Jeff Herlings (HRC) über KTM: «Wer gewinnen will, sollte bei de Carli sein»
In der Pressekonferenz nach der 10. Etappe der Motocross-WM in Agueda äußerte sich Sieger Jeffrey Herlings über die Gründe seines Wechsels von KTM zu Honda und über die internen KTM-Strukturen.
Agueda-Sieger Jeffrey Herlings gab in der Pressekonferenz nach der 10. Etappe der Motocross-WM in Agueda (Portugal) interessante Einblicke über die Hintergründe seines Wechsels von KTM zu Honda und KTM-Internas.
KTM mit 2 Werksteams am Start
Der österreichische Hersteller ist mit zwei Werksteams in der Motocross-WM vertreten. Neben dem eigentlichen Werksteam, das direkt vom Stammsitz des Unternehmens in Mattighofen betrieben wird, gibt es das in Italien ansässige de Carli-Werksteam mit eigener Werkstatt, eigenen Trucks und eigenen Zelten im WM-Paddock. Jeffrey Herlings war stets auf der österreichischen Seite des Teams am Start. Fahrer wie Antonio Cairoli, Jorge Prado oder wie im vergangenen Jahr Simon Längenfelder, waren im de Carli-Team und wurden genau dort auch Weltmeister. Die beiden Coenen-Brüder werden in diesem Jahr ebenfalls von de Carli betreut und sie führen beide WM-Klassen an. Simon Längenfelder musste als Weltmeister nach der Saison 2025 zur österreichischen Teamstruktur nach Mattighofen wechseln.
Herlings: «De Carli ist das bessere KTM-Team»
Jeffrey Herlings erklärte nun in Agueda, dass ein Fahrer nur bei de Carli erfolgreich sein kann. «Bei KTM spürte ich, dass ich nicht mehr gewinnen konnte und ich einen Wechsel brauchte. Gewinnen wäre nur möglich, wenn ich im de Carli-Team gewesen wäre.»
De Carli-KTM: Bestes Motorrad
Danach äußerte sich 'The Bullet' über die KTM selbst: «Die Bikes von Cairoli über Prado und jetzt Lucas: Sie alle können unglaubliche Starts hinlegen. Wir haben Simon letztes Jahr auch mit dem Motorrad den MX2-Titel gewinnen sehen. Ich denke, wenn man bei KTM ist und wirklich gewinnen will, muss man in diesem Team sein. Meiner Meinung nach haben sie die beste Struktur. Ich war leider nicht in diesem Team und deshalb wollte ich auch eine Veränderung.»
Warum Herlings KTM verließ
«Ich mochte die Leute im Team. Ich hatte einfach das Gefühl, dass eine Änderung notwendig war. Und wenn du schon etwas ändern willst, war das der richtige Zeitpunkt, denn ich werde in ein paar Monaten 32. Ich bin keine 18 mehr. Ich bin froh, dass ich diese Änderungen vorgenommen habe.»
Ist die Honda besser als die KTM?
Ein direkter Vergleich der beiden Motorräder ist immer schwierig. Können die Vorteile eines Stahlrohrrahmens der KTM die Stärken eines Alurahmens der Honda kompensieren? Des Einen Vorteil ist des Anderen Nachteil. «Ist die Honda nun besser als die KTM? Ich würde sagen, sie sind beide gut. Die KTM ist ein hervorragendes Motorrad und die Honda auch. Für mich war die Veränderung ein frischer Wind und insgesamt ein neues Abenteuer.»
Ist das Team Simon Längenfelders eigentliches Problem
Tatsache ist, dass Simon Längenfeder zur zeit in einer Krise steckt. Nach der Hälfte der Saison 2025 (im Team de Carli) hatte er bereits die WM-Führung übernommen. Er hatte während seiner de-Carli-Zeit auch seinen Lebensmittelpunkt nach Italien verlegt. Fand er im dort bessere Bedingungen vor als im österreichischen Team? Hat Herlings mit seiner Aussage recht, dass man nur im de Carli-Team Weltmeister werden kann? Zur Saison-Halbzeit 2025 hatte Kay de Wolf einen Rückstand von 70 Punkten nach dem Rennen in Matterley Basin und am Ende kämpfte er im letzten Rennen der Saison trotzdem mit Simon Längenfelder um den Titel. Längenfelder hätte noch alle Chancen zur Titelverteidigung.
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