Sensationsanbahnung: Wie Suzuki den WM-Einstieg plant

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Weil sämtliche Anstrengungen von Suzuki der MotoGP-WM gelten, gibt es in der Superbike-WM trotz neuer GSX-R1000R kein Werksteam. Für 2019 besteht die Chance, dass wir einen werksunterstützten Piloten sehen.

Im August 2017 präsentierte IDM-Teamchef Denis Hertrampf Pläne, wie er mit seinem Team HPC-Power, der neuen Suzuki GSX-R1000R und Fahrer Dominic Schmitter in die Superbike-WM 2018 einsteigen will.

Beim letzten Europa-Event in Jerez war das Team dabei und wir sahen die WM-Premiere der neuen Suzuki. Das Bike war in Rot und Weiß und Schwarz im Totenkopf-Design von Sponsor Eighty One Power Drink lackiert, aufgrund der Serien-Elektronik, kaum Vorbereitungszeit und vielen Kinderkrankheiten aber nicht konkurrenzfähig.

Trotz wiederholter mündlicher Zusagen und einem Handschlagabkommen zwischen Eighty-One-Boss Peter Heeb und Denis Hertrampf kam es zu keiner Einigung, die Superbike-WM 2018 findet ohne Suzuki statt.

Aus den Plänen von Andrea Grillini, diese Saison zwei Suzuki einzusetzen, wurde ebenfalls nichts. Der Italiener geriet bei Ermittlungen gegen die kalabrische Mafia wegen des Vorwurfs der Geldwäsche in den Fokus der Ermittler. Der WM-Ausstieg seines Teams ist eine der Folgen davon.

Suzuki hat seit der Präsentation des Motorrads im Oktober 2016 auf der Motorradmesse Intermot in Köln stets unterstrichen, dass das Hauptaugenmerk auf der MotoGP-WM liegt. In der Superbike-WM engagiert sich Suzuki nur dann, wenn ein Team für den Großteil des Budgets aufkommt.

Das Hertrampf-Team HPC-Power ist dazu nicht in der Lage.

Shaun Muir, der Eigentümer von Milwaukee Aprilia, hat Interesse am Umstieg auf Suzuki, er stellt sich die Zusammenarbeit aber anders vor als die Japaner. Muir will sich mit seinem Team nur noch um den WM-Einsatz kümmern, so wie es Provec für Kawasaki macht und Feel Racing für Ducati. Um die Entwicklung des Motorrads soll sich alleine der Hersteller kümmern.

Gespräche mit Suzuki laufen

In Donington Park sahen wir vergangenes Wochenende den Wildcard-Einsatz von Bradley Ray mit seinem Team Buildbase Suzuki. Der 21-Jährige gewann überraschend die ersten beiden Läufe zur Britischen Superbike-Meisterschaft 2018 und liegt nach sechs Läufen hinter Leon Haslam (Kawasaki) auf Gesamtrang 2.

In der Weltmeisterschaft brauste Ray auf den erstaunlichen zehnten Startplatz, obwohl er mit BSB-Elektronik von Motec fuhr, die weder über Traktions- noch Wheelie-Kontrolle verfügt.

Mit den Rängen 14 und 15 sorgte Ray für die ersten WM-Punkte der neuen GSX-R1000R.

«Wir möchten 2019 Superbike-WM fahren und führen entsprechende Gespräche», bestätigte Stuart Hicken von Hawk Racing, der Firma hinter Buildbase Suzuki, im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Klappt alles, wird sich mein Sohn Steven um das WM-Team kümmern.»

Suzuki Japan kann sich vorstellen, ein WM-Team gemeinsam mit Tuner Yoshimura zu unterstützen, so wie es in MotoAmerica gemacht wird. Es ist von einem finanziellen Rahmen in der Größenordnung von 500.000 Euro jährlich die Rede.

Reicht euch diese Unterstützung, um in die WM zu kommen? «Ja sicher», unterstrich Hicken. «Wir sind das älteste Superbike-Team im United Kingdom, unser Background passt.»

Der jetzige Hauptsponsor Buildbase, ein Hersteller von Küchen, Bädern, von Fliesen, Heizungen und vielem mehr, was für den Hausbau nötig ist, steht für die Weltmeisterschaft nicht zur Verfügung. «Wir stehen mit zwei anderen Firmen kurz vor einem Abschluss», versicherte Hicken. «Die Hauptzutat für uns ist, dass uns Suzuki zusichert, dass wir ihr offizielles Team werden. Ich bin mir sicher, das werden sie tun, weil wir gute Arbeit für sie leisten. Wir haben letztes Jahr in Assen als Erste in Europa ein Rennen mit dem neuen Superbike gewonnen. Bradley Ray ist momentan Zweiter der Britischen Meisterschaft, mit einer guten Chance das auch zu bleiben.»

«Aktuell unterstützt Suzuki Japan nur drei Teams», hielt Hicken fest. «Unseres, das in Amerika und SERT in der Endurance-WM. Wir arbeiten direkt mit dem Werk zusammen und erledigen einen guten Job. Bradley war letzte Woche in Japan für den Suzuka-Test, er ist ein guter Fahrer. Und er ist jung, das ist wichtig.»

Hicken plant für den WM-Einstieg 2019 mit Ray als einzigem Fahrer. Eine BSB-Saison kostet zirka 700.000 Pfund, vorausgesetzt, die komplette Infrastruktur mit Lkw, Hospitality und Werkstatt ist vorhanden. Um die jetzige BSB-Suzuki in eine schlagkräftige WM-Maschine zu verwandeln, braucht es laut dem Teameigentümer die «Kit-Elektronik von Suzuki von Magneti Marelli und etwas mehr Motorleistung. Das wird nicht schwierig. Im Moment haben wir 210 PS, was genügend ist, wenn man keine Traktionskontrolle hat. Deshalb verlor Bradley in Donington auch so viel aus den langsamen Kurven heraus, er konnte nicht einfach das Gas aufreißen. Wir sprechen jede Woche mit dem Suzuki-Werk und Yoshimura, die Entwicklung des Motorrads erfolgt gemeinsam.»

Gespräche zwischen WM-Promoter Dorna und Hicken verliefen positiv, Suzuki ist als achter Hersteller höchst willkommen.

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