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Andrea Dovizioso: «Power macht immer Probleme»

Von Sharleena Wirsing
«Uns fehlen nur noch kleine Dinge in wenigen Bereichen», erklärte Andrea Dovizioso im Interview mit SPEEWEEK.com auf die Frage, was zum ersehnten Ducati-Triumph fehlt.

Mit 87 Zählern ist Andrea Dovizioso als WM-Fünfter derzeit punktgleich mit Tech3-Pilot Bradley Smith. In den letzten vier Rennen vor der Sommerpause sammelte der Italiener nur vier Punkte. Doch in den ersten fünf Rennen stand «Desmo Dovi» mit der Ducati GP15 viermal auf dem Podest. An diese Leistungen will er in der zweiten Saisonhälfte anknüpfen.

Auf dem Sachsenring bestätigte Dovizioso erneut, dass ein Sieg weiterhin sein Saisonziel bleibt. SPEEDWEEK.com traf den 29-Jährigen zum Interview und sprach mit ihm über seine Siegchancen, den Verlust der Zugeständnisse 2016 und das neue Chassis.

Andrea, du hattest einen starken Start in die Saison 2015 und die GP15 bewies sich von Anfang an als schlagkräftig. Was fehlt euch im Vergleich zu Honda und Yamaha noch, um den ersehnten Sieg einzufahren?

Es ist sehr, sehr eng in dieser Klasse. Beinahe hätten wir den Sieg schon erreicht. Doch das Level ist so hoch, es ist sehr schwer zu gewinnen, denn man muss in jedem Bereich perfekt sein. Wir haben eine sehr gute Maschine, aber sie ist nicht perfekt. Das ist aber normal, da wir mit dem Bike erst seit Ende Februar arbeiten. Wir haben die Maschine während der Rennwochenenden stark weiterentwickelt, aber präzise Kleinigkeiten während eines Rennwochenendes zu finden, ist sehr schwer. Die Zeit ist begrenzt, man hat nur drei Runs pro Training. Es ist nicht wie ein Test.

Uns fehlen nur noch kleine Dinge in wenigen Bereichen. Es sind aber wirklich nur Details. Der Hauptpunkt ist meiner Meinung nach die Traktion. Das ist nichts Großes, doch eine kleine Verbesserung am Bike kann am Ende einen großen Unterschied machen.

Ab 2016 wird es keine Zugeständnisse wie die extra-weichen Hinterreifen, mehr Motoren oder mehr Tankinhalt für Ducati mehr geben. Wird euch das zurückwerfen?

Nein, absolut nicht. Obwohl wir alle jetzigen Vorteile verlieren, wird das kein Problem sein. Alle Gegner denken, dass es den Zugeständnissen geschuldet ist, dass wir vorne sind. Doch das ist nicht die Realität. Die Vorteile haben dafür gesorgt, dass wir an diesem Punkt angekommen sind, das ist wahr. Daher mache ich mir darüber keine Sorgen. Im nächsten Jahr wird es die größte Aufgabe sein, mit den neuen Reifen von Michelin umzugehen. Das wird den größten Unterschied machen.

Wirst du einen der Vorteile vermissen?

Nein, nein ich werde nichts vermissen. Wenn man eine gute Pace auf dem Bike hat, dann ist alles in Ordnung.

Seit Assen steht dir ein neues Chassis zur Verfügung, das mehr Abstimmungsmöglichkeiten bietet. Macht das euren Job, am Rennwochenende schnell das richtige Set-up zu finden, noch schwieriger?

Nein, ein neues Chassis mit mehr Möglichkeiten bedeutet, dass wir mit der Abstimmung mehr in beide Extreme, also ans Limit, gehen können. Trotzdem müssen wir immer ein Mittelmaß finden, um größere Veränderungen zu versuchen.

Macht euch die große Power der GP15 bei der Einwicklung und Abstimmung des Chassis zu schaffen?

Power macht immer Probleme. [lacht] Auf der einen Seite ist die große Power positiv, aber auf der anderen Seite auch negativ. Man muss clever sein, um die Power richtig zu nutzen. Auf den Geraden hat man so einen Vorteil, aber die Power zu kontrollieren und auf die Reifen zu achten, ist schwerer. Auch das richtige Set-up zu finden, ist damit nicht so einfach. Aber grundsätzlich ist es positiv, so viel Power zu haben.

Du bist ein sehr erfahrener Pilot. Gibt es trotzdem noch Bereiche, in denen du dich verbessern kannst?

Sicher, man kann sich immer verbessern. Jeder Fahrer hat Schwächen – auch Márquez oder Valentino. Das betrifft alle. Also gibt es immer Möglichkeiten, sich zu verbessern. Doch in der Realität ist das sehr schwer, vor allem wenn man schon einige Jahre in derselben Klasse antritt. Es ist aber nicht unmöglich. Und es ist der Schlüssel, um an der Spitze zu bleiben.

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