Jules Cluzel (MV Agusta): Getriebe an Rammstoß Schuld

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM

Es hätte der zweite Sieg für Jules Cluzel und MV Agusta in Folge werden können. Doch dann schoss der Franzose im Supersport-Rennen in Aragón WM-Leader Kev Coghlan (Yamaha) ab.

Nachdem Pata-Honda-Pilot Michael van der Mark über weite Strecken die Führungsgeschichte des Supersport-Rennens in Aragón schrieb, waren es gegen Rennende Kev Coghlan und Jules Cluzel, die sich als Siegkandidaten aufdrängten. Bis der Franzose am Ende der langen Geraden Coghlan torpedierte! Während Coghlan nach Sturz weiterfahren konnte, noch Fünfter wurde und damit die WM-Führung übernahm, war das Rennen für Cluzel beendet.

«Ich musste mich bei Coghlan entschuldigen», gab Cluzel im Gespräch mit SPEEDWEEK.com unumwunden zu. Doch es war keine Unfähigkeit des ehemaligen Vizeweltmeisters, die zu diesem Drama führte. «Ich hatte schon im Training Getriebeprobleme», erklärte der 25-Jährige. Die hatte MV Agusta schon in Australien, trotz sechs Wochen Pause wurden sie nicht behoben. «Es ist etwas besser geworden», relativierte Cluzel. «Aber wir haben es noch nicht ganz im Griff, das Problem tritt zwischendurch immer mal wieder auf.»

So erlebte Cluzel den Crash am Ende der langen Geraden: «Ich lag 0,3 sec hinter Coghlan, dann verzögerte das Motorrad beim Bremsen weniger als in den Runden zuvor. Als ich in den ersten Gang schaltete, blockierte der Motor das Hinterrad. Ich fuhr dahin, wo es mich hintrieb. Ich wollte geradeaus fahren, um dann ins Rennen zurückzukehren, aber ich habe das Hinterrad von Coghlan erwischt. Es war knapp, ich wollte ihn keinesfalls abschießen. Mir ging der Platz aus.»

Kev Coghlan war aufgebracht

Der MV-Agusta-Pilot ging direkt nach dem Rennen zu Coghlan und entschuldigte sich. «Natürlich war er aufgebracht», so Cluzel. «Diese Aktion hat uns die Ränge 1 und 2 im Rennen gekostet. Aber so ist Rennsport. Wir haben Coghlans Team unsere Daten gezeigt und uns entschuldigt. Aber wir hätten an der Situation nichts ändern können. Coghlan hatte zumindest das Glück, dass er das Rennen zu Ende fahren konnte, ich nicht. Das ist wirklich Mist, ich habe alles gegeben.»

«Wir waren in der Lage das Rennen zu gewinnen, obwohl wir von perfekt noch weit entfernt sind. Das Potenzial des Motorrads ist wirklich sehr groß. Ich hoffe, dass wir unsere zwei größten Probleme bald in den Griff bekommen, dann werden wir noch um einiges schneller sein. Zuerst muss das Getriebe funktionieren, so wie jetzt ist es gefährlich. Und dann gibt es noch etwas am Motor, das wir ändern müssen. Dafür haben wir bereits eine Lösung.»

Wie schnell die F3 bereits ist, bewies Cluzel mit seinem Rundenrekord, 0,210 sec schneller als die alte Bestmarke von Sam Lowes (Yamaha): «Wir können die Schnellsten sein. Und gleichzeitig sind wir weit von dem entfernt, was wir leisten können – das weiß ich.»

Rang 5 statt souveräner WM-Führung

In Australien waren Kenan Sofuoglu (Mahi Kawasaki) und Michael van der Mark (Pata Honda) leer ausgegangen, dieses Mal traf es Cluzel. «Dadurch sind in der WM-Wertung alle zusammengerückt, alles ist offen», weiß der Franzose. «Aber mir wäre es lieber, wenn ich einen großen Abstand hätte. Ich habe aus meinem Wochenende das Beste gemacht, normal wäre ich im schlechtesten Fall Dritter geworden.»

Das hätte 16 Punkte gegeben, Cluzel würde die WM souverän anführen. So liegt er mit seinen 25 Punkten aus Australien nur auf Rang 5.

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