Alex Rins: Ist die Tür zum Suzuki-Team noch offen?

Von Günther Wiesinger
Ob Alex Rins 2017 bei Suzuki fahren wird, ist noch nicht entschieden. Die Japaner wollen nicht beide Fahrer tauschen und würden Aleix Espargaró gern behalten.

Moto2-WM-Leader Alex Rins strebt nach zwei Jahren im Páginas Amarillas Team von Sito Pons in die Königsklasse. Doch der 20-jährige Spanier stellt hohe Ansprüche, er will gleich in ein Werksteam wie einst Marc Márquez (2013 bei Honda) und sein Pons-Vorgänger Maverick Viñales (2015 bei Suzuki).

Doch so etwas kam weder bei Movistar-Yamaha in Frage noch bei Repsol-Honda, wo ihm Viñales und Dani Pedrosa vorgezogen wurden. Und Ducati Corse besetzte den freien Platz neben Lorenzo lieber mit Routinier Andrea Dovizioso.

Das ist verständlich: Die grossen Top-Teams müssen auch um die Team-WM und die Marken-WM kämpfen, deshalb sind zwei verlässliche Piloten gefragt.

Suzuki Ecstar könnte 2017 mit Andrea Iannone/Aleix Espargaró in die oberste Liga der Sieganwärter aufsteigen, schliesslich sorgte Suzuki schon im Vorjahr für Plätze in der ersten Startreihe, in Mugello brauste Viñales von Platz 2 weg, in Le Mans beendete er das Rennen als Dritter, in Italien gestern als Sechster, Espargaró traf als Neunter ein.

Trotzdem herrscht bei Suzuki Uneinigkeit. Soll sich das Aufsteiger-Team einen Rookie wie Alex Rins leisten? Oder soll Aleix Espargaró angesichts seiner starken Performance, die er seit dem Texas-GP zeigt, für eine dritte Saison behalten werden?

Die japanischen Manager plädieren für Kontinuität und wollen 2017 nicht mit zwei neuen Piloten antreten. Deshalb möchten sie Espargaró behalten.

Aber die Italiener-Fraktion bei Suzuki mit Davide Brivio könnte sich auch den 20-jährigen Rins als Iannone-Teamkollegen vorstellen.

Rins gilt nach den Erfolgen in den zwei kleinen Klassen als fahrerisches Kaliber vom Format eines Maverick Viñales oder Pol Espargaró. Er liegt in der Moto2-WM jetzt nur zwei Punkte hinter Leader Sam Lowes.

Aber: Kann Rins 2017 Suzuki helfen, in der Team-WM und Marken-WM unter die Top-3 vorzudringen beim Fight gegen Honda, Yamaha und Ducati, die alle mit zwei Topfahrern antreten?

Rins hat ausser Suzuki keine grossen Möglichkeiten mehr auf ein Top-MotoGP-Team. Aprilia Racing wird neben Sam Lowes keinen zweiten MotoGP-Rookie auf die RS-GP setzen, für die Entwicklung ist ein Fahrer mit MotoGP-Erfahrung vonnöten.

Red Bull KTM kommt als neues Zuhause für Rins nicht in Frage, obwohl er auf einer KTM 2013 fast die Moto3-Weltmeisterschaft gewann. Aber die RC16 ist ein unbeschriebenes Blatt, ihre Konkurrenzfähigkeit lässt sich bis heute nicht abschätzen.

Den Wechsel in ein MotoGP-Kundenteam zieht Rins nicht in Betracht. Renommierte Rennställe LCR-Honda, Marc VDS Honda oder Tech3-Yamaha kämen in Frage, wenn der Suzuki-Deal scheitert.

Und da existieren noch beachtliche Hürden. Wenn Suzuki mit Rins die Zukunft sichern will, verlangen sie von ihm einen Zwei-Jahres-Vertrag mit einer Option für 2018 und 2019. «Wir wollen nicht noch einmal in einen Neuling investieren, ihn zwei Jahre aufbauen wie Viñales und ihn dann an die Konkurrenz verlieren», erklärte ein Suzuki-Manager.

Doch Rins will sich nicht für vier Jahre an ein Werk binden. «Mit 20 Jahren kann Alex auch noch ein drittes Jahr Moto2 fahren», sagte Papa Rins am Sonntag in Mugello.

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