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MotoGPKolumne

Ducati in MotoGP: Die Open-Vorteile wackeln

Vier magere Jahre hat Ducati in der MotoGP-WM erlebt. Jetzt geht es aufwärts, nicht zuletzt wegen der Open-Vorteile. Aber diese könnten beschnitten werden.

Im Artikel erwähnt



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Ducati stürmt in der MotoGP-WM beständig nach vorne
Ducati stürmt in der MotoGP-WM beständig nach vorne
Foto: Gold & Goose
Ducati stürmt in der MotoGP-WM beständig nach vorne
© Gold & Goose

Das Ducati-Team genießt in dieser und in der nächsten Saison mit den vier Factory-Status-Piloten Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow (Werksteam) sowie Andrea Iannone und Yonny Hernandez (Pramac-Kundenteam) die Vorzüge der Open-Class, weil Ducati 2013 kein MotoGP-Rennen gewonnen hat.

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Aber ein Teil dieser Vorteile geht eventuell verloren. Wenn Ducati mit irgendwelchen der vier Factory-Fahrer drei dritte Plätze, zwei zweite Plätze oder einen Sieg erreicht, und zwar saisonübergreifend bis Ende 2015, dann wird zuerst der Tankinhalt von 24 auf 22 Liter begrenzt.

Und wenn Ducati 2015/2016 insgesamt drei GP-Siege erreicht, dann gehen auch noch die weicheren Hinterreifen verloren, die den Open-Class-Piloten von Forward-Yamaha und allen anderen Open-Teams zustehen.

Aber: Diese Ergebnisse gelten nur für Trockenrennen... Dovizioso hat seinen zweiten Platz in Assen in einem "wet race" erzielt, Cal Crutchlow Platz 3 in Aragón ebenfalls.

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"Eine merkwürdige Vorschrift", stellte Valentino Rossi in Aragón fest.

Denn Ducati hat durch die Vorzüge der Open-Class unfassbare Vorteile gegenüber den anderen Factory-Status-Fahrern von Honda (Repsol, LCR, Gresini) und Yamaha (Movistar, Tech3).

Regelmäßige Motoren-Upgrades

Ducati kann 2014 und 2015 zwölf statt fünf Motoren verwenden, die Entwicklung ist bei ihnen nicht eingefroren, deshalb kommen bei jedem dritten oder vierten Rennen Motoren-Upgrades.

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Und durch die 24 Liter (statt 20) kann Ducati in jedem Rennen ohne Rücksicht auf Verluste mit maximaler Leistung fahren. Honda und Yamaha müssen bei vier bis fünf Rennen die Power reduzieren, sonst reichten die 20 Liter nicht für die Distanz.

Da Ducati (Platz 3 von Dovi in Texas) in diesem Jahr bei 14 Rennen erst einen Podestplatz im Trockenen erzielt hat, werden ihnen sämtliche Open-Vorzüge eine Weile erhalten bleiben.

Ducati hat seit vier Jahren (Casey Stoner 2010 auf Phillip Island) kein MotoGP-Rennen mehr gewonnen.

Dorna, IRTA, MSMA und FIM wollten die Roten unbedingt bei Laune halten. Denn Eigentümer Audi hätte womöglich die Sinnhaftigkeit des teuren MotoGP-Projekts nicht eingesehen, wenn es so weitergegangen wäre wie von 2011 bis 2013.

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Deshalb hat die Grand Prix Commission diese Open-Zugeständnisse gemacht.

Warum diese gleich für zwei Jahre (2014 und 2015) festgeschrieben wurden, wissen die Götter. Diese Ausnahmen wurden im Februar und März 2014 sehr bestürzt beschlossen, zum Nachdenken blieb nicht viel Zeit.

Eines war jedoch immer klar: Selbst der Verlust der weichen Hinterreifen und von zwei Litern Sprit würde die Ducati-Vorteile kaum beschneiden. Die anderen Vorteile haben viel gravierendere Auswirkungen, zum Beispiel die nicht eingefrorene Motorenentwicklung und die zwölf Motoren. Auch die Lockerung des Testverbots für Open-Teams wirken sich für Ducati angenehm aus.

Ducati kann momentan die Power und die Drehzahl beliebig erhöhen, man muss auf den Verbrauch keine große Rücksicht nehmen, denn 2013 kamen die Ducati-Asse mit 21 Liter gut über die Runden. Ohne rigoroses Verbrauchslimit (und wegen der zwölf statt fünf Motoren) kann Ducati die V4-Motoren hemmungslos tunen. So kam in diesem Jahr der MotoGP-Top-Speed-Rekord von Andrea Iannone mit 349,6 km/h zustande.

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Und was unterscheidet Ducati von den anderen Open-Class-Teams? Sie dürfen obendrein ihre hauseigene Elektronik-Software benützen, auch Yonny Hernandez auf seiner letztjährigen Ducati GP13.

Durch die erstaunlichen Ducati-Ergebnisse der letzten Wochen sind die MotoGP-Herrschaften hellhörig geworden.

Ducati braucht keine Vorteile mehr

"Wir werden überlegen, ob wir Ducati sämtliche Open-Vorteile auch für 2015 zugestehen", sagte ein Mitglied der Grand Prix Commission beim Aragón-GP gegenüber SPEEDWEEK.com.

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Denn eines ist klar: Wenn der neue General Manager Gigi Dall'Igna in dem Tempo weiterentwickelt wie zuletzt, könnte Ducati mit den 2015-Werkspiloten Andrea Dovizioso und Andrea Iannone pausenlos auf dem Podest stehen und Honda und Yamaha ordentlich in die Suppe spucken.

Sobald dieser Fall eintritt, kann die Grand Prix Commission nicht mehr einschreiten. Sonst heißt es: Die ich rief, die Geister, die werd' ich nicht mehr los.

Ducati ist längst wieder eine Macht in der MotoGP-WM geworden. Die Italiener brauchen 2015 keine Vorteile mehr.

Yamaha hat 2014 bis Misano auch kein Rennen gewonnen – und keine Zugeständnisse bekommen.

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Ein WM-Titel von Ducati 2015 mit all’ den Open-Vorteilen von 2014 wäre schwer verständlich zu machen.

Deshalb muss jetzt gehandelt werden.

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