Michael Laverty: «Die Top-Ten sind nicht realistisch»

Von Otto Zuber
MotoGP

Der Brite aus dem MotoGP-Team von Paul Bird wird 2014 wieder die Eigenbaumaschine PBM-Aprilia steuern. Aber Michael Laverty hält regelmässige Zielankünfte in den Punkten für machbar.

Michael Laverty kam 2013 als unbeschriebenes Blatt in die MotoGP-WM. Der Brite hatte als einziger Fahrer auf der Eigenbau-Maschine des Teams Paul Bird Motorsport einen schweren Stand und konnte lediglich in Jerez drei WM-Punkte holen. Auch nach dem teaminternen Umstieg auf die ART-Aprilia im September gab es für den Rookie keinen Punktezuwachs mehr. Der 32-Jährige aus Nordirland wird 2014 erneut die PBM-Aprilia steuern.

Michael, was war in deiner ersten MotoGP-Saison dein bester Moment, und was der schlechteste?

Der gute Moment war, als ich Jerez in die Punkte gefahren bin. Zu diesem Zeitpunkt waren wir sehr stark in der CRT-Tabelle. Ich konnte Leute wie Colin Edwards und Claudio Corti überholen. Es war schön, mit ihnen zu kämpfen. Die negative Seite war, nachdem ich mit diesen Jungs gekämpft hatte, dass sie sich im Laufe der Saison weiterentwickelten und wir nicht, was uns in der zweiten Hälfte des Jahres in eine Art Niemandsland versetzte.

Wie hast du allgemein deine erste Saison im MotoGP-Fahrerlager empfunden?

Es war gut. Für mich war alles immer brandneu, bei jedem Rennen und auf jeder Strecke. Ich fand neue Dinge heraus und traf neue Leute. Es war alles fremd für mich, aber ich habe es wirklich genossen und freue mich auf nächstes Jahr. Jetzt kenne ich alles und alle Länder; wo kann ich was bekommen und so weiter, was den Job so viel einfacher machen wird.
Im Großen und Ganzen hat es großen Spaß gemacht, denn ich war seit Jahren ein Fan der MotoGP. Auf der anderen Seite des Zauns zu sein und so gut aufgenommen zu werden, war großartig. Manchmal gibt es eine Sprachbarriere, aber Englisch ist immer noch die Hauptsprache des Fahrerlagers, man kann also recht gut damit klarkommen.

Du hast das Jahr auf der komplett neuen PBM-Maschine begonnen, bist aber auf das ART-Chassis gewechselt, als Yonny Hernández zu Pramac-Ducati ging und Damian Cudlin in Aragón zum Team stiess. Wie hast du diesen Wechsel erlebt?

Es war lustig, wie es dazu kam. Wie gesagt, wir stagnierten irgendwie ein wenig mit dem PBM-Bike, als ich die ART in Misano am Tag, nachdem Yonny gegangen war testete, wurde uns klar, dass es ein paar Dinge besser kann als die PBM. Die ART war also konkurrenzfähiger und Damian hatte die Aufgabe, uns eine zweite Perspektive zur PBM zu geben. Es war gut, weil Damo mich bei vielen Dingen bestätigte, die ich zuvor bemerkte und konnte auch einen guten Eindruck aus seiner Sicht vermitteln.

Wie ist der Valencia-Test im November verlaufen?

Ich sprang wieder auf die PBM, sie hatte sich deutlich verbessert – das war schön. Sie war sogar noch konkurrenfähiger als die ART auf einer einzigen Runde in Valencia. In der Tat war die PBM-Maschine über eine ganze Sekunde schneller als die 2012er-ART auf einer Runde. Es war gut, dass die PBM diesen Schritt nach vorne gemacht hatte. Die ganze Situation mit wechselnden Fahrern auf den Motorrädern sah von außen vielleicht komisch aus, aber es war ein kluger Schachzug vom Team.

Was erwartest du von der nächsten Saison?

Es wird viel einfacher sein. Wenn wir mit dem PBM-Bike weitermachen, habe ich jetzt ein klares Bild davon, welche Änderungen wir für Sepang vornehmen müssen und zum Beispiel etwas mehr Leistung vom Aprilia-Motor herausholen können. Das Training über die gesamte Saison wird auch leichter sein. Die Dinge werden einfach viel reibungsloser ablaufen, und ich freue mich darauf. Ich werde zwischen den beiden Sepang-Tests in Malaysia bleiben, um zusätzlich zu trainieren.

Welche Ziele hast du dir für 2014 gesetzt?

Wir sollten mit dem PBM-Chassis und dem neuen Aprilia-Motor zurückschlagen können. Ich will konstant in die Punkte fahren, ich denke, das ist ein realistisches Ziel.
Ich würde gerne sagen, dass Top-Ten-Platzierungen unser Ziel sind, aber das ist nicht realistisch, gerade jetzt. Ich denke, wir müssen die Open-Hondas ins Visier nehmen und ich denke, Punkte zu erzielen, ist möglich. Das Team und ich waren letztes Jahr ziemlich frustriert, aber jetzt haben wir ein klareres Bild und klarere Ziele für die kommende Saison; wir wollen mehr Punkte auf dem Konto, oder wir riskieren, die Finanzierung für das Jahr 2015 zu verlieren (Anm.: Das schwächste Team wird wegen Überschreitung der vertraglich festgesetzten Anzahl MotoGP-Fahrer von der Dorna nicht unterstützt).

Hast du dir viel für die Winterpause vorgenommen?

Ja, wir haben tatsächlich eine große Reise mit der Familie für das neue Jahr gebucht. Eugene (Anm.: Bruder Eugene Laverty wurde auf Aprilia Vizeweltmeister in der Superbike-WM, Bruder John ist Eugenes Manager) steuerte eigentlich den größten Beitrag aus seiner Prämie aus der Superbike-WM bei, so dass die ganze Familie und ihre Partner sich auf eine Reise in ein Fünf-Sterne-Haus freuen können! Es wird also ein bisschen Zeit mit der Familie und Training werden. Danach gehen wir ein bisschen Skifahren und dann, bevor man sich versieht, sind wir im Februar wieder auf der Strecke in Malaysia!

Quelle: motoGP.com

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