Verliert Sebastian Vettel seinen 4. Platz?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel jagt Jenson Button

Sebastian Vettel jagt Jenson Button

Verfahren der FIA-Rennkommissare – hat der Weltmeister unter gelber Flagge überholt?
Ein Zufall ist das gewiss nicht: Auf den ersten fünf Rängen des China-GP liegen die fünf Formel-1-Champions im Feld ...

Aber auch Weltmeister machen Fehler: Sebastian Vettel rutschte in der letzten Runde einmal von der Ideallinie, das gab Lewis Hamilton vor ihm genügen Atemluft, um sich Rang 3 und damit den letzten Podestplatz zu sichern.

Das ist aber nicht die einzige Sorgenfalte in Sebastian Vettels Gesicht.

Neben dem Speed von Ferrari, Lotus und Mercedes muss dem Weltmeister auch machen, dass die FIA-Regelhüter derzeit ein angebliches Überholen Vettels unter gelber Flagge untersuchen.

Würde Vettel eins Vergehens schuldig gesprochen und erhielte er dafür eine 25-Sekunden-Strafe, wäre Rang 4 futsch: Sebastian würde hinter Jenson Button auf Platz 5 zurückgestuft.

Dennoch: Die Aufholjagd Vettels zum Schluss hielt die Fans auf ihren Zehenspitzen.

Sebastian: «Das Team sagte mir über Funk – unser Abstand zu Jenson ist recht gross, du kannst nach Herzenlust angreifen. Zu verlieren hatten wir nichts, also habe ich versucht, Hamilton und Räikkönen einzuholen. Nach dem Befehl sah ich Lewis am Ende der langen Gegengeraden, ich war aber erst darauf eingebogen. Da dachte ich: okay, der ist zu weit weg, das wir nicht passen. Aber dann spürte ich, dass wir mit den frischeren Reifen erheblich mehr Speed haben.»

«Klar bin ich ein wenig verschnupft, dass es dann am Ende doch nicht gereicht hat. Ich hätte noch ein paar Kurven mehr gebraucht! Dennoch würde ich behaupten, dass unsere Strategie aufgegangen ist.»

«Ganz wichtig war zu Beginn, dass wir eine Reihe freier Runden bekommen. Und das hat nicht so richtig geklappt. Ich war schneller als Nico Hülkenberg, aber eben nicht schnell  genug, um vorbei zu kommen. Und wenn du so nahe am Vordermann liegst, dann werden die eh schon kritischen Vorderreifen noch härter rangenommen. Aber dennoch reise ich mit einem guten Gefühl ab, wir dürfen zufrieden sein.»

Die moderne Formel 1 ist zu einem Hochgeschwindigkeits-Spiel mit unzählien Variablen geworden. Es ist, also ob ein Spieler beim Schach nicht eine Figur auf einmal ziehen darf, sondern gleich sieben oder acht. Denken Sie als Gegner da mal daran, wie sie darauf reagieren wollen …

Sebastian Vettel denkt an die Fans: «Ich weiss jetzt nicht, ob das so grossartig anzuschauen ist. Wir haben zwar viele Überholmanöver, aber das Ganze ist schon sehr kompliziert und strategiebestimmt. Da kann es dann Situation geben, in welchen sich ein Fahrer überhaupt nicht zur Wehr setzt, weil er nur seine Reifen schonen will. Da wird der Gegner dann vorbeigewunken.»

Wer hat momentan das schnellste Auto?

Vettel lacht: «Das scheint mir derzeit die falsche Frage zu sein – die Frage müsste eher lauten: Welches Auto schont derzeit die Reifen am meisten? Wer heutzutage so schnell fährt, wie es der Wagen erlaubt, der macht sich die Reifen kaputt.»

Apropos: Hätte man Seb die weichen Walzen nicht eine Runde früher geben müssen, dann hätte er mehr Chancen gehabt, Hamilton zu gefährden ...

Sebastian schüttelt den Kopf: «Wenn, hätte, aber – man kann ja auch argumentieren, wenn die Reifen nicht so fein gehalten hätten, dann wäre ich gar nie in die Nähe von Hamilton gekommen. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Die entscheidende Zeit habe ich eher hinter Hülkenberg verloren. Da haben wir wohl einen Platz auf dem Siegerpodest verloren.»

Aber nochmals, wie lautet derzeit die Hackordnung?

Vettel schmunzelt: «Derzeit von Kräfteverhältnis zu reden, ist ein Scherz, weil wir fast das ganze Rennen nur auf die Reifenhaltbarkeit auslegen müssen. So ist das aber für alle. Und heute haben das eben drei andere besser gemacht als wir.»

Aber ist das noch Rennfahren?

«Ja, schon», sagt Vettel, «es ist einfach anders als früher in Rennen, in welchen man von Anfang bis zum Schluss hat voll blasen können. Aber wie gesagt – die Aufgabe ist für alle die Gleiche.»

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Mathias Brunner
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