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Domi Aegerter und MotoGP: «Nicht hinterher fahren»

Der Schweizer Moto2-Pilot Dominique Aegerter aus dem Technomag-Team will seinen Aufstieg in die Königsklasse verschieben. Die Aussicht auf eine FTR-Kawasaki reizt ihn absolut nicht.

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Dominique Aegerter hat bei den letzten zwei WM-Rennen insgesamt nur zwei Punkte eingesammelt, deshalb ist ihm sein Gegner um den dritten WM-Rang inzwischen weit enteilt: Rookie Maverick Viñales aus dem Páginas Amarillas-Team von Sito Pons liegt bereits 38 Punkte vor ihm.

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Beim Catalunya-GP reichte es nach der Kollision mit Jordi Torres nur für Platz 14, in Assen kam Aegerter nach dem misslungenen und nicht ganz verständlichen Reifenpoker (Slick hinten) nur auf Platz 21.

Obwohl Aegerter noch keinen Moto2-WM-Lauf gewonnen hat, überlegt der Schweizer Technomag-carXpert-Teammanager Fred Corminboeuf mit seinem Moto2-Rennstall einen Aufstieg in die Königsklasse.

Für so ein Projekt werden rund 5 Millionen Euro benötigt. Corminboeuf verhandelt zum Beispiel mit dem spanischen Avintia-Kawasaki-Team, das seine völlig unbrauchbaren FTR-Kawa verscherbeln will.

Bisher ist dieser MotoGP-Plan auf wackligen Beinen, denn erstens existiert kein Teamplatz, zweitens lässt sich kein Spitzenfahrer auf eine FTR-Kawasaki locken, drittens fehlt das Budget, viertens würde Domi Aegerter sofort abspringen.

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Einen Startplatz kann in der MotoGP allerdings jeder bekommen, wenn er auf die Dorna-Zuschüsse verzichtet – das sind aber rund 1 bis 1,2 Millionen Euro pro Fahrer.

Zwischen Aegerter, Corminboeuf und Domis Manager Dr. Robert Siegrist kam es wegen des MotoGP-Tests vom 16. Juni auf der Avintia-Kawasaki in Barcelona zu Unstimmingkeiten. Sie wurden ohen Rücksprach mit Siegrist vereinbart.

Domi Aegerter hat mit dem FTR-Kawa-Gerät beim Barcelona-Test 4,6 sec auf die Bestzeit verloren.

"Ich will nicht hinterher fahren", stellte Domi Aegerter im Gespräch mit SPEEDWEEK.com trocken fest. "Ich würde sicher nicht mit diesem Motorrad in die MotoGP-WM aufsteigen. Man sieht ja, wo Barbera und di Meglio damit rumfahren. Ausserdem will ich 2015 noch ein Jahr im der Moto2-WM fahren – und um den Titel fighten."

Aber Aegerter hat davon Wind bekommen, dass sein Teammanager Fred Corminboeuf mit der MotoGP liebäugelt. "Ja, ich habe diese Gerüchte gehört. Daraufhin habe ich sofort Technomag-Chef Olivier Métraux angerufen. Er wusste nichts davon. Dann war ich beruhigt..."

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"Es ist nichts entschieden wegen MotoGP. Aber ich halte mir alle Türen offen", erklärte Fred Corminboeuf gegenüber SPEEDWEEK.com. "Besonders nach einem Moto2-Rennen wie in Assen."

Am Samstag landete Domi Aegerter bei der Dutch-TT wegen eines misslungenen Reifenpokers auf Platz 21, Teamkollege Robin Mulhauser auf Rang 27.

Aegerter: Erst Siege, dann MotoGP

Dr. Robert Siegrist will Aegerter noch ein Jahr in der Moto2-Fahren lassen, was ganz im Sinne des Fahrers ist. Dr. Siegrist: "Ein Aufstieg in die MotoGP macht nur Sinn, wenn du in der Moto2-WM unter den ersten drei bist und Rennen gewonnen hast. Sonst bekommst du kein konkurrenzfähiges Material." Für 2015 sind ohnedies keine lukrativen MotoGP-Plätze mehr verfügbar, ein Zuwarten bis 2016 erscheint deshalb doppelt sinnvoll.

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Ob Aegerter bei Technomag-CarXpert bleibt, erscheint höchst fraglich. Er wollte schon für 2014 von Suter auf Kalex umsteigen, doch das Team versäumte die Bestellfrist. Und jetzt rüstet Kalex bereits 16 Fahrer aus, deshalb wurde beim deutschen Hersteller aus Bobingen festgelegt: Wer 2015 neu dazukommt, muss mit Material des Jahrgangs 2014 fahren. Auch nicht sonderlich reizvoll für einen Topfahrer wie Aegerter, der bisher vier Moto2-Podestplätze erreicht hat.

Technomag-Chef Olivier Métraux finanziert die GP-Karriere von Aegerter seit dessen GP-Debüt 2006 in Portugal. Sein Vater Michel Métraux gründete die Teamvereingung IRTA und besass mehr als 20 Jahre lang ein GP-Team mit Fahrern wir Michel Frutschi, Jacques Cornu, Pierreo Bolle, Heinz Lüthi und so weiter. Er liess von Ing. Jörg Möller sogar eine eigene Rennmaschine bauen – die Parisienne 250.

Der kampfstarke und beständige Domi Aegerter, der in der Schweiz sogar Tom Lüthi den Rang abgelaufen hat, könnte sich deshalb ein etabliertes Kalex-Team suchen – wie zum Beispiel Marc VDS Racing oder Italtrans. Schon für 2014 gab es Verhandlungen mit Caterham und Gresini.

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