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Lotus: Renault bezahlt Schulden, Insolvenz verbannt
​Vorderhand letzter Gerichtstermin: Anwälte von Renault belegen vor dem Obersten Gericht in London, dass die Steuerschuld von Lotus beglichen und der Rennstall übernommen ist.
Formel 1
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Vor zwei Wochen erhielt Lotus eine letzte Frist: Der Londoner Richter Colin Birss forderte vom britischen Rennstall, dass die Übernahme des Teams durch Renault bis zum 21. Dezember vollzogen und die Schulden beglichen sein müssen. Erst dann sei die drohende Zahlungsunfähigkeit endgültig abgewendet. Eigentlich hätten die entsprechenden Verträge zwischen Lotus und Renault am 16. Dezember unterzeichnet werden sollen. Es hat letztlich zwei Tage länger gedauert, aber das spielt für Richter Birss keine Rolle
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Zur Erinnerung: Ende September hatte der Oberste Gerichtshof in London dem Lotus-Rennstall eine Gnadenfrist zur Bezahlung der Steuerschuld in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro eingeräumt – bis zum 7. Dezember 2015. Lotus konnte damals eine Absichtserklärung von Renault vorweisen, nach welcher die Franzosen den Rennstall als Enstone übernehmen wollen. Lotus stand wegen der Steuersache schon zum dritten Mal vor Richter Birss: Die Steuerbehörde Ihrer Majestät hatte in London den Antrag gestellt, den Rennstall für zahlungsunfähig zu erklären. Es ging um rund 3,6 Millionen Euro unbezahlter Rechnungen der so genannten direkten Steuern (Her Majesty's Revenue and Customs). Diese direkten Steuern werden unmittelbar beim Steuerschuldner festgesetzt und erhoben. Zu den direkten Steuern zählen Steuern auf das Einkommen und das Vermögen. Lotus wäre der dritte Formel-1-Rennstall innerhalb gut eines Jahres gewesen, der in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht wäre. Wohin das führen kann, haben wir 2014 bei Caterham und Marussia gesehen – Caterham trat nach einer kurzen Pause noch beim WM-Finale von Abu Dhabi an, konnte aber letztlich nicht gerettet werden und wurde aufgelöst; Marussia wurde gerettet und trat zur WM 2015 als Manor-Marussia wieder in der Formel 1 an.
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Heute haben Rechtsvertreter von Renault vor Colin Birss am Obersten Gericht belegen können: Lotus ist übernommen. Alle Schulden sind beglichen, vor allem die Steuerschulden. Vertreter der Steuerbehörde haben bestätigt, dass die Zahlung eingegangen ist. Damit ist die Gefahr der Insolvenz abgewendet. Ein Anwalt von Renault: "Wir haben gewissermassen die Werksschlüssel in der Hand."
Richter Birss gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Das Verfahren ist zur Befriedigung aller abgeschlossen." Will heissen: Die Firma ist gerettet, und die Gläubiger sind zu ihrem Geld gekommen.
Renault: Weitere Informationen im Januar Lange hatte es gedauert, am 4. Dezember war es endlich offiziell: Renault-CEO Carlos Ghosn bestätigte, dass die Franzosen 2016 als offizieller Formel-1-Rennstall zurückkehren.
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Renault übernimmt Lotus und kehrt werksseitig in die Formel 1 zurück. Firmenchef Carlos Ghosn sagte: "Wir hatten zwei Möglichkeiten – entweder uns zu hundert Prozent einzubringen oder die Formel 1 zu verlassen. Nach detaillierten Studien habe ich mich dazu entschlossen, dass Renault bleibt." "Die jüngsten Details von den Formel-1-Teilhabern schenkten uns die Zuversicht, diese neue Herausforderung zu akzeptieren. Unser Ehrgeiz besteht darin zu gewinnen, selbst wenn es einige Zeit brauchen könnte." Den Durchbruch erreichten Jérôme Stoll (Leiter Verkauf und Marketing von Renault), Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und Donald Mackenzie (Geschäftsleiter der Investmentfirma CVC) bei Verhandlungen im Rahmen des WM-Finales von Abu Dhabi. SPEEDWEEK.com-Leser wissen: Renault-Chef Carlos Ghosn forderte von Bernie Ecclestone Sonderzahlungen, wie sie beispielsweise die Weltmeister-Rennställe Ferrari, McLaren, Williams und Red Bull Racing erhalten. Die Rede war von 100 Millionen Dollar. Die Rede war auch davon, dass Ghosn diese Zahlungen nicht – wie ursprünglich diskutiert – auf mehrere Jahre verteilt erhalten will. Dem Renault- und Nissan-Chef ist die Untersuchung der EU-Wettbewerbshüter nicht geheuer. Sollten die EU-Spezialisten befinden, dass diese Sonderzahlungen ungerecht sind und müsste Ecclestone seinen Verteilschlüssel umstellen, dann wären diese Boni gefährdet. Ghosn wollte den Betrag auch in einem Stück, um damit beim Kauf von Lotus kein Renault-Geld in die Hand nehmen zu müssen.
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Wie lange sich Renault verpflichtet hat, Formel-1-Sport zu betreiben, das sagt Carlos Ghosn nicht. Die Rede ist aber davon, dass die Franzosen bis 2024 unterzeichnet haben, also für neun Jahre. Renault soll wieder im gewohnten Renn-Gelb von früher antreten. Hauptgrund für die Rückkehr als Werksteam: Renault erhielt trotz vier WM-Titeln mit Red Bull Racing von 2010 bis 2013 zu wenig Publicity, wie ein einem Communiqué festgehalten wird. Dort steht: "Als volles Werksteam werden wir auch den maximalen Nutzen aus Siegen ziehn können. Das Echo als Motorlieferant war begrenzt." "Lotus war der bestmögliche Partner. Renault und LotusF1 kennen einander seit fünfzehn Jahren, mit dem Team aus Enstone wurden die WM-Titel 2005 und 2006 gewonnen. Die Entscheidung von Renault bestätigt, dass die Firma den Motorsport als wesentlichen Bestandteil der Markenidentität betrachtet." Details zum Renault-Comeback 2016 wird Carlos Ghosn im Januar 2016 verkünden.
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