Charles Leclerc bei Ferrari von Hamilton gebügelt, Patrese empfiehlt Trick
Ferrari-Ass Charles Leclerc hat in Spanien gegen Lewis Hamilton den Kürzeren gezogen und ist wieder ausgefallen. GP-Sieger Riccardo Patrese wittert beim Monegassen Enttäuschung und hat einen Rat.
Seltsame Achterbahnfahrt der Gefühle für Charles Leclerc: Vor seinem Heimrennen in Monaco unterzeichnete er einen neuen Vertrag bei Ferrari, dann schied er wegen Bremsproblemen aus und reagierte nach dem Rennen heftig. In Barcelona wurde er erneut von seinem Auto im Stich gelassen, hatte aber zuvor gegen Lewis Hamilton keine Chance. GP-Sieger Riccardo Patrese hat sich Gedanken gemacht über die Gefühlslage von Leclerc.
Der 256-fache GP-Teilnehmer Patrese, inzwischen 72 Jahre alt, sagt im Portal BetBrothers: «Wenn wir nach Monaco zurückgehen – bei seinem Interview nach dem Rennen war ich verblüfft, weil ich nicht verstehen konnte, wovon Charles Leclerc genau sprach.»
«Er erzählte von einem Problem mit den Bremsen und sagte, Lewis Hamilton habe bereits drei Rennen mit anderen Bremsen bestritten, und er, Charles, habe ein echtes Problem mit den Bremsen.»
«Leclerc ist jetzt seit sieben Jahren bei Ferrari, und ich frage mich, ob er Zweifel hat. Aber wenn das der Fall ist, muss man Entscheidungen treffen, und wenn man nicht in die richtige Richtung geht, kann das Auswirkungen auf das Team haben.»
«Er muss unglücklich sein, weil er sieben Jahre dort verbracht hat und nie wirklich die Chance hatte, Weltmeister zu werden. Er hatte manchmal gute Leistungen, gemischt mit einigen Fehlern, weil das Auto nicht gut genug war, um den Sieg zu ermöglichen. Also ist er zu teilweise aggressiv gefahren, und vielleicht macht man einen Fehler, wenn man in so einer Stimmung fährt. Ich bin mir sicher, dass er unzufrieden ist.»
«Manchmal ist das Gefühl des Fahrers dafür sehr wichtig, in welche Richtung man gehen muss. Und wenn man das nicht hat oder vielleicht die falsche Wahl trifft, wie er offen zugegeben hat, was eine andere Bremsenabstimmung im Vergleich zu Lewis betrifft. Seine Entscheidungen sind manchmal nicht so gut. Wenn man die falsche Wahl trifft, dann ist das ein Verlust an Zeit und Geld.»
Kann sich der sechsfache GP-Sieger Patrese vorstellen, dass der Frust Leclercs gross genug ist, trotz Vertrags bei Ferrari abzuhauen? Der Italiener weiter: «Nein, er will nicht gehen. Er hat doch gerade einen neuen Vertrag unterschrieben. Ich glaube, er hat für immer unterschrieben.»
«Charles Leclerc ist noch nicht verloren. Er hat ein Siegerauto, Lewis Hamilton und er sind ein grossartiges Team. Wenn Charles wieder zu voller Stärke und der richtigen Einstellung findet, dann kann er ein echter Gegner für Lewis sein. Vom reinen Speed her ist er wahrscheinlich ein kleines bisschen schneller als Lewis.»
«Das Problem ist der Kopf. Im Moment ist Charles’ Moral am Boden. Aber jetzt muss er erkennen und schätzen, dass Ferrari ein Auto hat, das Grands Prix gewinnen kann, und er muss sich beruhigen. Wenn er mit bestimmten Aspekten des Autos nicht zufrieden ist, dann sollte er sich an Lewis orientieren.»
«Ich erinnere mich an 1993 bei Benetton: Michael Schumacher, der zweifellos sehr schnell war, hörte im Debriefing sehr aufmerksam zu, was ich über die Abstimmung des Autos sagte, und dann kopierte er mein Set-up. Und besiegte mich. Manchmal muss man die Erfahrung seines Teamkollegen nutzen, um Leistung zu bringen. Leclerc sollte das auch so machen.»
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