Drama um Ken Roczen: Supercross-Titel in Gefahr

Von Matthias Dubach
US-Supercross Lites West
Ken Roczen: Viel Erklärungsbedarf in Salt Lake City

Ken Roczen: Viel Erklärungsbedarf in Salt Lake City

In Salt Lake City geschah das Undenkbare: Der KTM-Star fehlte im Finale und verlor seinen grossen Vorsprung in der Tabelle.

Beim Supercross-Event in Salt Lake City hätte Ken Roczen mit etwas Schützenhilfe bereits vorzeitig den Titel in der Westküstenserie der amerikanischen 250-ccm-SX-Lites-Meisterschaft holen können. Der KTM-Werkspilot war mit einem komfortablen 20-Punkte-Polster zur zweitletzten Runde gereist, der Druck lag auf Titelverteidiger Eli Tomac, der Roczen unbedingt schlagen musste, um beim grossen Finale in Las Vegas noch Titelchancen zu haben.

Aber es kam alles ganz anders: Tomac hatte Roczen bereits vor dem Finallauf geschlagen – denn der Thüringer verpasste die Qualifikation für den Endlauf!

Dabei hatte sich Roczen (wird am Montag 19 Jahre alt) als Trainingsschnellster für sein Halbfinale aufstellen können. Aber in der zweiten Kurve kollidierte er mit einem Gegner und musste als Letzter das Rennen wieder aufnehmen. Die Aufholjagd liess sich gut an, aber in der Whoops-Sektion musste Roczen einem gestürzten Piloten ausweichen und geriet neben die Strecke.

Danach hakte der Thüringer das Halbfinale ab und steuerte mit seinem Mechaniker auf dem Heck die Boxen an. Die Kräfte sollten für den Hoffnungslauf aufgespart werden. KTM ging trotzdem nicht leer aus: Malcolm Stewart, der Bruder von James, gewann zum ersten Mal in seiner Karriere einen Supercross-Lauf.

Im Hoffnungslauf startete Roczen gut, aber in der ersten Kurve geriet er in einem Massensturz. Das Undenkbare nahm Gestalt an – für die Finalqualifikation waren die Ränge 1 oder 2 notwendig. Roczen konnte sich zwar auf die dritte Position nach vorne arbeiten, aber Travis Baker und Topher Ingalls waren für den MX2-Weltmeister von 2011 nicht mehr erreichbar. Der Gesamtleader schied aus!

Nun konnte Eli Tomac mit einem Podestplatz die Gesamtführung übernehmen oder zumindest Gleichstand in der Tabelle herstellen. Aber der Honda-Pilot zeigte ein schwaches Finale, nach einigen Fehlern und deutlich langsameren Rundenzeiten der Spitze musste sich der Titelverteidiger mit Rang 6 begnügen. Jason Anderson (Suzuki) nutzte die Schwächen der Topstars, um seinen ersten 250-ccm-Finalsieg zu feiern.

Weil Tomac nur 15 Punkte sammelte, reist nun Roczen noch mit fünf Punkten Vorsprung zum grossen Finale nach Las Vegas.

«Ich bin sehr enttäuscht von diesem Rennen», knirschte Roczen. «Ich hatte vor diesem Event einen grossen Vorsprung, nun wird es in Las Vegas eine sehr enge Sache. Ich hatte ein bisschen Glück mit Eli Tomacs sechstem Rang, so bin ich in der Tabelle noch immer vorne. Ich muss nun so positiv wie möglich bleiben und mein Bestes geben, um in Las Vegas zu gewinnen und hoffentlich die Meisterschaft zu holen.»

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