Kalex in der Moto2: Freiwillige Selbstbeschränkung?

Von Günther Wiesinger
Moto2
23 von 31 Stammfahrern in der Moto2-WM 2015 sitzen auf einer Kalex

23 von 31 Stammfahrern in der Moto2-WM 2015 sitzen auf einer Kalex

Kalex-Chef Alex Baumgärtel könnte sich vorstellen, einen Teil seiner Kunden an Suter abzutreten. «Ich hätte nichts dagegen, wenn sich die Hersteller untereinander absprechen», sagt er.

Die Schweizer Firma Suter Racing Technology hat in der Moto2-WM die Marken-WM zweimal gewonnen, dazu 2012 die Fahrer-Weltmeisterschaft mit Marc Márquez.

Noch 2014 siegten Domi Aegerter und Tom Lüthi insgesamt dreimal auf Suter, aber jetzt spielt dieses Fabrikat in der Moto2-WM keine Rolle mehr. Die letzten Suter-Mohikaner Alt und Zaidi (er wird jetzt von Wilairot ersetzt) tummeln sich auf den hintersten Plätzen.

Bedauert Kalex-Designer Alex Baumgärtel die Abwesenheit des ehemaligen Erzrivalen bei den Spitzenteams?

«Ja, natürlich ist das ein bisschen schade, weil Suter eine Firma ist, die die Moto2-WM mit aufgebaut hat», sagt der deutsche Motorradhersteller. «Ich habe auch schon mit Suter-Konstrukteur Alex Giussani darüber gesprochen, wie man die Situation für 2016 eventuell ein bisschen balancieren könnte. Ich hätte nichts dagegen, wenn sich die ganzen Hersteller untereinander absprechen, damit das Chassis-Thema wieder etwas bunter wird oder bunt bleiben kann. Monokulturen gehen von selber unter, das wissen wir aus der Geschichte.»

Will Baumgärtel mit Einwilligung von Dorna, FIM und IRTA ene durchaus revolutionäre Idee der freiwilligen Selbstbeschränkung durchsetzen? Will er erreichen, dass jedem renommierten Moto2-Hersteller eine gewisse Mindeststückzahl an Fahrern und Teams zugeschanzt werden? Würde Kalex sogar freiwillig Kunden abgeben?

Baumgärtel: «Natürlich braucht man als Firma eine gewisse Kapazität. Und auch eine gewisse Qualität. Das heisst: Man sollte eine minimale und eine maximale Ausstattungsmenge festlegen.»

Natürlich möchte sich Kalex nicht zwingen lassen, von den 23 aktuellen Fahrern ein paar Top-Ten-Fahrer freiwillig an Suter oder Speed-up abzutreten.

Über solche Details wurde bisher nicht gesprochen.

«Wie sich so eine Vereinbarung schliesslich in die Tat umsetzen lässt und wie man das arrangiert, muss man sehen», meint Alex Baumgärtel. «Das ist natürlich Business. Jeder ist auf Erfolg angewiesen. Die Moto2 ist die einzige P-Klasse, in der man als Hersteller von seinen Einnahmen leben muss. In der Moto3 und MotoGP können die Werke die Renneinsätze mit den Marketingetats fördern und finanzieren. Wir man so eine Idee am Schluss umsetzen kann, weiss ich wirklich nicht.»

Baumgärtel kann sich vorstellen, dass der Markt diese Situation von selber regelt. «Wenn sich Lowes, West und Simón bei den nächsten Rennen positiv darstellen, könnte es für 2016 einen Run auf Speed-up-Bikes geben. Dann könnten sie statt drei sieben Fahrer einsetzen, dann laufen uns ein paar Kunden weg... Dann werden wir uns natürlich bemühen, die stärksten Teams und Fahrer zu behalten.»

In der Moto3-WM muss jeder Hersteller mindestens zwölf Fahrer ausrüsten, wenn die Nachfrage besteht.

«Aber eine Maximal-Anzahl ist auch in der Moto3 nicht festgelegt», gibt Baumgärtel zu bedenken. «Wirtschaftlich ist es kein grosser Erfolg für uns, wenn wir jetzt mehr Fahrer auf Vorjahresmaschinen haben. Denn die Teams haben sich bei den letztjährigen Kalex-Teams mit gebrauchten Maschinen eingedeckt, wir müssen sie aber trotzdem betreuen. Das heisst, du fliegst trotzdem mit Technikern und Material um die Welt.»

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