Latvala möchte Vorjahressieg wiederholen

Von Toni Hoffmann
WRC
Jari-Matti Latvala gewann 2011 in Wales.

Jari-Matti Latvala gewann 2011 in Wales.

Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila gewann die Wales-Rallye Grossbritannien 2011 am Steuer ihres Ford Fiesta RS WRC mit einem Vorsprung von mehr als drei Minuten.

Das Werksteam von Ford in der Rallye-Weltmeisterschaft will seinerErfolgsgeschichte bei der Wales-Rallye Grossbritannien ein weiteresKapitel hinzufügen. Zehn Mal hat die Marke seit 1973, der Einführung deshöchsten Prädikats in dieser spektakulären Motorsport-Disziplin, dievon Fans auch «RAC» genannte Veranstaltung gewonnen – so oft wie sonstkein zweiter Hersteller. Im Vorjahr gelang Jari-Matti Latvala undBeifahrer Miikka Anttila ein souveräner Sieg: Das finnische Duoerreichte das Ziel in Cardiff, der Hauptstadt von Wales, am Steuer ihresFiesta RS WRC mit gut vier Minuten Vorsprung auf ihre MarkenkollegenMads Östberg/Jonas Andersson und Henning Solberg/Ilka Minor. Insgesamtsetzten acht der neun Erstplatzierten auf den schnellen Turbo-Allradlervon Ford.

Auch wenn die Rallye Grossbritannien zu den absoluten Klassikern imWM-Kalender zählt, so präsentiert sie sich 2012 doch in neuem Gewand –was vor allem am neuen Termin für diese Schotterveranstaltung liegt.Statt wie bislang üblich als Saisonfinale im November mit kühlenTemperaturen und unwirtlichem Herbstwetter empfängt die «RAC» dieTeilnehmer dieses Mal bereits im spätsommerlichen September. EinUmstand, der sich speziell auf die Streckencharakteristik in denwalisischen Wäldern auswirken kann.

«Bei der ,Wales-Rallye‘ sind wir eigentlich an winterliche Bedingungengewöhnt», bestätigt Latvala. Der heute 27-Jährige begann bereits alsTeenager seine Karriere in der britischen Meisterschaft und geht zumelften Mal bei diesem WM-Lauf an den Start. «Sollte es tatsächlichtrocken bleiben, dann präsentiert sich die Rallye ganz anders – vielschneller und mit deutlich mehr Grip. Im Winter kommt es vor allemdarauf an, schlammige Passagen frühzeitig zu entdecken, um entsprechenddarauf reagieren zu können. Im Trockenen spielt die Oberfläche derPisten keine so grosse Rolle. Dafür nehmen wir viel mehr Speed mit indie Kurven.»

Grosse Bedeutung misst Latvala der Reifenstrategie bei. «Auf trockenenStrecken dürfte die härtere Mischung des Michelin Latitude Cross diebeste Wahl sein, denn manche Oberfläche sorgen für hohen Verschleiss»,so der Gewinner der diesjährigen Rallye Schweden. «Laut Reglement müssenwir aber auch den weicheren Pneu-Typ einsetzen – wann genau dies ambesten ist, bleibt eine spannende Frage. Generell aber liebe ich dieengen, geschwungenen Schotterpisten sehr, diese Rallye zählt klar zumeinen Lieblingsveranstaltungen im WM-Kalender. Auch wenn amStreckenrand oftmals Langholzstapel lauern – wer die touchiert, riskiertauf der Stelle einen Ausfall.»

Auch Petter Solberg, der zweite Werksfahrer von Ford, freut sich auf denbritischen WM-Lauf. «Diese Rallye liegt mir, ich habe hier schon tolleErfolge gefeiert», so der Norweger, der zwischen 2002 und 2005 gleichvier Siege am Stück einfahren konnte und heute mit Beifah-rer ChrisPatterson antritt. «Ich liebe die schnellen Schotterwege in den Wäldern,sie bieten eine tolle Herausforderung. Um wirklich flott zu sein, musstdu die komplette Strassenbreite ausnutzen und manchmal auch noch etwasmehr. Dafür kommt es auf einen perfekten Aufschrieb an, da viele Kurvennicht einsehbar sind. Der vorgezogene Termin könnte in diesem Jahr dafürsorgen, dass es nochmals schneller zugeht und der raue Schotterbelagden Reifen noch härter zusetzt. Nach der Rallye Finnland haben wirimmense Anstrengungen unternommen, um unsere Performance zu verbessern –denn dort hat uns die Konkurrenzfähigkeit unserer Gegner etwasüberrascht.»

Seit 2000 dient das an der Südküste von Wales liegende Cardiff alsZentrum der Rallye Grossbritannien, anders als im Vorjahr schlägt auchder zentrale Service-Park seine Zelte wieder in der Landeshauptstadtauf. Die erste Etappe führt die Teilnehmer von der Startzeremonie inLlandudno nach Mittel-Wales, wo sechs Wertungsprüfungen (WP) auf demProgramm stehen. Am Samstag folgen sechs weitere WP in der Region rundum Brecon, bevor eine 3,04 Kilometer kurze Zuschauerprüfung imGolf-Paradies Celtic Menor die Etappe beschliesst. Das Finale am Sonntagumfasst weitere sechs WP, darunter auch die 15,33 Kilometer lange«Walters Arena 2» als so genannte «Power Stage», auf der die dreiSchnellsten bis zu drei WM-Zusatzpunkte gewinnen können.

Zur Vorbereitung auf die Wales-Rallye Grossbritannien hat Ford einendreitägigen Test in Nordengland angesetzt. Während Jari-Matti Latvala amMittwoch und Donnerstag das Steuer des gut 300 PS starken Fiesta RS WRCübernahm, war Petter Solberg am Freitag an der Reihe. Der 37-Jährigewird mit seinem Dienstwagen an diesem Wochenende zudem am CarFest Northin Cholmondeley Castle im Nordwesten England teilnehmen, eineWohltätigkeitsveranstaltung der BBC zugunsten bedürftiger Kinder.

Neben den beiden Werksautos von Ford gehen in Wales sechs weitere FiestaRS WRC an den Start. So sind Ott Tänak/Kuldar Sikk und Evgeny Novikovmit Ersatzbeifahrerin Ilka Minor aus Österreich für das Team M-SportFord mit von der Partie – ebenso wie Matthew Wilson/Scott Martin und JanHabig/Robbie Durant. Mads Östberg/Jonas Andersson vertreten die Farbenvon Adapta WRT und Martin Prokop/Zdenek Hruza treten für dastschechische Ford Nationalteam an.

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