Johann Zarco (Yamaha/14.): Der rätselhafte Absturz

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Johann Zarco ist ratlos

Johann Zarco ist ratlos

Johann Zarco verschwand beim deutschen Grand Prix in den Niederungen des 14. Startplatzes. Vorbei ist der Glanz der Wintertests und der ersten Rennen.

Im Frühjahr glänzte Johann Zarco mit zwei Podestplätzen, er ärgerte das Werksteam mit enormer Regelmäßigkeit, er erreichte und sich zeitweise auf dem zweiten WM-Rang einnistete.

Der Tech3-Yamaha-Pilot kam nicht ins Qualifying 2 und verlor 0,789 Sekunden auf die Bestzeit.

«Das war ein schwieriger Samstag. Am Freitag ist es mit Platz 18 auch nicht gut gelaufen», seufzte der 27-jährige Franzose. «Es ist uns heute nicht gelungen, uns zu steigern und uns zu verbessern. das ist schwierig zu akzeptieren. Ich habe mich angestrengt und alles getan, um rauszufinden, wo ich besser werden muss. Aber auch in Zusammenarbeit mit dem Team haben wir keine Lösung gefunden. das macht mich traurig und bringt mich für den Start morgen in eine schwierige Situation.»

Die Yamaha-Werksfahrer klagen über wenig Grip und Wheelspin. «Ich stimme ihnen zu», stellte Zarco fest. «Denn sogar mit dem weichen Hinterreifen slide ich in der ersten Qualifying-Runde. Ich rutsche schon in der ‚out-lap’, und dann wunderst du dich, wie du noch schneller fahren und deine Gegner schlagen sollst…»

Bis Le Mans kämpfte Johann Zarco immer um Podestplätze. Was ist seit dem Crash beim Heim-GP passiert?

«Ich verstehe nicht, was da geschehen ist. Wir beginnen das Wochenende, wir haben etliche Trümpfe in der Hand, um die Situation unter Kontrolle zu haben. Aber am Samstagabend sind wir nicht dort, wo wir hingehören. Hier erleben wir das schlimmste der drei oder vier letzten Wochenenden. Schon in Mugello war ich nicht schnell. In Barcelona war es nicht viel besser, in Assen lief es erfreulicher, dort war ich konkurrenzfähig. Aber ich hatte kein Glück, deshalb musste ich vom achten Platz losfahren.»

«Hier fehlen mir fast acht Zehntel auf die Bestzeit. das ist in der MotoGP so viel wie ein ganzes Menschenleben. Ich kann nicht einschätzen, was zum Saisonbeginn besser war. Vielleicht sind wir gleich stark, aber die Konkurrenz ist stärker geworden. Wenn ich die Ursache wüsste, wäre ich nicht in dieser Situation. Ich kann es euch nicht sagen.»

Zarco hatte schon im Sommer 2017 eine Formschwäche. Ist es die Belastung der MotoGP? Der Stress? Der Druck?
«Ich kann es nicht sagen. Schon in der Moto2-WM 2016 habe ich so eine Phase erlebt. Ja, letztes Jahr hatte ich hier auch Mühe, aber es war nicht so schlimm wie in diesem Jahr. Aber als ich nach Deutschland kam, war ich überzeugt, den Tiefpunkt der Saison schon hinter mir zu haben. Ein Irrtum. Aber es ist Samstag, und ich sehe nicht viel Positives. Ich mache eine schwierige Phase durch. Ich werde morgen fighten. Ohne Kampf, das geht bei mir nicht. Das würde nicht zu mir passen.»

Wie sieht es mit der Racepace aus? Zarco: «Wenn du ein gutes Resultat erreicht willst, musst du im Rennen konstant 1:21,7 min fahren können. Gestern war ich für eine Runde in der Lage dazu mit gebrauchten Reifen, heute war es nicht leicht, so eine Pace zu schaffen. Ich bin heute eher 1:22 und 1:22,2 min gefahren. Wenn ich diese Pace auch morgen fahre, werde ich nicht in die Top-10 kommen.»

In Mugello sagte Zarco, der coole Johann sei zurück. «Das sage ich immer noch. Aber ich bin enttäuscht, weil ich keine Verbesserungen sehe. Das ist die Schwierigkeit im Moment.»

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