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3 Rennen in 3 Wochen: Teamchefs über den Wahnsinn

Von Mathias Brunner
Von links: Franz Tost, Toyoharu Tanabe, Christian Horner und Toto Wolff

Von links: Franz Tost, Toyoharu Tanabe, Christian Horner und Toto Wolff

​Drei Formel-1-WM-Läufe in drei Wochen, das gab es noch nie: Die Teamchefs Christian Horner, Franz Tost und Toto Wolff sprechen über den Wahnsinn aus Le Castellet, Red Bull Ring und Silverstone.

Wir sehen viele müde Gesichter im Fahrerlager des Red Bull Rings: Wir stecken mitten in einem Trio aus WM-Läufen an drei aufeinander folgenden Wochenenden – Grand Prix von Frankreich in Le Castellet, Grosser Preis von Österreich in der Steiermark, britischer Grand Prix in Silverstone. Das hat es so noch nie gegeben.

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost: «Das ist eine gewaltige Herausforderung. Keiner darf vergessen, dass die Menschen Sommerferien haben. Das spielt eine grosse Rolle, wenn du dein Material von Südfrankreich nach Österreich verschieben musst und dann weiterziehst nach England. Ich kann nur hoffen, dass wir am Zoll nicht zu viel Zeit einbüssen.»

«Noch ist nicht klar, wie schnell wir es nach Silverstone schaffen werden. Frankreich nach Österreich verlief reibungslos, weil die Österreicher das locker im Griff haben. Wenn wir aber weiterziehen nach Belgien und dann nach Grossbritannien, bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich will gar nicht daran denken, was passiert, wenn wir irgendwo einen Streik haben. Drei Rennen in drei Wochen, da sind alle am Limit. Ich hoffe, wir werden das nie wieder erleben müssen, denn unsere Mitarbeiter sind am Anschlag, sie schuften Tag und Nacht, um das alles zu stemmen.»

Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing, ergänzt: «Zunächst einmal ist es teuer, die ganze Mannschaft in so kurzer Folge an drei verschiedene Austragungsorte zu bringen. Ihr seht, dass wir hier im Fahrerlager ein anderes Motorhome haben. Der Grund: Wir hätten es nie im Leben geschafft, unsere Energy-Station in Südfrankreich abzubauen, sie an den Red Bull Ring zu transportieren und dort wiederaufzubauen. Die Materialbrücke zwischen den GP-Orten und dem Werk in Milton Keynes ist aufwändig. Und wir haben noch das Glück, dass der dritte Lauf in der Nähe unseres Werks stattfindet. Andere Rennställe haben diesen Luxus nicht. Das alles ist ziemlich wahnsinnig.»

Toto Wolff von Mercedes meint: «Wir müssen verstehen, warum Liberty Media zu dieser Lösung gekommen ist. Die Fussball-WM findet statt, und wir mussten einen Weg um die Spiele herum finden. Keiner von uns findet es lustig, drei Rennen in dieser Folge zu haben. Das bedeutet für alle eine unfassbare Belastung. Die meisten Mitarbeiter sehen ihre Familien in diesen Wochen so gut wie gar nicht. Perfekt ist das nicht, aber wir müssen damit leben.»

Derzeit arbeitet die Formel 1 am WM-Programm 2019: Den Rennställen ist zugesichert worden – drei Rennen in drei Wochen wird es nicht mehr geben.

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