KTM in der Moto3: Applaus für die neuen Vorschriften

Von Günther Wiesinger
Moto3
Nur noch sechs statt acht Motoren, die Teamvereinigung IRTA verteilt die Motoren – KTM hat an den Vorschriften für 2014 gar nichts auszusetzen.

In der Moto3-WM-Saison 2014 dürfen pro Fahrer nur noch sechs statt wie bisher acht 250-ccm-Einzylinder-Tribewerke verwendet werden. KTM belegt momentan in der Weltmeisterschaft die ersten fünf Plätze, die Oberösterreicher haben bei den ersten sieben Rennen 2013 alle Podestplätze beschlagnahmt – das sieht nach Overkill aus.

Und wenn es um die Orange-farbige Mannschaft aus Munderfing geht, soll es in Zukunft in dieser Tonart weitergehen.

Die nächstjährige Moto3-Triebwerksgeneration von Ing. Kurt Trieb läuft bereits auf den Prüfständen. Es handelt sich dann um die Motorenversion M34. Die 3 steht für Moto3, die 4 für 2014.

«Wir haben jetzt Versuche laufen», verriet Pit Beirer, Head of Motorsports bei KTM. «Pleuel und Kolben sind Leistungsteile, bei denen die Kilometerleistung begrenzt ist. Da haben wir jetzt die nächste Ausbaustufe am Laufen. Diese werden wir noch in diesem Jahr bei den Rennen einsetzen. Deshalb sehen wir der Sechs-Motoren-Regel relativ entspannt entgegen. Unsere Motoren werden das aushalten.»

Dass die Teamvereinigung IRTA nächstes Jahr die Motoren verteilt und an die Teams verlost, wird von KTM befürwortet. «Das ist ein Gesetz, das uns unheimlich in die Karten spielt», freut sich Beirer. «Der Spiessrutenlauf, dass du ja irgendwo bei einem Team oder Fahrer mit einem besseren Motor eingreifen könntest, von diesem Vorwurf möchten wir uns extrem distanzieren. Ich habe bisher auch noch keinen Klagen gehört von den Teams. Denn dann sind wir fein raus. Wir hätten dann 2014 gar keine Möglichkeit mehr, jemanden zu bevorteilen.»

Bei KTM herrscht Unverständnis darüber, warum sich HRC-Chef Nakamoto über die hohen Moto3-Kosten aufregt. «Ein Motor darf 12.000 Euro Kosten», hält Pit Beirer fest. «Dieser Betrag hat sich seit dem Einstieg nicht verändert. Deshalb verstehe ich die Aufregung nicht. Die Kosten sind für die Teams gedeckelt.»

Aber es wundern sich halt manche Teams, warum der Moto3-Motor nur 12.000 Euro kostet, eine komplette Kalex-KTM oder Ioda-Honda TR004 aber 110.000.–

Beirer lässt diesen Einwand nicht gelten. «Wenn einer weiss, was eine mechanische Fertigung für solche Prototypen kostet, was es kostet, ein Teil in der Grösse fünf mal zehn Zentimeter aus dem vollen Alu rauszufräsen, dann musst du das hochrechnen. Weder Kalex noch wir könnten solche Einzelanfertigungen günstiger produzieren. Denn du kannst nicht auf ein einziges Serienteil zurückgreifen. Im Enduro- oder im Motocross-Sport kannst du auf Serienteile zurückgreifen, auch bei den Superbikes, die vom Preis her wesentlich günstiger sind.»

«Im GP-Fahrerlager brauchst du Motorräder, bei denen jedes Teil eine Einzelanfertigung ist», ergänzt Beirer. «Eine Stückzahl von 30 ist immer noch keine Serie, bei der es sich lohnen würde, Werkzeuge zu machen und einen Aluguss zu produzieren. So wird jedes Teil aus dem Vollen gefräst, da gehen viele Stunden und viel Material drauf. Deshalb ist so ein Rolling-Chassis einfach teuer. Bei den Motoren ist es so, dass wir für die nächste Saison auf annähernd 200 Exemplare kommen. Da lohnt es sich bereits, für viele Teile spezielle Werkzeuge zu machen. Dadurch kommen die Kosten runter, sodass du bei einem Preis von 12.000 Euro wirtschaftlich noch einen guten Job machen kannst.»

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