Drehzahl kastriert: Noch sind Ducati & Kawasaki vorne

Kolumne von Ivo Schützbach
Superbike-WM
SBK Australien: Javier Fores vor Tom Sykes und Marco Melandri

SBK Australien: Javier Fores vor Tom Sykes und Marco Melandri

Kawasaki, Aprilia und Ducati wurden durch das technische Reglement für die Superbike-WM 2018 deutlich mehr beschnitten als die Gegner – und doch fuhren sie beim Saisonstart in Australien vorne.

Ducati-Werksfahrer Marco Melandri gewann auf Phillip Island beide Rennen, Tom Sykes, Jonathan Rea (beide Kawasaki), Chaz Davies und Javier Fores (beide Ducati) sicherten sich die restlichen vier Podestplätze.

Aprilia-Werksfahrer Lorenzo Savadori bewies seinen Speed als Schnellster am Freitag, Teamkollege Eugene Laverty preschte in der Superpole auf Startplatz 2 und führte den zweiten Lauf bis zu seinem Sturz an.

Ducati, Kawasaki und Aprilia waren die Schnellsten – obwohl sie durch das neue Reglement viel stärker eingebremst werden als die Gegner.

Die erlaubten Maximaldrehzahlen 2018:

Aprilia 14.700/min
BMW 14.700/min
MV Agusta 14.700/min
Yamaha 14.700/min
Suzuki 14.700/min
Honda 14.300/min
Kawasaki 14.100/min
Ducati Twin 12.400/min

Die Drehzahlen der Werksbikes 2017:

Aprilia 15.800/min
Kawasaki 15.200/min
Yamaha 15.000/min
BMW 14.800/min
Suzuki 14.800/min
MV Agusta 14.500/min
Honda 14.350/min
Ducati Twin 13.200/min

Daraus ergeben sich für die Hersteller folgende Einbußen:

Aprilia -1100/min
Kawasaki -1100/min
Ducati -800/min
Yamaha -300/min
BMW -100/min
Suzuki -100/min
Honda -50/min

Der Motor der F4 drehte letztes Jahr nur 14.500/min, 2018 darf er 14.700/min. Damit bekam MV Agusta als einziger Hersteller ein Plus, kann dieses aber nicht nützen, weil die Motoren sonst nicht mehr halten.

Nach dem Saisonauftakt in Australien sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen, der Phillip Island Circuit hat einen speziellen Charakter. Wer dort schnell ist, muss das nicht zwangsläufig den Rest des Jahres sein.

Positiv: Mit Ducati, Kawasaki, Yamaha und Honda schafften es vier Hersteller in die Top-6, Aprilia hätte den Speed dazu gehabt. Lediglich BMW und MV Agusta waren nicht dazu in der Lage, bei diesen beiden Herstellern waren die Voraussetzungen aber besonders. Jordi Torres fuhr das erste Rennen für MV Agusta und hat Anpassungsschwierigkeiten. Und BMW-Einzelkämpfer Loris Baz ist am Freitag im Training gestürzt und war körperlich nicht auf der Höhe. Außerdem hat er durch den Sturz viel Trainingszeit verpasst.

«Es macht den Eindruck, als hätten die Kawasaki mehr zu kämpfen als letzte Saison», stellte Ducati-Ass Chaz Davies fest. «Sie machen Fehler, verlieren Traktion und solche Dinge. Sie sind nicht mehr außerirdisch, auch nicht Johnny Rea.»

Leon Camier (Red Bull Honda) und Loris Baz (Althea BMW) sind davon überzeugt, dass sie dieses Jahr aufs Podium fahren können, Gleiches ist bei Aprilia zu hören.

Mit den Rängen 5, 6, 7 und 9 ist Yamaha der bisherige Verlierer: Alex Lowes und Michael van der Mark markieren nicht mehr die eindeutige dritte Kraft wie letztes Jahr. Insgesamt scheint sich die Leistungsdichte erhöht zu haben.

Nach drei Events gibt es die erste Anpassung der Drehzahl um 250/min nach oben oder unten, ist ein Hersteller zu erfolgreich oder erfolglos.

Zu schlechte Hersteller bekommen außerdem pro Saison ein Motor-Upgrade zugestanden, mittelfristig wird sich die Leistungsfähigkeit der Motorräder weiter annähern.

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