Langbahn-GP

Speiser über Smolinski: «Der Megaboom blieb aus»

Von - 03.03.2015 10:12

Nach seinem schweren Unfall in Marmande im Juli 2014 hat Richard Speiser die Bahnsportszene stets aufmerksam verfolgt. Was der Vizeweltmeister von 2011 zu Erik Riss, Martin Smolinski und dem Langbahn-GP sagt.

Anfang Februar hat Richard Speiser mit nur 27 Jahren seinen Rücktritt erklärt. «Ich habe lange überlegt – aber ich werde keine Rennen mehr fahren», sagte der Allgäuer damals. «Ich bin froh, den Unfall mit so wenig Schaden überstanden zu haben, und es gibt ein paar Dinge, die mich an der Szene stören. Es mangelt zum Beispiel an Gerechtigkeit und Fairness. Betrug bleibt ohne Konsequenzen, auch wenn er offensichtlich ist. Mich dafür dem großen Risiko und dem Stress auszusetzen, sehe ich nicht mehr ein.»

SPEEDWEEK.com sprach mit ihm über die deutschen Überflieger sowie den Zustand des Langbahn-Grand-Prix.

Was sagst du zu Langbahn-Weltmeister Erik Riss?

Gleich den Titel einzufahren ist sehr beachtlich und wohl einmalig. Auch wenn er das Team, das ganze Material und die Erfahrungen von seinem Multiweltmeister-Vater übernommen hat, das Können und die psychische Stärke kann er nicht übernehmen. Die guten Gene haben ihm sicherlich sehr geholfen.

Und zu den Leistungen von Martin Smolinski im Speedway-GP?

Ich habe es etwas verfolgt, die Ergebnisse und die vielen Diskussionen – es ist ja auch im Internet publiziert worden. Leider blieb der versprochene Megaboom aus.

Mit vier Langbahn-GP 2015: Siehst du die Serie eher im Aufwärts- oder Abwärtstrend?

Es ist sehr schwer zu sagen. Im Rahmen der Möglichkeiten ist genug gemacht worden. Das System wiederholt zu ändern bringt nichts. Was fehlt, ist eine ordentliche Vermarktung. Es müsste eine gute Lobby dahinterstehen, die auch die richtigen Kontakte hat. Es fehlt eine große Firma im Hintergrund, die sich mit der Thematik auskennt. Der Sport an sich ist Klasse und würde sich auch gut im Fernsehen verkaufen lassen. Nur müsste es dafür erst einmal vorhanden sein und der Sport auf den richtigen Sendern präsent sein. Da sehe ich die großen Probleme. Ohne die richtigen Firmen im Hintergrund bleibt es eine Randsportart.

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