Superbike-WM

BMW-Star Tom Sykes: Weshalb der Yamaha-Deal platzte

Von - 31.01.2019 17:30

«Letztes Jahr hing ich ewig in der Luft, heute könnte ich nicht glücklicher sein», sagt Tom Sykes, der für die Superbike-WM 2019 bei BMW unterschrieb. Er traut den Bayern schnelleren Erfolg zu, als Ducati und Yamaha.

Tom Sykes hat dafür gesorgt, dass Kawasaki 2013 nach 20 Jahren endlich wieder Superbike-Weltmeister wurde. Zu einer Zeit, als die Grünen von kaum jemandem im Fahrerlager ernst genommen wurden. Im Jahr zuvor hatte der Engländer den WM-Titel gegen Max Biaggi und Aprilia um einen halben Punkt (!) verloren. Damals wurde der Grundstein für einen beispiellosen Siegeszug gelegt, der in zuletzt vier WM-Titeln in Folge durch Jonathan Rea gipfelte.

Für 2019 unterschrieb der 33-Jährige aus der Grafschaft Yorkshire bei BMW Motorrad und führt den bayerischen Hersteller bei seinem werksseitigen Comeback in der Superbike-WM an. Sykes gilt als exzellenter Entwicklungsfahrer, seinen grandiosen Speed stellte er mit 46 Pole-Positions unter Beweis.

SPEEDWEEK.com traf sich mit ihm zum Interview.

Tom, Ducati hat mit der 1199 Panigale und Yamaha mit der aktuellen R1 erst in der dritten Saison in der Superbike-WM Rennen gewonnen. Beide Hersteller fuhren davor bereits ein komplettes Jahr in anderen Rennserien und entwickelten ihre Motorräder. Wird BMW den ersten Sieg mit der neuen S1000RR schneller schaffen?

Ja, davon gehe ich aus. Ich bin recht zuversichtlich, ich habe gute Jungs um mich herum. Das Team steht, der Hersteller ist parat. Und die Atmosphäre im Team ist hervorragend.

Hast du die Rennabteilung von BMW in München oder Berlin besucht?

Nein, das steht noch auf meiner Liste, das mache ich bald. Ich habe viele gute Dinge darüber gehört. Wenn nur die Hälfte davon stimmt, werde ich beeindruckt sein.

Von dir ist einige Kritik über den neuen Zeitplan zu hören.

Die BMW ist ein neues Motorrad. Das ist kein Facelift, das ist eine neue Maschine. Drei freie Trainings am Freitag wie bislang wären viel besser für uns, weil du dann zweimal dazwischen Zeit hast, um am Motorrad zu arbeiten. Jetzt haben wir aber wieder nur zwei freie Trainings.

Ich griff gleich zum Telefon und fragte die Dorna-Leute, ob sich das nicht umkehren lässt. Ich und auch viele Leute bei BMW hätten es bevorzugt, am Freitag drei Trainings zu haben.

Das gilt auch für Ducati, die ebenfalls ein neues Motorrad haben.

Ja. Drum habe ich die Dorna angerufen. Jeder weiß, dass Kawasaki eine fantastische Basis hat. Und zwei Fahrer, die mit jeder Menge Informationen arbeiten können. Wenn man möchte, dass es in der Meisterschaft enger zugeht, dann wären drei Trainings für BMW oder Ducati hilfreich.

Wir haben letztes Jahr gesehen, dass die kleineren Teams im dritten Training näher an der Spitze dran waren, als nach dem zweiten. So hätte man das beibehalten sollen, das hätte die Chancen der anderen erhöht.

Letztes Jahr während des Brünn-Wochenendes Anfang Juni deutete vieles daraufhin, dass du zu Yamaha gehst. Wie nahe warst du der Unterschrift wirklich?

Sehr nahe.

Das hätte aber nur geklappt, wäre Michael van der Mark zu Kawasaki gegangen? Dann hättet ihr die Plätze getauscht?

Richtig.

Ich sprach während der letzten Jahre immer wieder mit Yamaha, wenn dort ein Platz verfügbar war. Das ist ein gutes Team und deren Motorrad hat viel Potenzial.

Normalerweise unterschrieb ich so im April. Letztes Jahr war es anders und ich hing ewig in der Luft. Heute könnte ich nicht glücklicher sein. Das lief wie 2014 bei Sylvain Guintoli mit Aprilia – er hatte bis dahin auch nichts.

Du hast dich immer sehr positiv geäußert, was den Charakter der BMW betrifft.

Meine Ziele sind die gleichen wie bei Kawasaki. Wir müssen gemeinsam hart arbeiten, um das ultimative Ziel zu erreichen.

Die Basis der BMW ist hervorragend, um Rennen zu fahren. Wir müssen noch etwas an der Leistungsentfaltung des Motors arbeiten und das Chassis und die Gabel verbessern. Damit musst du ins richtige Arbeitsfenster kommen, weil uns der neue Zeitplan wirklich plagt.

Kann irgendjemand Kawasaki dieses Jahr schlagen?

Ja, sie sind besiegbar. Ich kenne die Stärken und Schwächen von Kawasaki, sie sind zu schlagen. BMW hat einige Vorzüge, ich weiß wo wir stehen. Ducati hat auch ein neues Motorrad.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
SPEEDWEEK auf Google+
Druckansicht
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

video

Superbike-WM

Superbike-WM 2019 - Moriwaki Althea Honda Team Präsentation

Speedweek auf Twitter Speedweek auf Facebook Der Speedweek RSS Feed

Thema der Woche

Von Mathias Brunner

Mercedes: Wann werden Dauer-Sieger unsympathisch?

​​Die Fans mögen keine Dauer-Sieger. Das beste Beispiel: Als Michael Schumacher (Ferrari) und Sebastian Vettel (Red Bull Racing) alles in Grund und Boden fuhren. Mercedes-Teamchef Toto Wolff bleibt gelassen.

» weiterlesen

 

tv programm

Bundesliga Aktuell

So. 17.02., 21:00, SPORT1+


sportarena

So. 17.02., 23:55, SWR Fernsehen


Bundesliga Aktuell

Mo. 18.02., 01:25, SPORT1+


car port

Mo. 18.02., 01:45, Hamburg 1


Tuning - Tiefer geht's nicht!

Mo. 18.02., 02:40, Motorvision TV


Café Puls mit PULS 4 News

Mo. 18.02., 05:30, Puls 4


Café Puls mit PULS 4 News

Mo. 18.02., 06:00, Pro Sieben


Café Puls mit PULS 4 News

Mo. 18.02., 06:00, Sat.1


Die Abenteuer von Chuck & seinen Freunden

Mo. 18.02., 06:25, Sky Junior


Nordschleife

Mo. 18.02., 07:25, Motorvision TV


Zum TV Programm
12