Massa: Das ist in der Formel E besser als in der F1

Von Mathias Brunner
Formel E
Felipe Massa

Felipe Massa

Felipe Massa hat in Saudi-Arabien sein Formel-E-Debüt gegeben. Dabei sprach er über die Vorzüge der Formel E gegenüber der Formel 1, seine Zukunftspläne und die vielen neuen Strecken.

Ende 2017 sagte Felipe Massa in Abu Dhabi «obrigado» und ging: Von Melbourne 2002 bis zur Insel Yas 2017 hat sich der Brasilianer in 269 WM-Läufen behauptet, 2008 hielt er sich im dramatischen WM-Finale von Interlagos bereits für den neuen Champion, er hatte eben als Sieger die Ziellinie gekreuzt, aber dann gelang Lewis Hamilton in der zweitletzten Kurve der letzten Runde jenes Überholmanöver, das dem Briten den Titel sicherte. Die Art und Weise, wie Massa damals eine solche Niederlage wegsteckte, auch das brachte ihm Sympathien im ganzen Fahrerlager ein.

Als elffacher Grand-Prix-Sieger und mit den besten Wünschen der Formel-1-Gemeinde tritt der 37jährige Brasilianer nun in der Formel E an, die am 15. Dezember in Riad (Saudi-Arabien) in die neue Saison gegangen ist.

Massa, bei Venturi für drei Jahre verpflichtet, kam auf Rang 14 ins Ziel, nachdem er im Rennen eine Durchfahrtsstrafe erhalten hatte, im Anschluss an den Auftaktlauf der Formel E gab es weitere Strafen, letztlich muss Massa mit Platz 17 vorliebnehmen. Felipe hatte ein so genannten Fanboost zu früh eingesetzt und zudem unerlaubt viel elektrische Energie verwendet.

Massa nach dem Rennen: «Mit meiner Leistung war ich ganz zufrieden, ich konnte einige Ränge gutmachen. Leider hat dann die Durchfahrtsstrafe alles zunichtegemacht. Ich bin happy mit meiner Darbietung und enttäuscht vom Resultat.»

Felipe über den Vergleich zwischen Formel E und Formel 1: «Was die Formel E für mich so interessant macht – ganz viele verschiedene Piloten haben eine Siegchance. Ich hoffe, ich werde auch einer davon sein! Zahlreiche Fahrer können hier Meister werden, das ist besser als in der Formel 1, die Rennen der Formel E sind richtig umkämpft.»

«Ich habe mich deshalb für die Formel E entschieden, weil ich mich hier längerfristig einbringen kann. Ich war nicht daran interessiert, nach meiner Zeit in der Formel 1 in eine Meisterschaft zu wechseln, wo ich nur ein Jahr antreten kann. Ich werde hier ein paar Jährchen fahren und meine Karriere geniessen.»

Felipe Massa tritt 2018 und 2019 bei 13 Rennen in 12 Städten an, das Finale findet im Juli 2019 in New York statt. Massa lacht: «Ich kenne von den ganzen Pisten nur Monaco, und auch dort fährt die Formel E lediglich auf dem halben Kurs der GP-Piste.»

Aber hat Felipe Massa wirklich Recht, was seine Einschätzung von Formel E und Formel 1 angeht? Wir haben uns die Rennen und die Sieger der beiden Kategorien mal angeschaut und die vergangenen vier Saisons analysiert.

Formel E und Formel 1 im Vergleich

Formel E 2017/18
12 Rennen
5 Sieger (Bird, Rosenqvist, Vergne, Abt, di Grassi)

Formel 1 2018
21 Rennen
5 Sieger (Vettel, Ricciardo, Hamilton, Verstappen, Räikkönen)

Formel E 2016/17
12 Rennen
5 Sieger (Buemi, di Grassi, Rosenqvist, Bird, Vergne)

Formel 1 2017
20 Rennen
5 Sieger (Vettel, Hamilton, Bottas, Ricciardo, Verstappen)

Formel E 2015/16
10 Rennen
5 Sieger (Buemi, di Grassi, Bird, d’Ambrosio, Prost)

Formel 1 2016
21 Rennen
4 Sieger (Rosberg, Verstappen, Hamilton, Ricciardo)

Formel E 2014/15
11 Rennen
7 Sieger (di Grassi, Bird, Buemi, da Costa, Prost, Piquet, d’Ambrosio)

Formel 1 2015
19 Rennen
3 Sieger (Hamilton, Vettel, Rosberg)

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