Racing Team Germany: Weitere Ungereimtheiten

Von Günther Wiesinger
Moto3
Das Saxoprint Racing Team Germany kämpft weiter ums Überleben. Bisher ist weder die Fahrerfrage für 2016 geklärt noch die Materialfrage.

Der neue Teammanager Terrell Thien, bisher Eigentümer des Schedl Racing Teams von Moto3-Pilot Philipp Öttl, das jetzt Papa Peter Öttl übernommen hat, wird am Donnerstag in Malaysia eintreffen.

Er sei mit Aufräumarbeiten beschäftigt, erzählt Thien. «Ich kämpfe mich durch, um zu kapieren, was da beim RTG alles so läuft. «Ich werde das Team am Donnerstag offiziell informieren. Meine Aufgabe ist wirklich nicht einfach, aber ich traue mir das zu.»

«Dirk Heidolf ist seit 15. Oktober nicht mehr Teammanager», behauptet Thien, der weder in Japan (11. Oktober) noch in Australien (18. Oktober) aufgekreuzt ist.

Dafür hielt sich Terrell Thien am Wochenende vom 16. bis 18. Oktober auf dem Losail International Circuit auf. Er war dort im Rahmen der Superbike-WM als Security-Funktionär tätig, während das RTG Auflösungserscheinungen zeigt.

Man muss als GP-Teamchef die richtigen Prioritäten setzen.

Beim Racing Team Germany tauchen jede Woche neue Fahrernamen auf. Beim Aragón-GP Ende September wurde Juanfran Guevara als fixer Kandidat gemeldet, er fährt aber 2016 aller Voraussicht nach für RBA-KTM.

Nachher hiess es, man werde mit Alexis Masbou und Aron Canet sowie Peugeot aufmarschieren. Doch Masbou hat bisher kein Angebot, Canet wechselt ins Estrella Galicia 0,0-Honda-Team und ersetzt dort vermutlich Fabio Quartararo.

Jetzt beteuert Terrell Thien, er wolle mit Remy Gardner und John McPhee auf Honda fahren.

Aber bisher existiert kein Honda-Deal für 2016, die Bestellfrist ist in Aragón abgelaufen. Vor fast vier Wochen.

«Wir fordern eine Honda NSF 250RW, wir wollen einen renommierten Crew-Chief und mehr Testfahrten als im letzten Winter», lautet das Konzept von McPhees Manager Peter Ball, der über die Racing Steps Foundation die Karriere des Schotten McPhee mitfinanziert.

Fakt ist, dass beim Racing Team Germany das Geld knapp ist.
Beim Australien-GP trugen Teammitglieder täglich Sandwiches und «Coffee to Go» vom Media Centre Richtung RTG-Box, um die hungrigen Mechaniker zu versorgen.

Terrell Thien bestreitet, dass das deutsche Team nur noch über zwei «commercial entries» verfügt, also 2016 keine Zuschüsse (Startgeld, Preisgeld, TV-Geld, Spesen- und Frachtzuschüsse für die Übersee-Rennen) von Dorna und IRTA mehr bekommen wird. Dadurch gehen mehr als 300.000 Euro an festen Einnahmen verloren.

«Wir haben einen normalen Startplatz und einen 'commercial entry'», behauptet Thien.

Der Inder Mufaddal Choonia, CEO von Mahindra Racing, will in Sepang vom Racing Team Germany Fakten sehen. Sonst wird das Peugeot-Werksteam 2016 wohl vom niederländischen RW Racing Team (Livio Loi ist dort fix) eingesetzt.

Das RTG hat Mahindra/Peugeot auch zwei Fahrer-Kandidaten in Aussicht gestellt: Alexis Masbou und Junior Loris Cresson.

Aber wie gesagt: Beim Racing Team Germany wird viel gepokert, geträumt, gefaselt und verdreht.

Ob sich mit dieser zwielichtigen Hinhaltetaktik der Fortbestand des Rennstalls sichern lässt, darf bezweifelt werden.

Bei der IRTA und Dorna ist das RTG längst in Ungnade gefallen.

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