Rossi-Bruder Luca Marini: Noch 2017 aufs GP-Podest?

Von Maria Pohlmann
Moto2

Luca Marini ist nicht nur der Halbbruder von Valentino Rossi, sondern selbst ein grosses Talent, was er in diesem Jahr mit starken Leistungen bereits deutlich bewiesen hat.

Obwohl Luca Marini (geboren am 10. August 1997) bei den letzten drei Rennen nicht gepunktet hat, liegt er bei WM-Halbzeit mit 41 Punkten auf dem zwölften WM-Rang. Nach seinem Sturz in Le Mans klagte der Forward-Kalex-Pilot über Probleme mit der linken Schulter, deshalb trat er in Barcelona und auf dem Sachsenring nicht an – zu starke Schmerzen. In Assen stürzte Marini in der zweiten Runde.

Aber: Fünfter in Jerez, Sechster in Katar und Mugello – das sind Leistungen, die man vom 19-jährigen Talent nicht erwartet hat.
Denn im Vorjahr schaffte Luca nur den 23. Gesamtrang mir 34 Punkten, obwohl er bereits 2016 sein Können mit einem sechsten Platz aufblitzen ließ.

Nachdem er 2016 ein erstes Moto2-Jahr in der Weltmeisterschaft verbracht hatte und Rennen für Rennen alle Informationen in sich aufsog, die es zu lernen gab, zeigt Marini seit Beginn dieser Saison seine wahre Klasse. Mit seinen starken Leistungen und seiner einzigartigen Persönlichkeit macht sich der Italiener nach und nach selbst einen Namen.

SPEEDWEEK.com traf den talentierten Nachwuchsfahrer zum Interview.

Luca, wie lief deine Saison bisher?

Ich bin sehr glücklich über diese Saison und sehe deutlich, dass ich mich im Vergleich zum letzten Jahr enorm gesteigert habe. 
Die Arbeit im Forward Racing Team und auch an mir selbst war und ist sehr wichtig – im Winter, zu Beginn der Saison und jetzt während der Saison auch. 
Ich habe viel gearbeitet und versucht, alles im Detail vorzubereiten. Besonders in der Moto2-WM ist das notwendig, denn die Fahrer sind alle sehr schnell und die Motorräder sehr ähnlich, daher ist es sehr wichtig auf die Details zu achten, die am Ende den Unterschied machen. Ich denke, dass ich bisher großartige Ergebnisse einfahren konnte, aber nun muss ich noch mehr arbeiten, denn ich muss einen weiteren Schritt machen, um schließlich um die Plätze auf dem Podium kämpfen zu können.

Mit besseren Ergebnissen steigt sicher auch das Interesse an dir, oder?

Da muss ich ehrlich sagen, dass die italienischen Rennen in Mugello und Misano für mich die schönsten, aber gleichzeitig auch die schwierigsten Veranstaltungen sind. Es kommen unheimlich viele Leute hin, es gibt tausende Autogramme zu schreiben und noch mehr Fotos zu machen. Aber auch das gehört eben zu unserem Job, zu unserem Spiel, und ist deshalb wichtig. Ich bin sehr glücklich, dass mich in diesem Jahr mehr Leute als Luca Marini kennen. Das ist mir persönlich sehr wichtig und freut mich. Ich werde versuchen, in der zweiten Saisonhälfte noch besser zu sein.

Was ist dein Ziel in dieser Saison?

Das Ziel in dieser Saison ist einfach, mich noch weiter zu verbessern. Ich will von jeder Session, von jedem Rennen lernen, denn ich muss noch immer diesen einen weiteren Schritt gehen. Ich denke, dass mir der Schritt aufs Podium schon in diesem Jahr gelingen kann, aber dafür muss ich viel arbeiten, noch mehr als bisher – es bleibt auf jeden Fall mein Ziel. Insgesamt wäre es toll, wenn ich die Saison unter den Top-10 beenden könnte, vielleicht sogar unter den Top-8. Diese guten Ergebnisse mit Konstanz nach Hause zu bringen, wird dabei sicher hilfreich sein.

Was machst du zwischen den Rennen?

Trainieren, viel trainieren. Momentan ist es in Italien sehr heiß, also gehe ich manchmal auch ans Meer, um mich ein bisschen auszuruhen. Dennoch gehe ich jeden Tag ins Fitnessstudio und am Samstag sind wir auf der Ranch. Auch dort habe ich mich sehr verbessert und bin jetzt sehr stark. Vor ein paar Wochen ist ‚Balda’ (Lorenzo Baldassarri, Teamkollege, Anm.) einen neuen Rundenrekord gefahren. Ich war aber nicht weit hinter ihm. 
Es ist immer ein toller Kampf gegen die anderen Jungs auf der Ranch.

Wie sehr hilft dir Valentino Rossi?

Er ist sehr wichtig, nicht nur für mich, sondern auch für die anderen Fahrer der V46-Academy. Denn wenn du einen Ratschlag brauchst, ist er immer da und versucht dir zu helfen. Seine Tipps sind sehr gut – jedes Mal – und das nicht nur in der Motorradwelt, sondern im ganzen Leben. 
Ich habe das Gefühl, dass unser Verhältnis immer enger wird. Das gefällt mir sehr und ist eine gute Sache. Valentino hilft uns sehr. Aber gleichzeitig helfen wir auch ihm sehr, denke ich. Wir helfen ihm schnell zu bleiben, jung zu bleiben und sich weniger Gedanken zu machen über die alltäglichen Probleme des Lebens. Das ist großartig.

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