umso bemerkenswerter finde. Ich habe einen Freund verloren. Das zeigt mir, wie schnell in diesem Leben alles vorbei sein kann. Bis zu einem solchen Moment denken wir doch alle: Das passiert uns nicht. Gestern noch da, bester Laune, heute von der Welt verschwunden. Er war einer der ganz Grossen dieses Sports. Ich werde ihn nie vergessen.»

Valtteri Bottas (Mercedes-Pilot)
«Ich kann es nicht fassen. Die Nachricht vom Tode Charlies ist unfassbar traurig und kommt mir unwirklich vor. Er hat so viel für den Sport getan, den wir so lieben. Ruhe in Frieden.»

Maurice Hamilton (Journalist)
«Das ist niederschmetternd. Er war einer der nettesten Menschen, die du dir vorstellen konntest. Er war vorbildlich unparteiisch. Und er war im Charakter der gleiche bodenständige Kerl, den ich als Brabham-Mechaniker kennengelernt hatte.»

Lando Norris (McLaren-Fahrer)
«Jeder im Fahrerlager wird Charlie vermissen. Ich kann nur sagen: Danke für alles, was du unserem Sport beigetragen hast.»

Charles Leclerc (Ferrari-Fahrer)
«Das sind fürchterliche Nachrichten, mein tiefstes Beileid seiner Familie. Charlie Whiting wird dem Rennsport sehr fehlen.»

Darren Heath (Formel-1-Fotograf)
«Damit geht eine Ära zu Ende im Grand-Prix-Sport. Charlie wurde zu gleichen Massen respektiert und bewundert. Es war immer ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten. Die Formel-1-Gemeinde wird ihn vermissen.»

Toto Wolff (Mercedes-Teamchef)
«Das ist schockierend und tieftraurig. Charlie war ein Stützpfeiler der Formel 1. Er ging an seine Aufgaben immer mit grosser Ausgewogenheit, mit enormem Verständnis, immer im Interesse der Sache. Er war für mich einer der besten Botschafter des Sports, ein wahrer Hüter der guten Sache. Sein Lächeln und feiner Humor werden uns fehlen.»

Kai Ebel (RTL-Reporter)
«Ich kann es gar nicht glauben, Charlie Whiting war für mich ganz einfach Formel 1, ein elementarer Bestandteil dieses Sports und ein wirklich toller Mensch.»

Jean Todt (FIA-Präsident)
«Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Charlie Whiting erfüllt mich mit immenser Trauer. Ich kannte Charlie seit vielen Jahren und schätzte ihn als fabelhaften Rennchef, als Stütze dieses Sports, der für mich den Geist und die Arbeitsethik der Formel 1 verkörpert hat.»

Mario Andretti (Rennlegende)
«Das ist schockierend. Charlie war ein Gigant, für mich so gut wie unersetzbar. Ruhe in Frieden, mein Freund.»

Toyoharu Tanabe (Technikchef Honda F1)
«Charlie Whiting hat seine Aufgabe immer in vorbildlicher Aufmerksamkeit und Fairness erfüllt. Er hat den Rennsport mit jeder Faser geliebt. Sein Beitrag an den Sport ist immens. Das ist für uns alle ein grosser Verlust.»

Damon Hill (Weltmeister 1996)
«Das ist ein Schock. Charlie war einer jener Menschen, von denen ich gedacht habe, dass sie auf ewig da sein werden. Auf seinen Schultern lag eine enorme Verantwortung. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der ihn angemessen und in vollem Umfang ersetzen kann. Wir Piloten haben ihn überaus respektiert. Er war der Mann, welcher die Fahrerbesprechung geführt hat, er war unser Ansprechpartner in allen Belangen, wenn wir Sorgen oder Bedenken hatten. Nach dem schwarzen Wochenende von Imola 1994 habe ich viel Zeit mit ihm verbracht, um über Sicherheit zu sprechen. Bei ihm hast du immer gewusst – er wird im Dienste des Sports das Richtige tun.»

Mattia Binotto (Ferrari-Teamchef)
«Charlie war ein wahrer Profi, ein Mann von unglaublichem Fachwissen. Vor allem jedoch war er ein wunderbarer Mensch, der immer allen mit grosser Hochachtung begegnet ist. Er hat die Formel 1 sicherer und besser gemacht. Er war eine Säule der Formel 1. Wir haben einen Freund verloren, die Formel 1 ist ohne ihn ein ärmerer Ort.»

Romain Grosjean (Haas-Pilot)
«Charlie hat diesen Sport innig geliebt. Ich werde es vermissen, mit ihm über die Formel 1 zu sprechen. Er hatte für uns Fahrer immer ein offenes Ohr, er war unser Schutzengel.»

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