Australien – Neuland für alle

Von Toni Hoffmann
WRC
Finnland-Sieger Hirvonen peilt den vierten Triumph an

Finnland-Sieger Hirvonen peilt den vierten Triumph an

Nach dreijähriger Pause zählt Australien wieder zur Rallye-WM. Nach der Verlegung des Austragungsgebietes ist die Rallye Neuland für alle.

Obenauf in «Down under»: Nach seinem souveränen Sieg bei der Rallye Finnland reist Ford Werksfahrer [*Person Mikko Hirvonen*] stolz erhobenen Hauptes und als Tabellenführer zum bevorstehenden WM-Lauf in Australien (4. bis 6. September). Mit seinem rund 300 PS starken Ford Focus RS-World Rally Car will der 29-Jährige nichts weniger als seinen vierten Laufsieg in Folge einfahren, um zu Beginn des letzten Saisonviertels seinen Drei-Punkte-Vorsprung auf Titelverteidiger Sébastien Loeb weiter auszubauen.

«Diese Rallye könnte im Hinblick auf die Weltmeisterschaft entscheidend sein», weiss der Finne, dessen Beifahrer Jarmo Lehtinen (40) zum 100. Mal die Startrampe eines WM-Laufs passiert. «Sicher werde ich alles versuchen, um hier zu gewinnen. Sollte dies nicht möglich sein, muss ich so viele Punkte wie möglich mitnehmen – ein Ausfall würde dem Ende meiner Titelambitionen gleichkommen.»

Was für Hirvonen/Lehtinen spricht: Nach dreijähriger Pause präsentiert sich die Rallye Australien in völlig neuem Gewand und ist von der West- an die Ostküste des Lande umgezogen. «Auf uns wartet eine ganz andere Veranstaltung mit völlig neuen Wertungsprüfungen, die noch keiner kennt», analysiert der schnelle Nordmann. «2006 habe ich hier meinen ersten WM-Lauf überhaupt gewonnen, doch dafür kann ich mir in diesem Jahr nichts kaufen. Bislang haben kleine runde Steinchen die Pisten in wahre Rutschbahnen verwandelt, jetzt sollen sich die Prüfungen eher durch einen traditionellen Schotterbelag auszeichnen – das dürfte mir entgegenkommen.»

Und noch ein Punkt stimmt Hirvonen zuversichtlich: Bei völlig neuen Rallyes hat er sich bislang immer überdurchschnittlich gut geschlagen. «Ich weiß selber nicht, warum», zuckt der Ford Focus-Pilot mit den Schultern. «Wir bereiten uns nicht anders vor als sonst oder greifen extra kompromisslos an. Aber wenn sich dieser Trend jetzt auch in Australien fortsetzen sollte – von mir aus gerne.»

Sein Titelrivale und Weltmeister Sébastien Loeb war 2004 im Citroën Xsara der Australien-Sieger, und das will der Titelverteidiger und Tabellenzweite (drei Punkte hinter Hirvonen) auch in diesem Jahr. «Unser Ziel ist es, wieder zu gewinnen, zumindest wollen wir vor Hirvonen ins Ziel kommen», erklärt der fünffache Rekord Champion. «Die Weltmeisterschaft liegt in meiner Hand. Wenn ich die letzten Rallyes gewinne, bin ich wieder Weltmeister. Ich denke, wir werden ein äusserst spannendes Wochenende erleben, weil Mikko auf festem Schotter besonders schnell ist, gerade dann, wenn die Prüfungen neu für alle sind. Die Besichtung und unsere Streckennoten werden eine sehr bedeutende Rolle spielen. Nach der vierwöchigen Pause fühle ich mich für einen Kampf mit Mikko gut gerüstet.»

Auf ein besonders anstrengendes Wochenende bereitet sich auch Jari-Matti Latvala vor: «Alle drei Etappen dauern sehr lang, wir sitzen bis zu 15 Stunden am Steuer umso wichtiger ist es, trotz der Zeitverschiebung ausgeschlafen und konzentriert an den Start zu gehen», so der 24-Jährige. «Zudem stehen uns 35 Wertungsprüfungen bevor – viel mehr als sonst, auch wenn sie für sich betrachtet kürzer sind. Doch dies macht es umso schwieriger, auf einzelnen Prüfungen einen Vorsprung herauszufahren.»

Der Umzug in das Aborigene-Territorium Tweed stellt die weltbesten Rallye-Piloten vor ebenso anspruchsvolle wie variierende Aufgaben. Geht es auf der ersten Etappe über schmale und verwinkelte Waldwege nahe des Start-Ziel-Orts Kingscliff, so dürften die Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den offeneren, sehr ebenen und weit geschwungenen Strecken am Samstag jenen der Rallye Finnland kaum nachstehen. Der Sonntag schließlich führt das Teilnehmerfeld auf eng gewundenen Wegen durch den Regenwald. Inklusive der Verbindungsetappen ist die diesjährige Rallye Australien 1.733,75 Kilometer lang, davon 344,72 Kilometer auf abgesperrten Wertungsprüfungen.

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