Danny Kent: Die letzte Chance für den Ex-Weltmeister?

Von Frank Aday
Moto2

Ex-Moto3-Weltmeister Danny Kent hat erkannt, dass er in der Vergangenheit zu wenig an seiner Fitness gearbeitet hat. Speed Up-Boss Luca Boscoscuro sorgte dafür, dass Kent einen strengen Trainer erhält.

Mit Fabio Quartararo und Ex-Moto3-Weltmeister Danny Kent engagierte Speed Up-Boss Luca Boscoscuro ohne Zweifel zwei sehr talentierte Fahrer. Boscoscuro ist davon überzeugt, dass Ex-Moto3-Weltmeister Danny Kent nun ausreichend an seiner Fitness arbeitet, um auch in der Moto2-Klasse erfolgreich zu sein. Bislang gelangen Kent in der Moto2-Klasse stets einzelne schnelle Runden, aber seine Pace ließ zu wünschen übrig. «Ja, aber ich hoffe, dass dies ein Problem der Vergangenheit ist. Er arbeitet nun eng mit einem Personaltrainer zusammen. Seine körperliche Verfassung ist nicht schlecht, sie wurde schon viel besser», versicherte Boscoscuro vor Saisonbeginn gegenüber SPEEDWEEK.com.

Nach den ersten drei Moto2-Rennen 2018 hat Kent nur vier Punkte durch Platz 12 in Argentinien auf dem Konto. Dort startete er von Platz 3. «Das letzte Jahr war seltsam für mich, denn den Großteil meines Lebens verbrachte ich damit, Rennen zu fahren. 2017 fuhr ich nur vier Rennen im gesamten Jahr. Das war sehr seltsam», berichtet Kent, der sich beim Austin-GP der Saison 2017 von Kiefer Racing getrennt hatte. Danach absolvierte er zwei Einsätze für das Moto3-Team von Aki Ajo.

Doch so stand Kent Zeit zur Verfügung, um sich auf die Anforderungen der Moto2-Saison 2018 vorzubereiten. «Ich habe mich an die Arbeit gemacht. Schon im August verbrachte ich die meiste Zeit in Neapel. Ich bereitete schon alles vor, um in Hinsicht auf die Fitness aufzuholen. Ich trainierte jeden Tag zwei Mal. Ich habe nun den Trainer, der die letzten Jahre mit Simone Corsi arbeitete. Den Kontakt erhielt ich durch Luca [Boscoscuro], denn Simone fuhr 2017 noch für ihn. Im August absolvierte ich einen Test in Aragón mit den Jungs und reiste dann nach Neapel, um dort einen Fitnesstest zu absolvieren. Ab diesem Zeitpunkt mietete ich mir dort eine Wohnung.»

«Simone schlug ihn Luca vor, dann gab Luca den Kontakt an mich weiter. Er ist ein guter Kerl. 1990 nahm er sogar an den olympischen Spielen teil. Er ist kein Läufer, sondern war in der Disziplin des Gehens dabei. So nennen sie es, aber die Geschwindigkeit ist schneller als beim Laufen.»

Wie sah Kents Trainingsprogramm nun aus? «Ein bisschen von allem, aber hauptsächlich laufe ich. Mehr oder weniger jeden Morgen musste ich zwischen 45 und 90 Minuten laufen. Manchmal sogar 20 Kilometer. Aber viel davon war sehr langsames Laufen. Es fühlte sich an, als würde ich nicht arbeiten. Es war Herzfrequenztraining. Jeden Tag. Am Abend gingen wir dann in das Fitnessstudio, um an meiner Kraft zu arbeiten. Zudem fuhr ich viel Motocross, was ich in der Vergangenheit nie gemacht habe. Ich fuhr meinen Kleinbus von Großbritannien nach Neapel. Es dauerte zwei Tage. Dann folgte viel Motocross-Training.»

Kent hatte schon Alternativen in Aussicht, falls in der Moto2-WM kein Platz für ihn gewesen wäre. «Es gab Gespräche mit Teams aus der Supersport-WM. Ich dachte, dass es in der Moto2-WM wegen meiner Resultate und meiner Chancen zuvor schwierig wird. Also suchte ich nach Alternativen. Wir sprachen mit Pucetti. Sie fragten mich sogar, ob ich die letzten vier Supersport-WM-Rennen 2017 fahren wolle. Wir waren uns schon fast einig, als ich dann aber den Vertrag mit Luca unterzeichnete. Zudem gab es eine Möglichkeit in der Britischen Superbike-Meisterschaft (BSB). Doch natürlich wollte ich lieber im GP-Sport bleiben», berichtete Kent gegenüber «crash.net».

Ist das nun deine letzte Chance in der Moto2-WM? «Ich muss realistisch sein. Wie ich sagte, ich weiß schon, wie viel Glück ich mit diesem Platz habe. Wenn ich natürlich keine guten Resultate zeige, dann wird es unmöglich, wenn ich nicht 500.000 Dollar in ein Team mitbringe. Dieses Jahr ist also sehr wichtig. Ich habe einen Zwei-Jahres-Vertrag mit dem Team. Aber manchmal bedeuten Verträge in diesem Paddock nichts», ist Kent bewusst.

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