Erste Verträge: Ducatis Pläne für die SBK-WM 2018

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Es gab Zeiten, da vertraute über die Hälfte aller Fahrer in der Superbike-WM auf eine Ducati. Weshalb das mit der inzwischen erfolgreichen Panigale nicht der Fall ist, erklärte Ducatis Superbike-Direktor Ernesto Marinell

Früher war die Superbike-WM als Ducati-Marken-Cup verschrien, so viele Teams vertrauten auf die Twins aus Bologna. Das hat sich die letzten Jahre drastisch geändert, als das technische Reglement so verfasst wurde, dass die Ducati-Vorteile dahin sind. 2017 ist erneut Kawasaki mit sieben Motorrädern die quantitativ stärkste Marke. Mit Weltmeister Jonathan Rea und Tom Sykes führen die Japaner mit der ZX-10RR außerdem die Fahrer-, Marken- und Teamwertung an.

Ein rennfertiges WM-Superbike von Ducati kostet 135.000 Euro. Zu Saisonbeginn sind die privaten Panigale identisch mit den Werksrennern von Chaz Davies und Marco Melandri, ab dem Europa-Auftakt liegen sie jeweils einen Entwicklungsschritt zurück, gehören damit aber immer noch zum Besten, was an Material in der seriennahen Meisterschaft zu bekommen ist.

Trotzdem sehen wir in diesem Jahr nur drei Ducati fix in der Startaufstellung. Dabei ist die 1199 Panigale so konkurrenzfähig wie nie zuvor.

«Es gibt viel weniger Privatteams, als in der Vergangenheit», weiß Ducatis Superbike-Direktor Ernesto Marinelli. «Vielleicht hat es auch etwas mit den Kosten zu. Der Hauptgrund für mich ist aber, dass jedes Team versucht einen Hersteller zu finden, der ihn unterstützt. Und einige Hersteller versuchen Teams zu finden, die ihre Arbeit erledigen. Budgettechnisch ist es natürlich besser, wenn du als Team einen Hersteller hinter dir hast.»

Der 44-jährige Italiener weiter: «Wenn ein Team Interesse an Material von Ducati hat, gibt es für uns kein Limit. Wir können die gleichen Bikes liefern, wie sie das Werksteam hat. Das war schon immer die Philosophie von Ducati, dass Kundenteams das bestmögliche Material erhalten. Natürlich hat das seinen Preis. Wir versuchen den Teams zu helfen, sind aber nicht für ihr Budget verantwortlich. Ich glaube, dass es für ein Team besser ist, wenn sie ihr Equipment kaufen. Dann kann das Material am Ende der Saison verkauft werden und es kommt wieder etwas Geld in die Kasse. Wir können uns aber auch über Leasing unterhalten.»

Marinelli hofft, dass wir 2018 mehr als drei Ducati in der Startaufstellung sehen, wie er SPEEDWEEK.com im Exklusiv-Interview verriet. Im Werksteam wird es mit Chaz Davies weitergehen, der Waliser hat einen Zwei-Jahres-Vertrag bis Ende 2018.

Marco Melandri hat einen Vertrag für dieses Jahr mit Option für nächstes. «Wir sind mit beiden Fahrern glücklich», unterstrich Marinelli. «Wir wollen unser Programm mit ihnen fortsetzen.»

Ernesto, wie stehen die Chancen, dass wir 2018 mehr als drei Ducati in der Startaufstellung sehen?

Es gibt Gespräche, aber es ist noch zu früh. Bis Oktober wissen wir hoffentlich mehr.

Das Barni-Team würde gerne zwei Fahrer einsetzen, dafür müssten sie das Budget aber beinahe verdoppeln?

Richtig. Nur bei den Ersatzteilen braucht man nicht die doppelte Menge, bei allem anderen schon: Personal, Equipment, Bikes, Motoren. Wenn ein Team keinen großen Sponsor findet, ist das schwierig zu bewerkstelligen.

Ducati möchte Scott Redding in der Superbike-WM einsetzen, weil er eine Hilfe bei der Entwicklung des V4-Superbikes sein könnte. Dafür müsst ihr ihm aber auch einen Platz anbieten können.

Diese Entscheidung liegt bei meinen MotoGP-Kollegen, was sie mit ihren Fahrern machen möchten. Wir haben nie über Redding geredet. Ich weiß nicht, ob er seinen MotoGP-Platz verlieren wird, das ist nicht mein Geschäft.

In Misano sahen wir den Wildcard-Einsatz von Fabio Menghi. Wird das Team VFT Ducati in die Superbike-WM zurückkehren?

Ich sprach mit Valerio Menghi, dem Teameigentümer. Er würde gerne wieder in der Meisterschaft dabei sein, aber auch er muss abwiegen, welche Möglichkeiten und was für ein Budget er für nächstes Jahr hat. 2016 fuhr das Team Ducati, das ist auch 2018 möglich.

VFT würde mit dem vorhandenen Material und mit Fabio Menghi als einzigem Fahrer wieder einsteigen?

Bezüglich des Materials gibt es kein Limit von unserer Seite, es hängt von den Teamressourcen ab. Sie können jedes Update haben, das sie wollen.

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