Warum Honda 2022 kein «concession team» werden kann
Immer noch ist zu hören und zu lesen, Honda könnte für 2022 zu «concession team» (wie Aprilia) degradiert werden. Aber diese Gefahr hat nie bestanden – wegen Corona.
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Honda hat 2021 auf dem Sachsenring durch den Sieg von Marc Márquez endlich den ersten MotoGP-Podestplatz geschafft. Aber die Herabstufung zum erfolglosen "concession team" hätte sowieso nicht gedroht. Die Japaner entgehen dieser Peinlichkeit, die in erster Linie für Neueinsteiger vorgesehen ist, auf jeden Fall.
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Als das MotoGP-Startfeld nach der globalen Wirtschaftskrise in den Jahren 2010 und 2011 nach dem Ausstieg von Kawasaki und Suzuki und dem Ende der Zigaretten-Sponsorship auf 17 bis 18 Stammfahrer schrumpfte, reagierten WM-Promoter Dorna, das Hersteller-Bündnis MSMA und die Teamvereinigung IRTA mit ein paar sinnvollen Ideen, um das MotoGP-Feld wieder zu füllen. Zumindest 22 bis 24 Stammfahrer waren erwünscht. So wurden für 2012 erstmals die Claiming-Rule-Bikes erlaubt. Das waren Prototypen-Chassis von Firmen wie FTR, Ioda, PBM oder Suter mit 1000-ccm-Superbike-Rennmotoren von Honda, Kawasaki, BMW und Aprilia. Denn gleichzeitig wurde für 2012 der MotoGP- Hubraum von 800 auf 1000 ccm erhöht. Den CRT-Piloten wurden weichere Hinterreifen-Mischungen erlaubt, weil sie über weniger PS verfügten. Mit dem weicheren Gummi konnten auch bessere Startplätze erzielt werden.
Durch die neue CRT-Kategorie (sie wurde zweimal vom Aprilia-Aspar-Team mit Aleix Espargaró gewonnen) stiegen neue Teams aus der Moto2 und Superbike-WM in die "premier class" auf, bei sehr überschaubaren Kosten. Die Ioda-Aprilia mit Eigenbau-Stahlrahmen hat damals nicht viel mehr als 80.000 Euro gekostet. Der Kaufpreis für eine Suter-BWW samt Elektronik lag bei ca. 170.000 Euro.
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Heute liegen die Leasingkosten für zwei Bikes pro Fahrer bei 2,5 Millionen Euro.
Für 2014 wurde die neue "Open Class" eingeführt. Sie löste die CRT-Motorräder allmählich ab. Yamaha setzte im Forward-Team in der Open Class gebrauchte M1-MotoGP-Bikes ein. Honda hingegen baute eine abgespeckte Version der Honda RC213V, die preiswert war, zum Beispile fehlte das Seamless-Getriebe, aber gegen die Konkurrenz von Yamaha und Aprilia auf verlorenem Posten stand. Selbst Nicky Hayden verlor damit oft drei Sekunden pro Runde. Die Open Class sollte eigentlich den Privatteams helfen, die Lücke zu den Werksteams zu verringern.
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Doch der neue Ducati-Rennchef Gigi Dall’Igna spürte ein Schlupfloch im Reglement auf und meldete überraschenderweise das Ducati-Corse-Werksteam für 2014 als "Open Class"-Mannschaft an. Dadurch profitierte es von weicheren Reifen, von 2 Liter mehr Sprit im Rennen, mehr Testfahrten und mehr Motoren pro Saison. Mit Hilfe dieser Privilegien pirschte sich Ducati mit der nicht siegfähigen Desmosedici innerhalb von zwei Jahren wieder an die Siegerteams heran. Andrea Iannone gewann nach einer sechsjährigen Durststrecke von Ducati 2016 in Spielberg, Andrea Dovizioso 2016 in Sepang. Als dann Suzuki 2015 (erstmals mit einem Reihenmotor statt einem V4) in die WM zurückkehrte, Aprilia gleichzeitig mit einem verkappten V4-Superbike neu in die WM kam und KTM 2017 in der MotoGP-Klasse debütierte, wurden die Neulinge mit neuen Privilegien geködert. Sie wurden als "concession teams" tituliert, während Honda, Yamaha und Ducati unter dem Factory-Status antraten. Das bedeutete: Die Neulinge konnten dank der "concessions" (Zugeständnisse) mehr Motoren pro Fahrer und Saison verheizen, die Motorenentwicklung war ab dem Saisonstart nicht eingefroren, die Testtage für die Stammfahrer waren nicht limitiert.
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Suzuki verlor die "concessions" erstmals nach den ersten Erfolgen von Viñales für 2017. Dann bekamen sie die Japaner nach der verpatzten Saison 2017 (neue Piloten: Aleix Espargaró und Andrea Iannone) noch einmal für ein Jahr zurück. KTM verlor den "Concession"-Status nach der Saison 2020. Denn wer in einer Saison sechs "concession points" einsammelt, verliert alle Privilegien für die kommende Saison. Ein Sieg bringt drei Konzessions-Punkte ein, ein zweiter Platz zwei Punkte, ein dritter Rang einen Punkt. Honda kann nicht absteigen
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Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum Honda nach der Saison 2020 (nur zwei zweite Plätze durch Alex Márquez) nicht in den Status eines "concession teams" down gegradet wurde. Der Grund: Die Dorna, MSMA und IRTA haben einstimmig beschlossen, dass in der verkürzten Corona-Saison 2020 kein Siegerteam in den Status eines "concession team" verwandelt werden kann. Als sich abzeichnete, dass die Pandemie auch in der Saison 2021 ihre Spuren hinterlassen wird und mit Absagen einiger Übersee-Events (Argentinien, Japan) gerechnet werden muss, wurde beschlossen: Wegen der Covid-19-Vorschriften kann auch in dieseme Jahr kein Siegerteam für 2022 zum "concession team" herabgestuft werden. So entgeht der weltgrößte Motorradhersteller Honda womöglich einer peinlichen Schmach. Denn Honda hat in den ersten acht Grand Prix 2021 keinen Podestplatz erreicht.
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Ob es bei Márquez in Assen und nachher auf dem Level vom deutschen WM-Lauf weitergeht, wird sich zeigen. Ergebnisse MotoGP Sachsenring/D, 20. Juni 1. Marc Márquez (E), Honda, 30 Runden in 41:07,243 min 2. Miguel Oliveira (P), KTM, +1,610 sec 3. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +6,772 4. Brad Binder (ZA), KTM, +7,922 5. Pecco Bagnaia (I), Ducati, +8,591 6. Jack Miller (AUS), Ducati, +9,096 7. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +9,371 8. Johann Zarco (F), Ducati, +11,439 9. Joan Mir (E), Suzuki, +11,625 10. Pol Espargaró (E), Honda, +14,769 11. Alex Rins (E), Suzuki, +16,803 12. Jorge Martin (E), Ducati, +16,915 13. Takaaki Nakagami (J), Honda, +19,217 14. Valentino Rossi (I), Yamaha, +22,300 15. Luca Marini (I), Ducati, +23,615 16. Enea Bastianini (I), Ducati, +23,738 17. Iker Lecuona (E), KTM, +23,946 18. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +24,414 19. Maverick Vinales (E), Yamaha, +24,715 – Lorenzo Savadori (I), Aprilia, 25 Runden zurück – Danilo Petrucci (I), KTM, 26 Runden zurück – Alex Márquez (E), Honda, 26 Runden zurück Stand Fahrer-WM nach 8 Rennen von 19 Rennen:
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