Moto3

Moto3-WM: Wo bleibt der deutsche Nachwuchs?

Von - 24.12.2014 06:33

2015 wird Philipp Öttl der einzige deutsche Fahrer in der kleinsten GP-Klasse sein. Wir sprachen mit Dirk Heidolf, Stefan Kiefer und Michael Freudenberg über diese Entwicklung. Teil 1 mit Dirk Heidolf.

In der nächsten Saison wird kein deutscher Rookie in die kleinste Klasse der Motorradweltmeisterschaft nachrücken – erstmals seit 2011. In den letzten Jahren verschwanden einige deutsche Talente wie Toni Finsterbusch, Florian Alt, Luca Amato und Luca Grünwald wieder aus der Weltmeisterschaft. Alt kehrt 2015 zurück. Er wird für Ioda mit einer Suter in der Moto2-Klasse antreten.

In der Moto2-Klasse ist Deutschland mit Jonas Folger, Sandro Cortese, Marcel Schrötter und nun Florian Alt ohnehin gut aufgestellt, doch Nachfolger sind derzeit nicht in Sicht.

Nur Philipp Öttl hält in der Moto3-Klasse die deutsche Flagge hoch. Er muss sich jedoch im Vergleich zu 2014 stark steigern, wenn er nach drei Moto3-Jahren wie geplant in die Moto2-WM aufsteigen will.

Dirk, 2015 wird Philipp Öttl der einzige deutsche Moto3-Pilot sein. Wo bleibt die nächste Generation?

Talente gibt es sicher. Jedoch müssen wir auf diese noch ein bis zwei Jahre warten. Sie stehen in den Startlöchern, ob jedoch ein riesiges Talent wie Fabio Quartararo oder Enea Bastianini dabei ist, werden wir sehen, wenn sie in der Spanischen Meisterschaft CEV fahren oder sogar erst in der Weltmeisterschaft.

Woher kommt diese Talent-Flaute? Zu wenig Förderung in Deutschland, keine Sponsoren? Oder fehlen einfach echte Talente?

Dabei spielt eines in das andere hinein. Sicher fehlen die großen Sponsoren, wie sie im Automobilsport unterwegs sind. Auch fehlt so ein Sponsor wie Repsol oder Estrella Galicia 0,0.

Zudem ist das Wetter in Spanien besser und es gibt viel mehr Talente als hier. Diese werden bei einer Vorauswahl gesichtet und nur die Besten kommen da wirklich weiter. Alle anderen fallen durch das Raster und werden den Sprung nach oben nie schaffen. Top-Teams in Spanien haben große Sponsoren aus der Industrie, die von der Regierung oder den großen Städten in die Rennprojekte eingebunden werden.

Was können deutsche Teams wie RTG, Kiefer oder auch Freudenberg gegen diese Entwicklung in Deutschland tun?

Das ist eine gute Frage... Die Antwort ist vielschichtig. Wir haben in den letzten Jahren gute Nachwuchsarbeit gemacht. Wir haben auf der nationalen Ebene gute Leute hervorgebracht wie Kappler, Amato und viele andere. Der Sprung in die CEV und dann in die Weltmeisterschaft ist schwer und immer mit richtig viel Geld verbunden, was dann schwierig aufzubringen ist.

Rennsport ist eben teurer als Fußball oder Tennis... Und es ist dann für die Teams schwierig, das komplette Budget aufzubringen. Auch die Fahrer haben immer weniger Sponsoren und somit seltener eine finanzielle Mitgift für das Team. In Spanien und Italien steht die Förderation hinter den Projekten. Sie machen Junior-Teams, für die das Geld aus verschiedenen Töpfen kommt.

Das scheint in Deutschland nicht möglich zu sein. Zudem stehen in Spanien ganze Regionen oder Städte als Werbepartner bereit wie beispielsweise Valencia, Andalusien, Katalonien und Baskenland. Schade, dass der Werbetopf der deutschen Regionen geschlossen bleibt, denn Tourismuswerbung ist ein gutes Mittel, um Geld in die Städte und Regionen zu bringen.

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Dirk Heidolf mit Nachwuchspilot Max Kappler bei seinem Wildcard-Einsatz auf dem Sachsenring 2014 © Racing Team Germany Dirk Heidolf mit Nachwuchspilot Max Kappler bei seinem Wildcard-Einsatz auf dem Sachsenring 2014

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