Johann Zarco (Yamaha/6.): «Wollte Lorenzo besiegen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Tech3-Yamaha-Kollege Johann Zarco war schockiert, als er im Warm-up Jonas Folger im Kiesbett liegen sah. Doch im Rennen zeigte er sich unbeeindruckt.

Johann Zarco vertrat das französische Tech3-Yamaha-Team beim British Grand Prix als Einzelgänger, denn Teamkollege Jonas Folger befand sich zum Zeitpunkt des Starts mit einem Brummschädel noch im Krankenhaus in Coventry, nach dem Crash im Warm-up wegen Bremsdefekts.

Dafür holte Zarco mit Platz 6 und zehn weiteren Punkten die Kanstanien aus dem Feuer.

In der Rookie-of-the-Year-Wertung liegt Zarco mit 109 Punkten klar vor Folger (77) und Rins (19), Lowes ist Vierter mit zwei Zählern.
«Ich dachte, ich könnte heute mit der richtigen Temperatur und mit dem harten Hinterreifen einen Vorteil haben im Rennen», stellte der Moto2-Weltmeister von 2015 und 2016 fest. «Aber am Ende waren die Vorderleute sehr konkurrenzfähig. Das Rennen hat mir Freude gemacht, alle sind so schnell gefahren. Zu Beginn habe ich etwas Zeit verloren, bis ich an Pol Espargaró vorbei kam. Dann war ich recht schnell, aber nicht schnell genug.»

«Als ich gegen Lorenzo gefightet habe, dachte ich, ich kann ihn besiegen, aber er behielt sich etwas Reserven für das Finish. Er hat dann sechs, sieben Runden vor dem Ende wieder aufgedreht. Ich konnte lange an ihm dranbleiben. Aber am Schluss ist er mir in den letzten zwei Runden um 3 oder 4 Sekunden entwischt. Ich musste das Gas zudrehen, ich war zu sehr am Limit. Ich bin hinten wild geslidet. Das war schwierig. Aber Platz 6 ist eine gute Position, das gibt gute Punkte. Ich war drei Tage lang konkurrenzfähig, ich konnte die harten Reifen gut nützen. Viñales hat hinten den weichen Reifen genommen, das hat mich überrascht. Ich habe nicht erwartet, dass er damit bis zur 20. Runde schnell fahren kann. Er hat das Rennen mit guten Zeiten beendet. Wenn ich diesen Reifen gewählt hätte, hätte ich nicht mit seiner Pace fahren können. Meine Wahl war gut. Ich war konstant über 20 Runden. Aber ich brauche mehr Erfahrung, damit wir an den Trainingstagen bessere Arbeit leisten können. Damit es mir leichter fällt, mit den Top-5 mitzuhalten.»

«Ich habe mich direkt für das Q2 qualifiziert, dann bin ich im Quali schnell gefahren, ich bin als Achter gestartet, meine Rundenzeit war für das erste MotogP-Jahr beachtlich. Aber es ist jetzt wie in der Moto2. Wenn du im Rennen vorne mitfahren willst, musst du aus der ersten Reihe starten. Das ist immer hilfreich. Die erste Reihe bedeutet quasi ein Zwei-Sekunden-Geschenk, bevor das Rennen losgeht.»

Jonas Folger (24) hatte in Spielberg und Silverstone je einen Bremsdefekt. Zarco kam jeweils ungeschoren davon.

zarco: «Ich bin froh, dass an Motorrad alles in Ordnung ist. Ich war geschockt, als Jonas gestürzt ist. Ich habe den Sturz im Warm-up nicht genau gesehen. Aber ich habe die gelbe Flagge gesehen, gleich in der Out-Lap im Warm-up. Und ich war nicht weit hinter Jonas... Ich habe gecheckt, wer im Kiesbett lag, ich sah Jonas, sein Motorrad war sehr weit entfernt von ihm. Ich war dann im Warm-up drei, vier Runden etwas eingeschüchtert. Ich habe an dieser Stelle sehr vorsichtig gebremst. Sehr seltsam. Wir haben sehr schnelle Motorräder. Man muss immer aufpassen.»

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