Dritter WM-Supercross-Triumph für KTM in den USA

Von Thoralf Abgarjan
Supercross-WM
Ryan Dungey feiert mit dem KTM-Team den dritten Supercross-WM-Titel für die Mattighofener in Folge

Ryan Dungey feiert mit dem KTM-Team den dritten Supercross-WM-Titel für die Mattighofener in Folge

Supercross-WM-Siege in den USA stellen für KTM besonders wichtige Meilensteine dar. Nun haben die Mattighofener mit Ryan Dungey den dritten Supercross-Titel gewonnen. Marvin Musquin ist in der Position des Kronprinzen.

Am Sonntag knallten kurz nach 8 Uhr in der Red Bull Energy Station von Jerez de La Frontera die Korken: Motorsport-Direktor Pit Beirer und KTM-Vorstand Hubert Trunkenpolz, dessen Anfangsbuchstabe 'T' bei KTM im Firmennamen steht, stießen mit einem Glas Champagner auf den Gewinn der Supercross-WM auf der anderen Seite des Atlantiks an. In Spanien fand an diesem Wochenende der 4. Lauf zur Moto-GP statt, an der sich KTM seit diesem Jahr wieder beteiligt.

Für KTM ist das der dritte US-Supercross-Triumph in Folge, für Ryan Dungey sogar der vierte Titelgewinn. 2010 hatte er seinen ersten SX-WM-Titel mit Suzuki gewonnen.

KTM hat den Erfolg in den USA gesucht, denn Amerika ist einer der wichtigsten Märkte für Motorräder.

Im Trubel der Geschehnisse ging dabei etwas unter, dass Marvin Musquin mit Gesamtrang 3 einen weiteren wichtigen Erfolg für die Mattighofener beigetragen hatte. Beim vorletzten Rennen in New Jersey hatte er seinem Freund und Teamkollegen Ryan Dungey im Titelkampf wesentliche Schützenhilfe geleistet.

In Las Vegas konnte der Franzose aber nichts mehr für Dungey tun, der versuchen musste, den Scharmützeln zu entgehen, um sicher unter den Top-4 die Ziellinie zu überqueren.

«Schon als ich in Las Vegas ankam wusste ich, dass die Bedingungen schwierig werden», stöhnt Musquin.

«Die Strecke war hart und ausgetrocknet. Wir haben verschiedene Dinge am Setup ausprobiert. Erst im letzten gezeiteten Training sind mir schließlich ein paar schnelle Runden gelungen. Trotzdem habe ich den ganzen Tag über mit der Strecke gehadert und immer wieder Fehler gemacht. Im Finale war ich aber zur Stelle und lag an fünfter oder sechster Position.»

Konkret hätte er taktisch dafür sorgen können, dass Tomacs Teamkollege Josh Grant nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte.

Tomac versuchte, das Tempo an der Spitze so weit wie möglich zu drosseln, so dass Dungey von hinten von einem Pulk von Fahrern in Gefahr geriet: Jason Anderson (Husqvarna), Joshua Grant und sogar Chad Reed hatten Dungey in unmittelbarer Schlagdistanz.

Wäre Dungey in dieser Phase gestürzt und hätte Tomac das Rennen gewonnen, hätte Dungey den WM-Titel verloren.

Sobald Dungey in dieser heiklen Situation an Tomac vorbeiging, startete der Kawasaki-Pilot sofort seine erbarmungslosen Konter, um Dungey aus dem Rennen zu kegeln. Musquin hätte also in dieser Phase einen Puffer zwischen Dungey und Grant bilden können. Dazu kam es aber nicht.

Der Franzose erklärt die Situation: «Ich habe natürlich genau bemerkt, was dort an der Spitze abging. Leider sind mir aber wieder einige Fehler unterlaufen und ich habe etwas den Anschluss verloren. Nach einem weiteren Fehler ging ich zu Boden und landete ziemlich hart auf dem Rücken. Bei diesem Crash habe ich mir das Bike derart verbogen, dass ich die Box ansteuern musste.»

Dungey rettete sich also am Ende ohne die Unterstützung seines Teamkollegen über die Ziellinie, riskierte nie zu viel, aber auch nie zu wenig. Er wich den aggressiven Manövern Tomacs so gut wie möglich aus und sicherte so seinen verdienten Titelgewinn aus eigener Kraft ab.

Tomac war am Ende kein guter Verlierer und Dungey dafür ein umso besserer Gewinner, denn trotz der unfairen Attacken fand er nach dem Rennen nur lobende Worte für seinen härtesten Rivalen: «Tomac ist ein verdammt schneller Kerl und ich denke, wir haben den Fans heute eine großartige Show geliefert.»

Und so wurde Las Vegas zu einer großen KTM-Party - mit Marvin Musquin: «Es ist natürlich nicht schön, die Saison mit so einem Ausfall zu beenden, aber mit Gesamtrang 3 kann ich in meinem zweiten 450er-Jahr insgesamt doch ganz zufrieden sein.»

Musquin gilt bei KTM als der Kronprinz. Sein Vertrag wurde erst kürzlich um zwei weitere Jahre verlängert, während Dungey noch überlegt, ob er im nächsten Jahr überhaupt noch weitermacht. Falls Dungey den Helm an den Nagel hängen sollte, wäre Musquin schon nächstes Jahr die Nummer eins bei KTM.

Das Finale von Las Vegas in der Zusammenfassung:


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