Joonas Kylmäkorpi: «Ich kann nur schlechter werden»

Von Ivo Schützbach
Langbahn-GP
Joonas Kylmäkorpi kommt als Nummer 1 nach Herxheim

Joonas Kylmäkorpi kommt als Nummer 1 nach Herxheim

Vor fünf Jahren fuhr der vierfache Langbahn-Weltmeister Joonas Kylmäkorpi letztmals in Herxheim. Was er sich für den ersten Grand Prix am Vatertag vorgenommen hat.

Als erster Fahrer in der Geschichte der Langbahn-WM hat der Finne Joonas Kylmäkorpi vier Titel in Folge errungen. Und das, obwohl er außerhalb der Weltmeisterschaft so gut wie keine Langbahnrennen fährt. SPEEDWEEK.com traf sich mit ihm zum großen Interview.

Du hast dich auf diese Saison anders vorbereitet als in den letzten Jahren?

Ende letztes Jahr bin ich nach Andorra umgezogen und habe mein komplettes Trainingsprogramm umgestellt. Während des Winters habe ich viel mit anderen Motorsport-Profis trainiert, die auch in Andorra leben. Ich war in Spanien beim Rennrad- und Skifahren. Ich fuhr Motocross, Trial, Enduro und Supermoto, jeden Tag bin ich auf dem Motorrad gesessen. Normal legen Speedway-Fahrer während des Winters eine lange Pause ein, weil wir im Sommer so beschäftigt sind. Aber ich laufe auf Vollgas und genieße meinen neuen Lebensstil.

Was hast du dir für dieses Jahr vorgenommen? Den fünften WM-Titel?

Genau. Ich habe mein Team umgestellt und den Rahmenhersteller gewechselt, um die Sache interessant zu halten. Ich will etwas Neues probieren und habe jetzt Rahmen von Ralf Greissing. Er hat schon die Chassis für Gerd Riss gebaut. Mit meinem alten Material wäre alles wie bisher. Der Wechsel soll meiner Motivation einen Extraschub geben.

Normal heißt es «never change a winning team».

Das stimmt, das sollte man nicht tun. Wenn Sachen zu einfach werden, fällt man aber leicht in ein Tief. Einfach ist das falsche Wort, aber ich bin jetzt viermal in Folge Weltmeister, deshalb musste ich etwas ändern.

Ist dir bewusst, dass du der erste Langbahn-Fahrer bist, der viermal in Folge die WM gewann?

Klar, das ist super für mich und hat einiges an extra Aufmerksamkeit gebracht. Viermal in Folge zu gewinnen ist schwierig. Wenn ich dieses Jahr den fünften Titel gewinne und dann aufhöre, dann dauert es mindestens sechs Jahre, bis einer meinen Rekord schlägt – falls das je einer schafft.

Interessiert dich Statistik?

Alles im Leben dreht sich um Statistik.

Also weißt du auch, dass du jetzt auf dem gleichen Level wie Karl Maier und Robert Barth bist und dir nur noch ein Titel zu Simon Wigg fehlt?

Ich habe dieses Jahr nur ein Ziel und das heißt gewinnen. Alles andere wäre eine Enttäuschung. Wenn du Weltmeister bist, gibt es nur einen Weg. Entweder du hältst deine Leistung oder du baust ab. Ich kann nur schlechter werden, besser geht nicht.

Was hast du dir gedacht, als du mitbekommen hast, dass Martin Smolinski keinen Langbahn-GP fahren kann, weil er jetzt im Speedway-GP ist?

Für mich ist es enttäuschend, dass Martin nicht dabei ist. Er war immer ein guter Gegner und ich liebe es ihn zu schlagen. Jetzt kann ich das nicht mehr.

Wie viele offene Langbahnrennen wirst du dieses Jahr fahren?

Wie es heute aussieht keines. Ich würde gerne. Aber erstens hat mich niemand kontaktiert und zweitens müssten sie mir ein gutes Angebot unterbreiten. Ich kann einen guten Zahltag in Polen nicht für ein Rennen in Deutschland oder Frankreich aufgeben, wo ich für alles bezahlen muss.

Wie beurteilst du die Arbeit von Race-Director Thierry Bouin?

Vieles im Langbahn-GP geht in die richtige Richtung. Ich habe mit Bouin keinerlei Probleme. Das bedeutet, dass es nicht so schlecht sein kann, weil ich ein Problem damit habe, wenn etwas nicht funktioniert. Natürlich gibt es Raum für Verbesserungen, wenn man den Langbahn- mit dem Speedway-GP vergleicht. Das Umfeld lässt sich aber nicht an einem Tag ändern.

Was hast du dir für den ersten Grand Prix in Herxheim vorgenommen?

Ich will ihn gewinnen. Vor fünf Jahren war ich dort zum letzten Mal. Ich weiß nicht mal mehr, wie ich damals abschnitt.

Du wurdest Vierter hinter Gerd Riss, Sirg Schützbach und Richard Speiser.

Die Strecke in Herxheim ist technischer als die meisten anderen Langbahnen, mit den zwei unterschiedlichen Kurven. Eine schwierige Strecke.

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