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«Audi-Manipulation»: Warum wurde Timo Glock bestraft?

Von - 11.09.2017 14:37

Der Ärger bei Timo Glock war nach dem 14. Saisonlauf groß: Mal wieder wurde von Audi durch Nico Müller ein Rennen manipuliert, so der Vorwurf. Bestraft wurde am Ende Glock.

Timo Glock hatte es schon kommen sehen. Nach seinem Crash mit Nico Müller war eine Untersuchung eingeleitet worden. Bevor er zu den Sportkommissaren musste, um seine Sicht der Dinge zu erläutern, tat er das sehr deutlich in der Mixed Zone. Ihm ging es dabei gar nicht so sehr um den Unfall selbst. «Wenn man die Rennen so manipulieren möchte, wie man es macht, ist das beschämend und sehr schade gegenüber dem Fan», sagte Glock: «Da sieht man, wie stark Dieter Gass (Audi-Motorsportchef, Anm.d.Red.) unter Druck steht, wenn er solche Strategien herausgibt.»

Für Müller hatte Glock nur «Beileid» übrig. Der Schweizer war am Nürburgring nicht zum ersten Mal in diesem Jahr lange draußen geblieben und hatte sich mit abbauenden Reifen und sportlich chancenlos in Zweikämpfen mit der Spitzengruppe sehr breit gemacht, um Tabellenführer Mattias Ekström zu unterstützen. Womit Müller den Zorn zahlreicher Fahrer und auch Fans auf sich zog. Erst recht, nachdem Glock dem 25-Jährigen schließlich irgendwann ins Heck rauschte.

Glock wusste bei allem Ärger aber auch: Gut möglich, dass er für die Kollision selbst bestraft wird. «Kann sein, dass sie mir noch eine Strafe aufdrücken. Dann ist es halt so», meinte Glock. Und so kam es auch, er wurde verwarnt. Er steht jetzt bei zwei Verwarnungen, bei der nächsten Gelben Karte wird er um fünf Startplätze zurückversetzt. Müller ging allerdings komplett straffrei aus.

Warum wurde so entschieden? SPEEDWEEK.com hat beim DMSB nachgefragt. Zum einen ist es grundsätzlich ähnlich wie im Straßenverkehr, normalerweise trägt derjenige Schuld, der auffährt. Müller erhielt aber eine gewisse Teilschuld, weil er tatsächlich sehr früh gebremst hatte. Er hatte auch in den Runden zuvor relativ früh gebremst, was ebenfalls in die Bewertung des Falles mit einfloss, für Müller positiv. Er hatte argumentiert, dass er in der Runde zuvor die Kurve fast nicht bekommen hätte und sie vor besagtem Vorfall deshalb noch enger nehmen musste. Daher habe er noch ein wenig früher gebremst. Er kam schließlich ganz ohne Bestrafung davon, für ihn war das Rennen zwei Runden später wegen der Schäden sowieso beendet.

Glock wiederum wurde zugutegehalten, dass er nicht wissen konnte, dass Müller so früh auf die Bremse geht. Andererseits war Glock nicht rechts an Müller vorbeigegangen, wo für ein Manöver mehr Platz gewesen wäre. Deshalb hatte Glock am Ende die größere Teilschuld und wurde verwarnt. Eine Durchfahrtsstrafe (respektive 30-Sekunden-Ersatzstrafe) gab es nicht, da er Müller nicht unmittelbar durch die Aktion aus dem Rennen nahm, der Schweizer konnte zunächst weiterfahren.

Für den Breaktest, den Glock vor dem Crash per Funk anmahnte, hatte Müller auch eine Erklärung. Glock meinte, dass in der Schikane kein normaler Mensch bremse. Müller argumentierte jedoch, dass er ohne das Bremsen den Ausgang der Schikane nicht bekommen hätte. Tja.

Fakt ist: Für die Sportkommissare war es eine knifflige Angelegenheit, sie schauten sich den Vorfall lange und gründlich an. Klar: Sie kennen die Vorwürfe schließlich auch. Das Problem: Es ist Müller beziehungsweise Audi per Reglement nichts nachzuweisen oder vorzuwerfen. Was auch, wenn es für fast jede Aktion einen halbwegs denkbaren und nachvollziehbaren Grund gibt? Oder wenn sich Müller mit allen erdenklichen Mitteln wehrt, auch wenn er nicht mal Chancen auf einen Punkt hat? Verboten ist das ja nicht. Unsportlich also? Oder sogar eher clever? Die berühmte Grauzone, am Rande der Legalität. Also letztendlich eine moralische Frage, die die Beteiligten für sich selbst beantworten müssen.

Fest steht: Ein klärendes Gespräch wird es erstmal nicht geben. «Was bringt mir das. Sie machen es ja doch immer wieder. Dann kann ich mich auch mit der Wand unterhalten», sagte Glock.

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