Moto3-WM: Bisher wurde kein Motor «geclaimt»

Von Günther Wiesinger
Moto3
KTM-Moto3: Bisher wurde kein Motor geclaimt

KTM-Moto3: Bisher wurde kein Motor geclaimt

In der Moto3-WM wird die Chancengleichheit gross geschrieben. Deshalb dürfen gegnerische Motoren geclaimt werden. Aber niemand hat Interesse daran.

Haben Sie das gewusst? Auch in der Moto3-Saison 2013 besteht die Möglichkeit für gegnerische Teams, einen 250-ccm-Einzylinder-Viertakt-Motor der Konkurrenz zu «claimen», also zu kaufen.

Bekanntlich wurde für die Moto3-WM ein maximaler Kaufpreis für die Motoren von € 12.000.– festgeschrieben.

Damit nicht irgendein erfolgshungriger Hersteller ein Hightech-Triebwerk zu exorbitanten Kosten entwickelt, wurde im Reglement eine «Claiming Rule» vorgeschrieben. Jedes in der Moto3-WM ganzjährig vertretene Team hat das Recht, nach einem Rennen den kompletten Motor eines anderen Teams zum Preis von € 12.000.– zu «claimen» oder zu kaufen.

Es dürfen aber von jedem Fahrer maximal drei Motoren pro Saison gekauft werden. Genau genommen darf pro Saisondrittel ein Triebwerk handstreichartig beschlagnahmt werden. Das erste Drittel dauerte zum Beispiel 2012 vom ersten Grand Prix bis 18. Juni, das zweite vom 19. Juni bis 31. August, das dritte vom 1. September bis 30. November. Vom selben Fahrer darf maximal ein Motor in einer Saison gekauft werden. Kein Team darf mehr als drei Motoren pro Saison kaufen. Alle «Claims» bedürfen der Zustimmung der Race Direction. Die Motoren müssen die offiziellen Siegel aufweisen und müssen zwei Stunden nach dem Rennen bei der Technischen Abnahme angeliefert werden.

Die Vorgangsweise für einen Claim ist ähnlich wie in der MotoGP-Klasse. Ein Team, das einen Claim plant, muss die Race Direction nach dem Rennbeginn schriftlich über seine Absichten informieren. Kommt es zu mehr als einer Kaufabsicht, wird der erste Antrag berücksichtigt. Die anderen werden missachtet.

Wenn alle erwähnten Vorschriften eingehalten wurden, wird die Race Direction den Technical Director Danny Aldridge bitten, das strittige Triebwerk unmittelbar nach der Zieldurchfahrt zu identifizieren. Danach wird es dem gegnerischen Team ausgehändigt. Die Teamvereinigung IRTA stellt die pünktliche Bezahlung der € 12.000.– sicher.

Fahrer und Teams, die auf diese Weise einen der acht erlaubten Motoren einbüssen, dürfen beim nächsten Grand Prix ein zusätzliches Triebwerk in Betrieb nehmen.

KTM verfügte 2012 über die stärksten Moto3-Motoren, es wurde aber in der Saison 2012 kein Antrag für einen «Claim» eingebracht. Auch 2103 gab es noch keinen diesbezüglichen Wunsch eines Teams.

Schummeleien sind nicht zu verhindern
Im Reglement ist vorgeschrieben, dass jeder Hersteller neue Leistungsteile sofort an alle Fahrer des jeweiligen Werks ausliefern muss. So sollte die Chancengleichheit gewährleistet werden. Daran hielten sich 2012 weder Honda noch KTM, zumindest nicht zu jeder Zeit. Und Technical-Director Danny Aldridge konnte diese kleinen Schummeleien aus Zeitmangel nie ernsthaft überwachen.

Es stand auch im Reglement, dass jeder Moto3-Hersteller mindestens acht Fahrer beliefern muss – wenn es die Teams wünschen. Aber die schwachbrüstigen Minutenbrenner von Oral Engineering (Mahindra, bis Le Mans auch Ambrogio Next Racing) und Emir (Iodaracing) wollte sich ohnedies kein Team freiwillig antun. Die Emir-Piloten hatten ihre acht erlaubten Triebwerke bereits im August geschlachtet und mussten deshalb pro zusätzlichem Triebwerk einmal aus der Boxengasse starten.

Nächstes Jahr wird ohnedies alles anders. Vor der Saison 2014 kauft GP-Promoter Dorna die Motoren bei den Herstellern und lost sie dann den Fahrern und Teams zu. Dadurch wird die Chancengleichheit erhöht. Die Teams zahlen dann 68.000.- Euro für die sechs Motorenleben (2013 sind noch acht gestattet) pro Saison. Für 2015 werden in der Moto3-WM die Drehzahllimits von 14.000/min auf 13.500/min reduziert.

Hätten sich die Werke dagegen gesträubt, wären bei nächstbester Gelegenheit Einheitsmotoren eingeführt worden – wie in der Moto2.

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