Pit Beirer (KTM): Auf einem Umweg zurück zum Erfolg?

Von Günther Wiesinger
Moto3
Pit Beirer in der KTM-Box

Pit Beirer in der KTM-Box

KTM hat 2017 nur eines von 18 Moto3-WM-Rennen gewonnen. Für 2018 wurde kein Topfahrer von Honda weggekauft, aber es werden Talente wie Foggia, Ramirez, Binder und Masia für die Zukunft aufgebaut.

KTM hat in der Moto3-Weltmeisterschaft 2017 nur einen Sieg gefeuert – dank SKY VR46-Pilot Andrea Migno in Mugello.

Für 2018 ist das Kontingent auf 15 Fahrer erhöht worden, denn alle zwei Mahindra-Teams (Pull & Bear Aspar und CIP) und Saxoprint Peugeot sind auf KTM umgestiegen. Und mit Reale Stylobike (Loi) kommt ein neues Team in die WM.

Dafür fällt bei Ajo ein Fahrer weg, AGR ist ausgestiegen.

Aber KTM wollte eigentlich neue Siegfahrer an sich binden und sich breiter aufstellen. Aber es ließ sich kein Titelanwärter von Honda weglocken – kein Martin, kein Giannantonio, kein Bastianini, die alle schon für Red Bull KTM unterwegs waren, im Red Bull Rookies-Cup. Auch Aron Canet blieb bei Honda, die zwei WM-Ersten Joan Mir und Romano Fenati steigen in die Moto2-Klasse auf.

Wer kann bei KTM die WM gewinnen? Bulega, Migno, Bezzecchi, Öttl, Ramirez, McPhee, Loi, Rodrigo oder Darryn Binder?

Pit Beirer, Motorsport-Direktor von KTM, freut sich zwar über rund 280 WM-Titelgewinne bei KTM und bisher 76 Strassen-GP-Siege.

Aber er blickt ernüchtert auf die Moto3-Ergebnisse der Saison 2017. Als bester KTM-Pilot kam Marcos Ramirez auf den achten WM-Rang!

Dabei hat KTM seit 2012 jedes Jahr um den Titel gefightet, drei Fahrer-WM-Titel gewonnen mit Cortese 2012, Viñales 2013 und Brad Binder 2016, dazu viermal die Konstrukteurs-WM.

Unvergesslich die Siegesserie 2013/2014, die 27 Rennen lang anhielt und Honda zur Verzweiflung brachte.

«Wir haben in dieser Saison jedes Jahr eine übergebraten bekommen. Deshalb konnten wir am Jahresende kein Wunschkonzert veranstalten und sagen, wir möchten jetzt diesen oder jenen Fahrer, dann gewinnen wir wieder. Wir mussten unsere Situation analysieren und unser Motorrad in manchen Details besser zu gestalten, um es den jungen Fahrern einfacher zu machen. Und wir haben versucht, junge Fahrer suchen, die man kriegen kann und für die Zukunft aufbauen kann. Es kommt jetzt zum Beispiel Junioren-Weltmeister Dennis Foggia zu uns, dazu ist es uns mit sehr viel Nachdruck gelungen, Marcos Ramirez im Team von Fiorenzo Caponera zu halten, weil wir ihn als großes Talent sehen. Ich glaube, dass sich auch Darryn Binder unter Aki Ajo super entwickeln kann. Mit Masia und Bezzecchi gibt es ein paar weitere vielversprechende Talente. Aber wir wollten nicht mit der Geldtasche einen Topfahrer wie Martin oder Bastianini zu uns zurückkaufen. Diese Fahrer fühlen sich momentan stark auf der Honda, sie fühlen sich in ihren Teams wohl. Wir wollten sie nicht mit Geld überreden, sondern haben es vorgezogen, unser Motorrad von der Basis her besser zu machen und die besten jungen Fahrer an uns zu binden. Dann schauen wir uns an, wo wir mit diesem Konzept in zwei, drei Jahren stehen. Wir wollten uns nicht mit der Brechstange und viel Geld für nächstes Jahr den Titel kaufen, sondern lieber unsere Hausaufgaben machen und definitiv die Fahrer mit Zukunft engagieren und womöglich bei unserer Rückkehr zum Erfolg einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.»

Hat Pit Beirer bei der Aufzählung der Talente den Namen Philipp Öttl vergessen? Was traut er dem Spielberg-GP-Zweiten und WM-Zehnten in seiner sechsten Moto3-Saison zu?

Beirer: «Philipp ist natürlich eine feste Größe in unserem Moto3-Aufgebot. Ich gebe aber ehrlich zu, dass es meine Empfehlung war, dass er sich für 2018 in Richtung Moto2 weiterentwickeln sollte. Er kriegt natürlich auch für die Moto3 weiter unsere volle Unterstützung. Von der Erfahrung her ist er natürlich auch ein Podiumskandidat. Philipp könnte von der Körpergröße und vom Fahrkönnen her auch in der Moto2 viel herausholen. Wenn du ein gutes Fahrkönnen hast, kannst du als Fahrer in der Moto2 viel eher den Unterschied ausmachen. In der Moto3-Klasse flitzen manchmal 15 oder 19 Fahrer innerhalb von acht Sekunden über den Zielstrich. Wie willst du da den fahrerischen Unterschied darstellen? Das ist mit dem Moto3-Motorrad extrem schwer. In der Moto2 kannst du bei entsprechendem Können aus eigener Kraft einen sechsten oder siebten Platz herausholen – und nicht durch Windschattenspiele. Wenn Philipp weiterkommen will, muss er irgendwann Moto2 fahren.»

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