Superbike-WM: Was Toprak über Stoppies sagt

Erinnerungen an die Rennsport-Legende Nicky Hayden

Von Ivo Schützbach
Heute vor sieben Jahren, am 22. Mai 2017, verunglückte Nicky Hayden. Der in der ganzen Rennsport-Welt verehrte MotoGP-Champion von 2006 starb in Italien – nach einem Verkehrsunfall.

Am Nachmittag des 22. Mai 2017 stellten die Ärzte in der Bufalini-Klinik in Cesena/Italien im Einverständnis mit der Familie und den vier Geschwistern die lebenserhaltenden Maschinen ab, Nicky Hayden verlor im Alter von 35 Jahren sein Leben. Der MotoGP- und Superbike-Star war bei einem Rennradunfall lebensgefährlich verletzt worden.

Der verhängnisvolle Unfall ereignete sich wenige 100 Meter vom «Misano World Circuit Marco Simoncelli» entfernt, als Nicky Hayden mit seinem Specialized-Rennrad unterwegs war. An der Kreuzung zur Via Raffaelli zur Via Tavoleto kollidierte er mit einem Autofahrer in einem schwarzen Peugeot 206 Coupé.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 35-jährige Amerikaner aus Owensboro in Kentucky gegen die Windschutzscheibe und dann auf die Fahrbahn geschleudert und schwer verletzt. Hayden wurde zuerst ins Krankenhaus nach Rimini gebracht, dann mit dem Helikopter in die neurologische Spezialklinik «Ospedale Maurizio Bufalini» in Cesena geflogen, wo die Ärzte um sein Leben kämpften.

Es wurden eine Gehirnblutung in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas sowie diverse Brüche im Bereich von Brust und Becken diagnostiziert. Diese Brüche konnten aber wegen des hoffnungslosen Gesundheitszustands nie behandelt werden.

Auch die Kopfverletzungen waren so schwerwiegend, dass die Ärzte von Anfang an von einem «sehr kritischen Zustand» sprachen. Hayden konnte deshalb nicht am Kopf operiert werden, im EEG waren nur schwache Gehirnströme messbar. Wenige Tage nach dem Unfall wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet.

Nicky Hayden wurde 2002 Superbike-Champion in den USA und debütierte im Jahr darauf in Suzuka/Japan in der MotoGP-WM.

Durch seine offene Art, sein spitzbübisches Lächeln, seine immer positive Einstellung und seinem nie enden wollenden Kampfgeist wurde der Amerikaner schnell zu einem der beliebtesten Rennfahrer der MotoGP-Ära.

Für Nicky war das Glas immer zu drei Viertel voll. Er verstand es, Menschen zu begeistern und zu motivieren. Eine Lichtgestalt, ohne Frage.

Als er 2006 im großen Showdown in Valencia Valentino Rossi schlug, der Italiener stürzte im Rennen und Hayden wurde Dritter, und MotoGP-Weltmeister wurde, machte sich «Kentucky Kid» unsterblich.

Hayden fuhr von 2003 bis Ende 2008 für das Repsol-Honda-Werksteam und verbrachte dann ab 2009 fünf Jahre im Ducati-Werksteam. 2014 und 2015 unterschrieb er für das Honda-Open-Class-Team von Jorge Martinez. Zwischen 2003 und 2015 eroberte die Nummer 69 in 218 Rennen 28 Podestplätze, darunter drei Siege: einen in Assen und zwei in Laguna Seca. Er startete in der MotoGP-WM fünfmal von Pole-Position und fuhr siebenmal die schnellste Rennrunde. 1698 WM-Punkte hat Nicky auf seinem MotoGP-Konto.

2016 wechselte Hayden mit Honda Motor Europe in die Superbike-WM. In seinem ersten Jahr wurde er WM-Fünfter, er gewann das Regenrennen in Sepang, bis heute der letzte Honda-Sieg in der Superbike-WM, und eroberte drei weitere Podestplätze.

In der Saison 2017 fuhr Hayden bei Red Bull Honda an der Seite von Stefan Bradl die erfolglose Fireblade, insgesamt startete der Motorradfreak in 38 Superbike-WM-Läufen und sammelte 288 WM-Punkte.

Nicky wollte als erster Fahrer US-Meister, MotoGP- und Superbike-Champion werden. Doch ein verhängnisvoller Verkehrsunfall riss den populären Champion aus dem Leben.

Sieben Jahre später denken wir an Nicholas Patrick Hayden.

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