MotoGP

Kawasaki-Manager: «MotoGP nicht der richtige Weg»

Von - 15.02.2018 04:14

Der spanischen Agentur Dorna, als Promoter der MotoGP- und Superbike-WM für die zwei weltgrößten Motorrad-Rennserien verantwortlich, ist es ein Dorn im Auge, dass Kawasaki die Königsklasse ignoriert.

Nach der weltweiten Finanzkrise ist Kawasaki im Februar 2009 aus der MotoGP-WM ausgestiegen und dann noch ein Jahr unter der Bezeichnung Hayate mit Marco Melandri mitgefahren.

2010 stieg Kawasaki werksseitig in die Superbike-WM ein, seit 2012 ist kein anderer Hersteller erfolgreicher. 2013 gewannen sie mit Tom Sykes die Fahrerwertung, die letzten drei Jahre mit Jonathan Rea.

Das «Team Green» macht jedoch keine Anstalten, in die MotoGP-WM zurückzukehren und sich den Gegnern in der Königsklasse zu stellen.

Das ärgert nicht nur Promoter Dorna, sondern auch die gegnerischen Topteams in der Superbike-WM, die als Rennserie von den Herstellern und der Dorna klar als zweite Division deklariert und betrachtet wird. Vielleicht ärgert es auch so manchen Kawasaki-Fan, der sich ein MotoGP-Rennen zu Gemüte führt.

Kawasaki investiert mehr als jeder andere Hersteller in die Technik der ZX-10R, beinahe jährlich werden neue Modelle homologiert, um trotz der ständigen Regeländerungen die technische Vorreiterrolle zu behalten. Mit Rea und Sykes leistet sich Kawasaki Heavy Industries (KHI) zudem zwei der teuersten Superbike-Fahrer. Auf gleichem Niveau wird wohl nur noch Chaz Davies von Ducati bezahlt, der Waliser bekommt 700.000 Euro pro Jahr.

Um die Siegesserie von Kawasaki einzudämmen, haben der Motorrad-Weltverband FIM, WM-Vermarkter Dorna und das Herstellerbündnis MSMA für die Saison 2018 ein Reglement ausgearbeitet, welches das Feld in mehreren Schritten näher zusammenführen soll.

Im ersten Schritt wurde pro Hersteller eine Maximaldrehzahl festgeschrieben, welche je nach Erfolg oder Misserfolg alle drei Events (sechs Rennen) um 250/min nach oben oder unten korrigiert werden kann. Kawasaki erhält zu Saisonbeginn 600/min weniger als die Vierzylinder-Konkurrenz von Yamaha, Aprilia, BMW und MV Agusta.

Außerdem wird erfolglosen Herstellern im Laufe einer Saison ein Motor-Upgrade zugestanden, während die Entwicklung der Aggregate des besten Herstellers eingefroren wird.

Auch wenn sich alle Hersteller diesen Regeln verpflichtet haben, ist vor allem bei Kawasaki laute Kritik zu hören. Kein Wunder, die Vorschriften richten sich eindeutig gegen den überragenden dreifachen Weltmeister Jonathan Rea.

«Ich habe den neuen Regeln nicht zugestimmt, sondern sie nur akzeptiert», unterstrich Yoshimoto Matsuda, Chefentwickler der Kawasaki ZX-10R und Superbike-Projektleiter.

Der Rückzug aus der Superbike-WM kommt für den Japaner trotzdem nicht in Frage: «Sicher, das wäre eine Lösung gewesen. Diese wollte ich aber nicht wählen. Wir wollen weiterhin in dieser Meisterschaft fahren, jetzt bieten sich uns eben andere Herausforderungen. Die neuen Regeln stellen für Kawasaki ein großes Handicap dar. Wenn wir unter diesen Voraussetzungen auch gewinnen, dann haben wir viel erreicht. Jedem muss klar sein, dass man uns stark eingebremst hat. Aber jetzt müssen wir Lösungen präsentieren.»

Es ist ein offenes Geheimnis, dass euch Promoter Dorna mit diesen Regeln zu einer MotoGP-Rückkehr bewegen möchte.

«Ja, das sagen einige», bestätigte Matsuda. «MotoGP ist aber nicht der richtige Weg für uns. Man muss darüber nachdenken, was MotoGP von einem verlangt, welche Technik es dafür braucht. Und was es einem bringt. Wenn wir das alles in Betracht ziehen, ist MotoGP nicht unsere Wahl.»

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Kawasakis Superbike-Projektleiter Yoshimoto Matsuda © Kawasaki Kawasakis Superbike-Projektleiter Yoshimoto Matsuda
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