Aston Martin musste nach Stroll-Crash Ersatzteile einfliegen
Am Aston Martin von Lance Stroll versagte am Freitag eine Aufhängung. Er konnte danach nicht mehr fahren, weil Ersatzteile für das XXL-Upgrades fehlten. Einiges musste über Nacht aus England kommen.
Aston Martin will in Ungarn endlich einen großen Schritt in die richtige Richtung machen. Das englische Team war mit großen Problemen in die neue Saison mit neuem Reglement für Chassis und Motoren gestartet – und hatte deshalb schon im Frühjahr beschlossen: Das erste, problembehaftete Auto wird nicht weiterentwickelt. Das für die Entwicklung vorgesehene Geld im Budgetdeckel spart man sich lieber – und bringt zum Sommer ein komplett neues Auto.
Den Plan hat Aston Martin für das Chassis fürs Ungarn-Rennen umgesetzt. Der neue Honda-Motor kommt erst in Zandvoort nach der Sommerpause – doch das große Aerodynamik-Upgrade war am Freitag bereits auf dem Hungaroring unterwegs. Der Aston Martin von Fernando Alonso war in den ersten beiden Trainings noch grüner als sonst: Das Team hatte sein Auto mit reichlich FloViz-Farbe besprüht, um die Luftströme um die neuen Teile herum zu analysieren.
Alonso fährt, Stroll steht
Der Haken allerdings: Etwa zur Halbzeit des ersten freien Trainings war der Tag für Lance Stroll beendet. Mit einem Problem an einer Radaufhängung drehte sich der Kanadier und kam am Streckenrand zum Stehen. Auch die zweite Session am späten Freitagnachmittag verpasste er, weil das Auto nicht rechtzeitig wieder fertig war. Bitter also für Stroll, dem wichtige Zeit mit dem neuen Paket auf der Piste verloren ging – vor allem aber bitter für die Ingenieure und Mechaniker bei Aston Martin, die einmal das Auto wieder zusammenbauen müssen – und deutlich weniger Daten zur Analyse haben.
Der frühere F1-Pilot (105 GPs) und jetzige Aston-Martin-Markenbotschafter Pedro de la Rosa sagte über den Unfall von Lance Stroll: «Es war ein Defekt an der Aufhängung. Wir waren zuversichtlich, dass dies bei Fernandos Auto nicht passieren würde, und das ist der Grund, warum er auf die Strecke ging und in der zweiten Session gefahren ist. Allerdings haben wir das Auto von Lnace wegen fehlender Ersatzteile nicht rechtzeitig reparieren konnten.» Denn de la Rosa verriet am Freitagabend: «Es ist gemischt: Einige Teile können vor Ort repariert werden, andere werden hierher geliefert.» Aus der Fabrik in England – also über Nacht eingeflogen. Am Samstag soll aber alles für Stroll parat sein.
Upgrades scheinen zu funktionieren
Nach dem Stroll-Unfall beschleunigte das Team kurzerhand das Programm für Alonso. De la Rosa: «Wir mussten die Dinge ein wenig überstürzen. Wir konnten nicht so viele Reifenmischungen in den Long-Runs oder so viele Runden testen, wie wir wollten, aber im Großen und Ganzen konnte Fernando seinen Plan wie vorgesehen einhalten.»
Trotz der Reparaturarbeiten und fehlenden Daten ist das Fazit nach dem ersten Tag mit dem neuen Auto aber positiv. De la Rosa: «Obwohl ein Auto ausgefallen ist, war es ein guter Tag. Wir lernen gerade noch eine Menge dazu. Es gibt noch vieles, was wir testen müssen, und hoffentlich haben wir am Samstag etwas mehr Zeit mit beiden Autos auf der Strecke, aber die vorläufigen Ergebnisse sind vielversprechend. Die Upgrades funktionieren mehr oder weniger so, wie wir es erwartet haben.»
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