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Ken Roczen: Besuch bei Suzuki-Präsident Toshihiro Suzuki in Hamamatsu

US-Supercross-Champion Ken Roczen besuchte das Suzuki-Hauptquartier in Hamamatsu und traf dort auch den Präsidenten sowie hochrangige Mitarbeiter. Außerdem würdigte er Suzuki-Ikone Eric Geboers.

Motocross

Im Artikel erwähnt


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Ende Juli unternahm US-Supercross-Champion Ken Roczen eine Reise nach Japan. Er besuchte den Suzuki-Firmensitz in Hamamatsu und wurde auch vom Chef persönlich empfangen: Toshihiro Suzuki. Der Thüringer überraschte den Suzuki-Boss mit seinem AMA-Championship-Plate und einem signierten Suzuki-Shirt, das er beim US-Supercross trug. Übrigens ist es reiner Zufall, dass Toshihiro Suzuki den Namen des Unternehmens trägt. Suzuki ist in Japan ein weit verbreiteter Nachname – ähnlich wie Müller, Meier oder Schulze im deutschsprachigen Raum.

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Meeting in der Chefetage

Die Tatsache, dass sich die Suzuki-Manager und Chefentwickler Zeit nahmen, um mit Ken Roczen zu diskutieren, kann als Zeichen interpretiert werden, dass sich das Management zumindest wieder mit den Fragen der Entwicklung im Offroad-Bereich auseinandersetzt. Zur Erinnerung: 2017 verabschiedete sich das Unternehmen plötzlich und unerwartet aus der Motocross-WM. Diese Entscheidung erfolgte kurz nach der Einführung der damals neuen RM-Z450. 2018 beendete Suzuki ihr Factory-Engagement in den USA. Schon einmal, im Jahre 1983, stieg Suzuki aus der Motocross-WM aus. 5 Jahre später, 1988, kehrte Suzuki mit Sylvain Geboers als Teamchef und Stefan Everts als Fahrer zurück. Ken Roczen gewann die Supercross-Meisterschaften mit einem Motorrad, das seit beinahe 10 Jahren nicht mehr nennenswert weiterentwickelt wurde. Die Suzuki RM-Z450 ist das einzige Motorrad im Feld, das noch mit einem Kickstarter in Betrieb gesetzt werden muss. Daher gab sich Ken selbst den Spitznamen 'Kickstart Kenny'.

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Suzuki: Perspektive mit glänzenden Aussichten

2016 hatte Stefan Everts von Sylvain Geboers das Suzuki-Werksteam übernommen und strategisch die Weichen für die Zukunft gestellt: Unter anderem hatte er einen gewissen Jett Lawrence unter seinen Fittichen und natürlich auch den älteren Bruder Hunter, der damals neben Jeremy Seewer schon in der MX2-WM am Start war. Aus heutiger Perspektive kann man sich gut ausmalen, welche Entwicklung das Suzuki-Werksteam von damals genommen hätte.

Ken Roczen: Kein Werksteam, trotzdem Champion

Der Titelgewinn von Ken Roczen ist umso bemerkenswerter, dass das Team HEP Progressive Suzuki kein offizielles Factory-Team ist. Diese Tatsache gab dem Team allerdings auch Freiheiten, die Factory-Teams oft nicht haben: Sie waren in der Auswahl der Teile und Komponenten völlig frei. Ob der Fahrer z.B. Fahrwerkskomponenten von Showa oder KYB einsetzt, spielte keine Rolle. Werksteams sind an dieser Stelle von unternehmenspolitischen Entscheidungen abhängig. Details dazu erfahren Sie im Interview mit Ken Roczens Vater Heiko Klepka.

Roczen würdigt Suzuki-Ikone Eric Geboers

Sylvain und Eric Geboers hatten besonders als Suzuki-Team-Manager enge Kontakte zum japanischen Mutterhaus. Speziell Eric hat Ken in seiner Entwicklung begleitet und unterstützt. In Hamamatsu hatte Eric ein Lieblingsrestaurant, wo es einen speziellen Whisky gab: «The Yamahazaki Single Malt Whisky», 12 Jahre alt, handsigniert 'Mr. 875', in Anlehnung an die Tatsache, dass Eric Geboers der erste Fahrer war, der in den Klassen 125, 250 und 500 ccm Weltmeister wurde (125+250+500 = 875). Eric Geboers verstarb 2018 bei einem tragischen Unfall beim Versuch, den ins Wasser gefallenen Hund zu retten.

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Wie Eric Geboers Ken Roczen förderte

«Es ist einfach unglaublich, dass dies Eric Geboers’ Lieblingsbar war», erklärte Ken Roczen bei seinem Besuch in Japan. «Eric und ich, wir kannten uns schon sehr lange. 2005 nahm er mich mit zu den Mini O’s in die USA und ermöglichte mir außerdem einen Besuch auf der Farm von Ricky Carmichael. Dort traf ich Ricky zum ersten Mal. Das ist eine großartige Erinnerung! Umso schöner ist es, Erics Unterschrift und seine Flasche in dieser kleinen Bar in Hamamatsu zu sehen.»

Wird sich Suzuki künftig stärker engagieren?

Die Frage, ob Suzuki ihr Rennprogramm reaktiviert und wieder in den Motorsport investiert, blieb bei dem Treffen natürlich unbeantwortet. Doch die Tatsache, dass sich der Präsident der Sache persönlich annimmt, lässt zumindest hoffen. Eine ikonische Marke wie Suzuki gehört in den Wettbewerb, auch wenn es vielleicht nicht dem heutigen Zeitgeist entspricht. Dass Suzuki die Leistungen von Ken Roczen offiziell würdigt, ist ein gutes Zeichen. Die Tatsache, dass Ken Roczen mit einem fast 10 Jahre alten Motorrad die kompetitivsten Meisterschaften des Globus gewinnen konnte, zeigt aber auch, auf welchem Qualitäts-Level der Hersteller aus Hamamatsu unterwegs ist. Doch Stillstand ist auf Dauer Rückschritt. Hoffen wir also, dass Suzuki durch den Erfolg von Ken Roczen Motivation schöpft, neue Produkte entwickelt und mit offiziellen Werksteams in den Wettbewerb zurückkehrt.

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