Evo-Superbike-Regeln 2015: Der Name wird zum Witz

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

WM-Vermarkter Dorna, das Hersteller-Bündnis MSMA und der Motorrad-Weltverband FIM stehen kurz vor einer Einigung für das technische Reglement der Superbike-WM 2015.

Ab 2015 ist in der Superbike-WM das seriennähere Evo-Reglement Gesetz. Wobei wir uns von dem Namen nicht blenden lassen sollten: Das Reglement wird bei weitem nicht so restriktiv sein wie die Evo-Regeln in diesem Jahr, aber auch nicht so viele Freiheiten bieten wie die heutigen Superbike-Regeln.

Es wird einen Kostendeckel geben für Bremsen, Federelemente und Elektronik, die leistungssteigernden Maßnahmen am Motor werden eingeschränkt. Die Hersteller dürfen weiterhin eigene Elektronik entwickeln, im Zylinderkopf dürfen etwa die Kanäle oder Nockenwelle modifiziert werden. So soll garantiert sein, dass jedes Motorrad auf einen konkurrenzfähigen Level gebracht wird, auch wenn es serienmäßig nicht dem jüngsten technischen Stand entspricht.

Dorna-Manager Gregorio Lavilla verriet SPEEDWEEk.com vor der anstehenden Einigung zwischen Dorna, MSMA und FIM, wie das zukünftige Reglement aussehen wird.

«Vor Imola hat die MSMA den finalen Entwurf für das Reglement 2015 erhalten», erzählte der Spanier. «In diesem Dokument sind die Ideen aller in der Meisterschaft vertretenen Hersteller enthalten. Sobald wir die Antwort von der MSMA haben, können wir das Reglement veröffentlichen. Das soll noch vor Ende des Monats geschehen.»

Lavilla weiter: «Unser Hauptaugenmerk bei der Regelschaffung lag auf der Kostenreduktion. Das zukünftige Reglement liegt technisch in der Mitte zwischen heutigem Evo- und Superbike-Reglement. Details kann ich erst preisgeben, wenn sich MSMA, Dorna und FIM über alles geeinigt haben.»

Wer soll die Kit-Elektronik kontrollieren?

Was sich ändern wird, haben wir bereits zu Beginn des Texts erklärt. Gravierendste Änderung zu diesem Jahr: Jeder Hersteller darf seine Elektronik grundsätzlich frei entwickeln, er muss sie aber zu einem festgeschriebenen Preis frei erhältlich anbieten. Eine Standard-Elektronik lehnen die Hersteller geschlossen ab.

Kritiker der Kit-Elektronik mit Kostendeckel stellen in Frage, ob die FIM in der Lage sein wird zu kontrollieren, ob eine ECU manipuliert worden ist. Auch lässt sich nicht verhindern, dass ein Hersteller mit dem Verkauf einer Elektronik draufzahlt, weil er sich von ausgereiften und damit teuren Lösungen Vorteile verspricht. Geschäftstüchtig wäre dies freilich nicht.

Lavilla: «Wenn ein Hersteller mehr Geld hat, wird er auch mehr ausgeben. Um große Entwicklungen zu unterbinden, müssten wir eine Standard-ECU einführen, diese ist aber in niemandem Interesse. Wir brauchen eine gewisse Flexibilität für den Einsatz in nationalen Meisterschaften und die Hersteller müssen weiterhin die Möglichkeit haben, im Rennsport für die Serie zu entwickeln. Letztlich werden die Privatteams durch die neuen Regeln die gleiche Elektronik wie die Werksteams erhalten und dadurch konkurrenzfähiger. Unterm Strich wird die Situation besser sein, als sie es heute ist.»

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