MotoGP: So funktionieren die Testbeschränkungen 2018

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Leistet für Ducati wertvolle Arbeit: Testfahrer Michele Pirro

Leistet für Ducati wertvolle Arbeit: Testfahrer Michele Pirro

Ducati und KTM haben die gegnerischen Werke mit ihren professionellen MotoGP-Testteams in Zugzwang gebracht. Die japanischen Hersteller fühlten sich benachteiligt.

Beim Japan-GP 2017 wurde vor dreieinhalb Wochen tagelang darüber diskutiert, wie man angesichts der 19 Grand Prix im Jahr 2018 die Testbeschränkungen in der MotoGP-Klasse gestalten soll. Jeden Tag kamen neue Vorschläge aufs Tapet, ehe am Sonntag endlich ein tauglicher Kompromiss gefunden wurde.

Jetzt sieht es folgendermaßen aus: Die Testfahrer bei den sechs Werken dürfen nur noch auf drei von den jeweiligen Werken festgelegten Strecken in Europa testen, dabei wird die Anzahl der Tage nicht beschränkt. Es bleibt aber die Vorschrift, dass man in den letzten 14 Tagen vor einem Grand Prix nicht mehr auf die Strecke darf.

Die 24 fix verpflichteten MotoGP-Fahrer bekommen 2018 neben den IRTA-Tests in Sepang, Buriram und Doha (jeweils drei Tage) noch fünf private Testtage zugebilligt, dazu kommen die drei Montag-Tests nach den Rennen in Jerez, Barcelona und Brünn. Und der Valencia-IRTA-Test, der aber eventuell 2018 nicht mehr stattfindet.

Und von den fünf privaten Testtagen dürfen nur drei vor einem Grand Prix abgespult werden, die anderen zwei erst hinterher.

2019 wird es vor dem Saisonstart nur noch zwei statt drei IRTA-Tests zu je drei Tagen geben, Valencia wird dann wohl auch wegfallen. Fünf der drei privaten 2019-Testtage der Stammfahrer müssen 2018 noch im November nach dem WM-Finale erledigt werden.

Für die aktuelle Saison wird den Teams erlaubt, die verpflichtenden zwei November-Testtage auf das Jahr 2019 zu verschieben. Aber man darf diese zwei Tage dann nicht auf einer GP-Strecke vor dem Rennen verwenden, sondern nur nachher.

So soll möglichst verhindert werden, dass immer mehr Werke bei privaten Tests ihre Bikes für die Rennen abstimmen und nicht den ursprünglichen Sinn von Tests nutzen, nämlich neue Komponenten zu erproben.

«Wir haben gesehen, dass zum Beispiel Yamaha in Le Mans vor dem Rennen getestet und dann gewonnen hat. Repsol-Honda testete im Juli in Brünn und gewann nachher das Rennen», sagt Race Director Mike Webb. «Ducati hat in Mugello und Barcelona privat getestet und dort GP-Siege gefeiert...»

Künftig dürfen also nur noch drei private Testtage für die Vorbereitung eines Grand Prix vor dem Rennen genutzt werden.

Auch neu: Die Anzahl der Wildcards wurde auf maximal sechs pro Fahrer und Saison beschränkt.

Ducati hat längst einen Jerez-Test für 22. bis 24. November 2018 geplant. Wie immer um diese Jahreszeit.

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti: «Die Grand Prix Commission wollte, dass zwei der fünf Testtage für alle Fahrer verpflichtend schon im November stattfinden. Ab sofort! Aber da waren wir dagegen. Diese Vorschrift tritt jetzt erst 2019 in Kraft. Wir werden in diesem Jahr von 22. bis 24. November in Jerez testen, zwei Tage mit den Werkspiloten Lorenzo und Dovizioso und am dritten Tag mit Danilo Petrucci. Der dritte Tag geht dann zu Lasten des Pramac-Teams. Wir haben die Piste in Jerez für den November-Test 2017 längst gebucht, wir haben auch die Verfügbarkeit der Motorräder so geplant, deshalb haben wir nicht zugestimmt, dass vier Wochen vorher alle Vorschiften auf den Kopf gestellt werden. Manche unsere Teams bekommen ihr Material für 2018 später, nicht für November. Deshalb haben wir jetzt eine Lösung ausgetüftelt, die eine Mehrheit in der Grand Prix Commission gefunden hat. Wir respektieren dieses Reglement und werden entsprechend reagieren.»

Im Dezember und Januar herrscht in allen drei GP-Klassen Testverbot. Nicht restlos allerdings, denn der Sepang-Test beginnt bereits am 28. Januar.

Ganz klar: Nächstes Jahr finden erstmals 19 statt 18 Grand Pix statt. Bis 2020 könnten Finnland und Indonesien dazu kommen.

Deshalb haben die Stammfahrer immer weniger Zeit für Tests. Und die Bildung von Testteams nach dem Vorbild von Ducati und KTM wird den Werken nicht erspart bleiben. Nicht nur HRC befasst sich mit dem Thema, sondern auch Suzuki. Und Yamaha will Superbike-Pilot Michael van der Mark 2018 verstärkt einbinden, damit er mehr Erfahrung hat, wenn er wieder mal einspringen muss.

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