Superbike-WM: Verhindert die EU ein Michelin-Monopol?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Seit Einführung der Einheitsreifenregel in der Superbike-WM 2004 ist Pirelli Monopolist in der seriennahen Motorrad-Weltmeisterschaft. Für den Zeitraum ab 2016 hat auch Michelin Interesse angemeldet.

2015 wird die vorderhand letzte Saison sein, in welcher in der Superbike-WM alle auf Pirelli-Reifen ausrücken. Für 2016 und darüber hinaus läuft derzeit eine Ausschreibung, an der sich neben Pirelli auch Michelin beteiligen wird.

Zwischen 1988 und 2003 dominierte Michelin in der seriennahen Motorrad-Weltmeisterschaft und gewann elf WM-Titel. Den letzten Triumph in der Superbike-WM feierten die Franzosen 2003 mit Neil Hodgson auf Ducati.

Michelin-Manager Piero Taramasso bleibt vage: «Wir werden uns nur bewerben, wenn sich die Technologie auf das käufliche Endprodukt übertragen lässt. Wenn die Bedingungen interessant sind, werden wir teilnehmen.»

Pirelli hat gerade deshalb so großes Interesse an der Superbike-WM, weil die Erkenntnisse direkt ins Serienprodukt einfließen. Dies wurde auch bei Michelin erkannt.

«Michelin ist endlich aufgewacht», kann sich Pirelli-Rennchef Giorgio Barbier leichten Spott nicht verkneifen. «Wir mussten uns schon in der Vergangenheit ungefähr alle drei Jahre in der Ausschreibung gegen andere Hersteller durchsetzen. Wir haben in unserer Bewerbung jeweils erklärt, was wir für die Meisterschaft leisten wollen. Bislang war der Promoter jeweils der Meinung, dass unser Konzept am Besten zu seiner Philosophie der Meisterschaft passt.»

Die EU hat ein wachsames Auge

Mit MotoGP- und Superbike-WM gibt es weltweit zwei große Motorrad-Rennserien. Für MotoGP hat WM-Vermarkter Dorna mit Michelin einen Vertrag abgeschlossen, der 2016 in Kraft tritt. Wie wahrscheinlich ist es, dass der gleiche Hersteller auch den Zuschlag bei den Superbikes bekommt, wo die Wächter der EU doch jegliche Monopole zu vermeiden suchen?

«Für Michelin wird es schwierig, dass die EU dies erlauben wird», ist Pirelli-Mann Barbier überzeugt. «Die EU betrachtet solche Dinge aber aus Marktsicht. Würde ein Hersteller durch seine Verträge in beiden Meisterschaften eine marktbestimmende Stellung erlangen, würde die EU dies verhindern. In MotoGP reden wir aber über Prototypen-Reifen, die nicht verkauft werden. Die Superbike-Reifen sind hingegen im Laden käuflich.»

«Aus MotoGP gab es nie einen Technikfluss in die Serienproduktion von Reifen», sagt Barbier. «In keiner nationalen Meisterschaft sieht man Fahrer mit MotoGP-Reifen. Wir glauben, dass wir vor zehn Jahren den richtigen Weg bei den Superbikes eingeschlagen haben, unser Engagement zeichnet sich auch in den Verkaufszahlen ab. Letztlich geht es aber nicht darum welche Meisterschaft du ausrüstest, sondern wie gut dein Produkt ist. Stimmt die Qualität, kaufen die Leute deine Reifen.»

«Wir würden gerne in der Supernike-WM weitermachen», unterstreicht der Italiener. «Dorna versucht, die Superbikes seriennaher zu machen, über diesen Schritt sind wir glücklich, da wir mit unseren Reifen den gleichen Weg beschreiten. Pirelli betreibt seit 107 Jahren Rennsport, wir haben nie aufgegeben oder damit aufgehört. Es gibt keinen anderen Reifenhersteller, der so tief im Motorrad-Rennsport verwurzelt ist wie Pirelli, wir sind in quasi jeder Sportart und Serie vertreten.»

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