Anthony West: «Die fressen mir die Haare vom Kopf»

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Anthony West mit seiner hungrigen Crew

Anthony West mit seiner hungrigen Crew

Im Fahrerlager findet man kaum einen zweiten Lebenskünstler wie Anthony West. Bei der Supersport-WM in Thailand jammerte das Kawasaki-Ass, dass er kaum Geld habe, um die Mechaniker zu füttern.

Beim Saisonstart in Australien hat Anthony West in der ersten Rennrunde auf Platz 3 liegend den Motor gekillt. «Unten herum ist er Schrott», erklärte der Kawasaki-Privatier, «den Kopf können wir wohl retten. Wir nehmen diese Teile, kaufen einen gebrauchten Motor und bauen dann aus Teilen einen Motor auf. Bislang kamen wir nicht dazu, das erledigen wir später.»

West zerbrach sich anschließend den Kopf, wie er das zweite Überseerennen in Thailand bestreiten soll, Teamchef Ferry Schoenmakers hielt fest, dass die Saison des Australiers nicht in Gefahr sei. «Also ich sehe die Budgetprobleme», schmunzelte West im Gespräch mit SPEEDWEEK.com unter thailändischer Sonne. «Okay, nach Australien kam von einigen Sponsoren etwas Geld in die Kasse, bis zum Saisonende wird das aber schnell ausgehen. Ich lebe in den Tag hinein. Selbst die Mechaniker zu füttern ist teuer. Die meisten von ihnen sind Haut und Knochen, nur die Amis fressen mit dir Haare vom Kopf.»

Der 36-Jährige weiter: «Am Teuersten waren die Flüge von und nach Australien und Thailand. Ich habe zwei Jungs aus Holland und zwei aus Amerika. Die kommenden Rennen in Aragón und Assen sind okay, danach gibt es hoffentlich keine ungeplanten Ausgaben, die mich ein Vermögen kosten. Ich selbst habe ja auch Kosten, muss irgendwo wohnen und zu den Rennen kommen.»

In Europa trägt Ferry Schoenmakers die Logistikkosten? «Ja, das entlastet mich», so West.

Ein Fragezeichen steht demnach nur hinter den beiden Überseerennen in Argentinien und Katar? «Genau, Flüge nach Argentinien waren schon zu meiner Moto2-Zeit sehr teuer, die Hotels auch.»

In Thailand agierte West unscheinbar, von Startplatz 6 holte er den selben Rang im Rennen. Mit zehn Punkten ist er WM-Zehnter und damit bester fixer Kawasaki-Pilot.

Sollte Kenan Sofuoglu länger ausfallen oder sogar seine Karriere beenden, ist West der einzige Lichtblick der Grünen: «Ich habe die Chance, bester Kawasaki-Fahrer zu sein. Ich werde Kawasaki noch einmal um Hilfe bitten, mit Geld oder Ersatzteilen. Bislang bekomme ich gar nichts von ihnen, fahre aber in grün und mit dem Kawasaki-Schriftzug. Ich möchte nett sein und sie beeindrucken. Yamaha ist so stark, in Buriram haben sie dominiert.»

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