Martin Smolinski will «kein Kanonenfutter sein»

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP
Ein Punkt fehlte Martin Smolinski, um im Speedway-Grand-Prix in Teterow nach 2016 erneut ins Halbfinale einzuziehen. Der Bayer sprach mit SPEEDWEEK.com über die Wahl seiner Motoren, Reifen und Ligaclubs.

Greg Hancock hat sich nach seiner Schulterverletzung für die restlichen Grands Prix 2017 abgemeldet, vieles deutet darauf hin, dass wir auch Nicki Pedersen nach seinen Wirbelbrüchen dieses Jahr nicht wiedersehen werden. Kommt es so, bestreiten die Nachrücker Peter Kildemand und Martin Smolinski auch die kommenden Rennen in Stockholm, Thorn und Melbourne. «Ich plane für diese drei Rennen, wünsche den beiden aber natürlich schnellst- und bestmögliche Genesung», sagte Martin Smolinski im Interview mit SPEEDWEEK.com.

Mit acht Punkten, Gesamtrang 9 und einem Laufsieg schlug sich Smolinski vor seinem Heimpublikum im Teterow achtbar und eroberte doppelt so viele Zähler wie Wildcard-Fahrer Kai Huckenbeck, der vier Gegner schlagen konnte, darunter Smolinski.

Martin, ist es zielführend, dass du zwischen den drei Motorenmarken Jawa, GM und GTR hin und her wechselst?

Ich muss einfach schauen, wie es weitergeht. Da hängt ja auch einiges dahinter. Es gibt Verträge und Gespräche.

Du hast in einigen Rennen dieses Jahr zwischen den Läufen die Motorenmarke gewechselt: Kann dich das nicht leicht aus der Spur bringen?

Nein. Ich habe versucht mit dem Material weiter zu arbeiten, machte aber einen starken Rückschritt. Darunter litt mein Selbstvertrauen, ich musste erst wieder Vertrauen finden. Jetzt ist die Pace wieder da, wo sie sein muss – jetzt muss ich schauen, dass die Starts wieder passen. Man verlernt das Fahren ja nicht, aber die Leistungsdichte in der Weltspitze ist gewaltig.

Planst du zukünftig, nur mit einem Hersteller zu arbeiten?

Dazu kann ich momentan keinen Kommentar abgeben.

Du kennst die Reifen von Mitas und den neuen von JTR: Wie kann man diese vergleichen?

Der Grundaufbau ist komplett anders, Hauptunterschied ist das verwendete Material. JTR verwendet Naturkautschuk, Mitas einen anderen. Unterschiedlich ist auch die Stabilität der Seitenkarkasse, der Reifen reagiert anders. Da muss JTR noch viel lernen und mehr rausholen.

Ich fahre derzeit Mitas, weil ich auf Material zurückgreifen muss, das funktioniert. Ich habe mit allem drum und dran so viel um die Ohren, ich muss erst mal wieder Spaß am Fahren haben. Der JTR ist ein guter Reifen, man kann auch gut mit den Jungs zusammenarbeiten. Mal sehen, wie es bei denen weitergeht. Sie haben letzte Woche in Wittstock getestet, da hätte ich auch fahren können, hatte die Zeit aber nicht.

Die letzten Jahre hast du auf ausländische Ligen verzichtet, jetzt bist du wieder Rennen in Dänemark und Polen gefahren und schließt auch eine Rückkehr in die britische Liga nicht aus. Wie kommt’s?

Ich wollte immer in England fahren, aber es muss auch funktionieren. Wenn ich das mache, dann muss ich mich in dem Club wohlfühlen und das Material muss passen. Ich will ja kein Kanonenfutter sein.

England interessierte mich immer, dort drüben ist es Spitze. Aber der Zeitaufwand und die Logistik sind schwierig. Ich rechne betriebswirtschaftlich, da hängt viel dran. Wenn es finanziell interessant und kein Minusgeschäft ist, dann bin ich bereit.

Im Moment ist es für alle Deutschen in der britischen Liga ein Minusgeschäft – wenn man richtig rechnet.

Fährst du die Saison in der dänischen und polnischen Liga fertig?

Das ist noch nicht sicher, es waren jetzt erst mal nur ein paar Rennen.

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