Traurig: Nur ein Team wollte Anthony West bezahlen

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM

Seit 2014 fuhr Anthony West keine volle Saison mehr in einer WM-Klasse, der Australier verdingte sich seither als Wanderarbeiter. 2018 hat er beste Voraussetzungen, um in der Supersport-WM vorne mitzumischen.

2008 fuhr Anthony West als Kawasaki-Werksfahrer eine Saison MotoGP, seither hat er gute Beziehungen zum japanischen Hersteller aus Kobe.

Bei Kawasaki hatte niemand etwas dagegen, als 2016 die Teams Pedercini und dieses Jahr Puccetti West als Ersatzfahrer in der Superbike- und Supersport-WM aufboten.

Besonders das Engagement bei Puccetti erweist sich für West jetzt als hilfreich. Er wird 2018 im eigenen Supersport-WM-Team EAB antwest Racing eine ZX-6R einsetzen, die vom italienischen Kawasaki-Werksteam aufgebaut wird. Der zweifache Laufsieger wird damit identisches Material haben wie Rekordweltmeister Kenan Sofuoglu.

SPEEDWEEK.com gewährte Anthony West gerne ein Interview.

Anthony, wie sieht die Organisation deines eigenen Teams aus?

Ich bin Teammanager und Fahrer. Ferry Schoenmakers hilft mir mit der Logistik, Sponsoren, den Motorrädern, dem Chefmechaniker und zwei Mechanikern aus Holland.

Als dein eigener Teammanager läufst du keine Gefahr, dass du über den Tisch gezogen wirst.

Nach vielen Jahren mit miesen Teams oder schlechten Teammanagern dachte ich mir, dass es am Besten ist, wenn ich mich selber kümmere. Zusammen mit Ferry von EAB Racing habe ich mein eigenes Team gemacht.

Ich wurde von den meisten Teams betrogen. Mal bekam ich nicht das versprochene Motorrad, mal nicht das zugesagte Geld.

Gab es keine Chance, in der Superbike- oder Supersport-WM ein gutes Motorrad zu bekommen?

In der Superbike-WM hätte ich einen Platz bekommen können, aber keinen guten.

Für die Supersport-WM fragten mich einige Teams. Ein paar wollten, dass ich Geld mitbringe. Andere boten mir an, ohne Gehalt zu fahren. Das einzige Team, das mir ein Gehalt anbot, war das von MV Agusta. Aber sie ändern ihre Struktur für nächstes Jahr. Wenn sie wie dieses Jahr als Werksteam weitergemacht hätten, hätte ich akzeptiert. Aber jetzt spannen sie mit Vamag zusammen, ich glaube, dass ich mit meinem eigenen Team besser fahre.

Dieses Jahr bist du einige Supersport-Rennen auf Yamaha gefahren. Wieso hast du dich für 2018 für Kawasaki entschieden?

Ein bisschen wegen der Kosten, aber auch, weil ich das Motorrad mag. Die letzten zwei Rennen hatte ich gute Ergebnisse mit der Maschine von Puccetti.

Es gibt so viele Yamaha-Teams, dass sie es nicht nötig haben, mir gute Unterstützung zukommen zu lassen.

Puccetti bot mir an, dass ich ein Motorrad von ihnen haben kann. Von ihnen bekommen wir auch Informationen über die Abstimmung der Federelemente und welche Übersetzung wir fahren müssen.

Dein Motorrad wird technisch identisch mit dem von Kenan Sofuoglu sein?

Wir bekommen das gleiche Bike, wie es Kenan nächstes Jahr haben wird.

Man kann also von einer inoffiziellen dritten Werks-Kawasaki reden?

Ja. Momentan habe ich das Bike, das er dieses Jahr fuhr.

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